Winnenden

Tatort-Kommissar Bootz im Klinikum

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Kommissar Bootz, gespielt von Felix Klare, vor Aufzugtüren im Winnender Klinikum: Klinikbesucher sahen am Dienstag plötzlich solche Szenen vor sich. © Eckstein / ZVW

Winnenden. Das Tatort-Kamera-Team hat seine Szenen gedreht, und daneben haben sich am Dienstag beim Kreisklinikum auch Winnender Szenen abgespielt.

Es brachte die Passanten beim Klinikum schon in eine gewisse Aufregung, wenn sie die beiden Stuttgarter Tatortkommissare erkannten und erst recht, wenn sie erfuhren, dass der renommierte Regisseur Dominik Graf persönlich beim Dreh zugegen ist, zwar gut abgeschirmt im Technik-Zelt und umgeben von mindestens einem halben Dutzend Mitarbeitern und stets mit dem Rücken zu den Passanten, in sich versunken wie ein Dirigent vor dem Beginn einer Sinfonie. Aber manche entdeckten ihn, zückten ihr Smartphone und knipsten, Menschen schleichen auch mit der Spiegelreflex um den Klinikparkplatz, wurde aber schnell verjagt.

„Derf i jetzt rausfahra, dohanna?“, fragte eine Frau, deren Auto zufällig wenige Meter vom braunen Porsche der Tatort-Kommissare geparkt war. Sie hatte eine Untersuchung hinter sich und wollte so schnell wie möglich ihre Ruhe haben. „I möcht hoim, verstandet Se.“ Das geht jetzt nicht“. Einer vom Filmteam bat die Frau, ruhig zu bleiben und zu warten, nicht mit ihrem Auto in die laufende Szene zu fahren. Die Leute müssten sonst wieder von vorne anfangen.

Es war fast wie ein Spuk

Am Nachmittag erlebte dann mancher Klinikbesucher in Winnenden eine kleine Filmtraumwelt: Er fährt auf den Klinikparkplatz und ihm entgegen kommt der seltsam braune Porsche, den er aus einigen Tatortfolgen kannte. Er guckt. Er staunt. Er überlegt. Er guckte noch mal hin und entdeckt die Gesichter der beiden Stuttgarter Tatortkommissare – eine Begegnung der unwirklichen Art.

Von 14 bis 19.15 Uhr drehte das Kamerateam. Vormittags schon hatten die Techniker die Zelte und die Geräte aufgebaut. Einen Teil der Szenen drehten sie direkt im Klinikum auf den Fluren, und da erlebte eine Patientin, wie vor ihr ein Mann mit Armbinde und sichtbar einer Pistole in der Gesäßtasche ging. Sie erkannte ihn schnell: Felix Klare als Kommissar Sebastian Bootz. Es war fast wie ein Spuk.

Dreharbeiten zum Tatort „Der rote Schatten“

Gedreht wurde ein Teil einer besonderen Tatort-Folge, die im Herbst 2017 ausgestrahlt werden wird, in einer Themenwoche zum „Deutschen Herbst“, der sich zum 40. Mal jährt. In jener Woche wird die ARD das Thema Baader-Meinhof auch im Tatort aufgreifen.

In der Regie von Dominik Graf laufen die Dreharbeiten zum Tatort „Der rote Schatten“. Richy Müller als Thorsten Lannert und Felix Klare als Sebastian Bootz bewegen sich darin auf dünnem Eis, weil sie annehmen müssen, Geheimnissen des Verfassungsschutzes in die Quere zu kommen.

Schauspieler

Zu dem umfangreichen Ensemble gehören laut SWR Hannes Jaenicke, Leonie Nonnenmacher, Oliver Reinhard, Joachim Nimtz, Michael Hanemann, Friedrich Mücke, Heike Trinker, Carolina Vera, Mimi Fiedler und Jürgen Hartmann.

Inhalt

Marianne Heider kam angeblich bei einem Badewannenunfall ums Leben. Ihr Exmann Christoph glaubt jedoch, dass sie von ihrem aktuellen Lebensgefährten Georg Jordan ermordet wurde. Christoph Heider wird ertappt, als er den Leichnam aus der Friedhofskapelle entführt, um ihn im Ausland obduzieren zu lassen. Für Thorsten Lannert und Sebastian Bootz sollte das gar kein Fall sein - immerhin hat die Oberstaatsanwaltschaft Mariannes Tod bereits als Unfall zu den Akten gelegt. Doch die beiden finden Heiders Argumente glaubwürdig genug, um der Sache nachzugehen. Dabei stellen sie fest, dass Georg Jordan in den 70er Jahren als V-Mann für den Verfassungsschutz gegen die RAF eingesetzt war. (Wie die Winnender Szene in diese Geschichte verwoben wird, wissen wir nicht.)

Dreharbeiten

Gedreht wird bis Ende Mai in Stuttgart und Umgebung.