Winnenden

Taxifahrt zum Coronatest scheitert am Virenverdacht

Taxi Symbol Symbolbild
Symbolbild. © Pixabay.com (CC0 Public Domain)

Wie schützen sich Taxifahrer vor einer Ansteckung – auf diese Frage hat uns der Anruf eines Lesers gebracht. Er schilderte seinen wohl eher seltenen Fall, den wir unten wiedergeben. Bei der weiterführenden Recherche wird klar, dass sich seit diesem Vorfall Ende März einiges verändert hat.

Der Sohn unseres Anrufers ist 32 Jahre alt und hat keinen Führerschein. Er erfuhr bei der Arbeit in Waiblingen-Neustadt, dass eine Kollegin positiv auf das Coronavirus getestet worden war und sich somit alle Kollegen, die mit ihr den Vesperraum geteilt hatten und ihr ziemlich nahegekommen waren, unverzüglich testen lassen sollten. Der Sohn erhielt einen Termin im Corona-Testzentrum beim Rems-Murr-Klinikum Schorndorf. Eine Stunde nach dem Anruf durch das Gesundheitsamt sollte er dort sein. Und er bekam die eindeutige Vorgabe, auf keinen Fall S-Bahn oder Bus zu benutzen. „Bei einem Verstoß hätte er richtig Ärger bekommen“, erzählt der Vater. Zum Sohn hat er keine besonders enge Beziehung. „Ich wollte ihn nicht fahren, weil ich meinen 83-jährigen Vater versorgen muss und mich, so oder so, auch nicht anstecken wollte“, erzählt der Winnender, der uns seinen Namen nannte, ihn aber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Am Ende hat er seinen Sohn, der keine Symptome hatte, nur Kontaktperson war, doch gefahren, es blieb nicht mehr viel Zeit, nachdem der Vater selbst bei einem, unserer Redaktion nicht bekannten Taxiunternehmen nachgefragt hatte. „Es lehnte ab, bedankte sich aber, dass wir so ehrlich waren und von dem Verdacht auf Corona erzählt haben.“

"Wir fragen gar nicht, ob die Kunden krank sind"

Leider ist nicht mehr nachvollziehbar, welches Taxiunternehmen das war. Buffi und Wesner, die wir befragt haben, können es nicht gewesen sein. „Wir fragen gar nicht, ob die Kunden krank sind. Das wäre ja geschäftsschädigend“, sagt Sabine Rost. Seit Mitte April gibt die Trennscheibe zusätzliche Sicherheit, es kann ohne Mundschutz gefahren werden.

Zurück also zu unserem Vater, der für seinen Sohn durchaus weitere Taxiunternehmen hätte anrufen können. Stattdessen wählte er die Notfallnummer 112 und verlangte, dass der Krankenwagen den Sohn fahre. Das Ansinnen wurde abgelehnt, weil der Sohn ja nicht krank war. Schließlich hakte der Vater beim Gesundheitsamt nach und forderte einen „Fahrdienst“ für Menschen ohne Führerschein und Fahrzeug. „Stattdessen riet man uns, dass ich Mundschutz und Handschuhe trage und mein Sohn ebenfalls, der zur Sicherheit hinten Platz nimmt. Es war dann okay, aber ich hatte ein mulmiges Gefühl.“

Acht Praxen und die Ambulanz

Wir hakten diesbezüglich auch beim fürs Gesundheitsamt zuständigen Landratsamt nach, wo von den Problemen für Menschen ohne Führerschein bisher nichts bekanntgeworden ist. Die Pressesprecherin verweist an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung, da die Ärzteschaft für die Corona-Tests zuständig ist – das Landratsamt sei nur in der schwierigen Anfangsphase unterstützend beigesprungen, als nur zwei Arztpraxen im Rems-Murr-Kreis genug Schutzausrüstung und geeignete Räume hatten, um die Tests durchzuführen.

Kai Sonntag, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, berichtet auf Nachfrage: „Grundsätzlich kann jede Hausarztpraxis einen Abstrich machen, die meisten werden ihre Anrufer aber auf die Fieberambulanz, also das Testzentrum in Schorndorf, verweisen, oder auf eine der acht Schwerpunktpraxen, die auf den ganzen Kreis verteilt sind.“ Was ist mit Hausbesuchen? Wer nicht selbst mobil ist, bekommt diesen nur, wenn er bettlägerig oder eben im Pflegeheim wohnt.

Verdachtsfälle oder Kontaktpersonen, die mit dem Auto gefahren werden müssen, präparieren sich also entsprechend mit Mund-Nasenschutz und halten größtmögliche Distanz im Pkw, den ein Mitbewohner, Angehöriger, Nachbar oder eben auch ein Taxifahrer steuert. Dies ist bei einer möglichen Coronainfektion immer noch besser, als den Bus oder die Bahn zu nehmen.

Wie schützen sich Taxifahrer vor einer Ansteckung – auf diese Frage hat uns der Anruf eines Lesers gebracht. Er schilderte seinen wohl eher seltenen Fall, den wir unten wiedergeben. Bei der weiterführenden Recherche wird klar, dass sich seit diesem Vorfall Ende März einiges verändert hat.

Der Sohn unseres Anrufers ist 32 Jahre alt und hat keinen Führerschein. Er erfuhr bei der Arbeit in Waiblingen-Neustadt, dass eine Kollegin positiv auf das Coronavirus getestet worden war und sich

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