Winnenden

SWR-Moderator tritt in Kult-Bistro auf

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TV-Moderator Jürgen Hörig singt „Years“ von seinem neuen Album, begleitet von „Normahl“-Gitarrist Mick Scheuerle. © Sarah Utz

Winnenden. „Menschen, die was zu sagen haben“, bekommen im Bistro von Kati Sparato eine Bühne. Am Samstag beginnt die neue Saison von „Kultur bei Katis“, für die Initiator Hans Derer acht Bands und Künstler nach Winnenden holt, die mit ihren gefühl- und gehaltvollen Liedern die kalte Jahreszeit erwärmen wollen.

Einmal im Monat schickt die Winnender Musikfirma 7us im nächsten Dreivierteljahr Künstler auf die, wie Hans Derer behauptet, „kleinste Bühne im Rems-Murr-Kreis“. Es ist ein Herzens-Projekt, das „Hansi“ Derer nun schon zum fünften Mal für eine inzwischen gewachsene Fangemeinde umsetzt. „Wir wollen hier Liedermachern, oder wie man sagt Singer-Songwritern, die Möglichkeit geben, aufzutreten“, erklärte er am Dienstag bei der Präsentation des neuen Programms, zu der die Kreissparkasse als Hauptsponsor geladen hat.

Achtmal große Kunst auf kleiner Bühne

„Unsere Künstler sind ausgewählt, das ist nicht der totale Nachwuchs, sondern eher Bundesliga“, findet Derer. Man lege Wert auf Qualität, stimmt auch Kati Sparato, Inhaberin des urigen Bistros im Kino, ein: „Es ist uns auch wichtig, dass die Gäste das wertschätzen.“ Obwohl die Bühne klein ist, die am Wochenende dort aufgestellt wird, wo derzeit noch ein rotes Sofa steht, „haben sich Bands zum Teil schon zu viert auf die Bühne gequetscht“, erzählt Kati Sparato. Dafür sei man als Künstler mittendrin, was Vorteil, aber auch Herausforderung sein kann, wenn ringsherum der lockere Kneipenabend weitergeht.

Deshalb habe man irgendwann angefangen, Eintritt für die Konzerte zu verlangen. So kommen dann zu den Livemusik-Abenden nur Leute, die wirklich zu schätzen wissen, was bei Kati geboten wird - und eben auch auf die Texte horchen. Denn darauf kommt es bei den Künstlern bei „Kultur bei Katis“ an. Sie schreiben ihre Texte selbst, aus dem Leben heraus. Es sind gefühlvolle, lustige, schwermütige, politische und nostalgische Lieder, eingehüllt in Musik verschiedenster Stile, von Pop bis Punk.

Am Samstag beginnt die achtteilige Konzertreihe mit einem Künstler aus Karlsruhe, der sich schon immer ganz auf das Hören verlassen musste und schon als Kind zum Musik- und später zum Rock’n’Roll-Fan wurde. Chris Brandon ist von Geburt an blind. Mit seiner Stimme aber gewann er schon Wettbewerbe. Durch den Einfluss amerikanischer Südstaaten-Stars wie Elvis Presley und Bruce Springsteen entwickelte er seinen ganz eigenen Stil: Country-Pop aus dem Rheinland, mit dem er es sogar vor kurzem in die amerikanische Folk-Hitliste gebracht hat. Den Song dazu,„Rhineland to Graceland“, schrieb er zusammen mit Ryan Presley, einem Verwandten seines Kindheits-Idols.

Komplettes Neuland für Jürgen Hörig

Weniger amerikanisch geht es bei einem Mann zu, von dem die meisten bislang nur die Sprechstimme kennen: Jürgen Hörig. Der Berglener moderiert die SWR-Landesschau und hat das Singen für sich entdeckt: „Für mich ist das komplettes Neuland und ich bin ganz froh und stolz, hier dabei zu sein.“ Deshalb ist er zum Pressetermin mit nach Winnenden gekommen, wo er zusammen mit Mick Scheuerle, bekannt aus der Punkband „Normahl“, ein poppiges Lied von seinem ersten Album zum Besten gab.

Erst sang er noch unter einem halben Künstlernamen (ein ganzer käme ihm aufgesetzt vor) „U. M. O. N.“ - „under my own name“, auf Deutsch „unter meinem eigenen Namen“. Inzwischen benutzt er ihn tatsächlich, seinen Namen, fühlt sich damit wohl. So steht er auch auf dem Flyer, der unter anderem für sein Konzert wirbt.

Vor dem Album gab es eine Single. Die entstand eher durch Zufall: Eigentlich wollte Hörig nur seiner Frau ein sehr persönliches Weihnachtsgeschenk machen - eine CD mit selbst eingesungenen Liedern. Weil ein selbst aufgenommenes Mixtape zu schnöde gewesen wäre, sollte ein Musikproduzent alles professionell abmischen. Diesem gefiel Hörigs Stimme, deshalb schrieb er dem Moderator die erste Single „Brand New Song“ quasi auf den Leib. Was folgte, ist das Album „Out Comes“, das es im Oktober in Katis Bistro zu hören gibt.

Kultur bei Katis

Chris Brandon: Country-Pop aus dem Rheinland, 23. September 2017

Jürgen Hörig: Lockere Popmusik aus Berglen, 7. Oktober 2017

Isaac Roosevelt: Soul aus Mannheim, 11. November 2017

Nadine Fingerhut: Pop-Poetin aus Korbach, 9. Dezember 2017

Kimkoi: Pop trifft Poesie aus Erfurt, 20. Januar 2018

A Cup of T: Sanfte Songs im Stil der Beatles, 17. Februar 2018

Marian Kuprat: Folkrock-Band aus Nordrhein-Westfalen, 17. März 2018

Lorem Ipsum: Acoustic Punk aus Stuttgart, 7. April 2018

Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr, Tickets gibt es für 10 Euro oder als Dauerkarte für 65 Euro.

Tipp: Vorher unter 0 71 95/94 33 50 oder www.katis-bistro.de reservieren, es gibt nur rund 50 Sitzplätze.