Winnenden

Teenagerkomödie am Büchner-Gymnasium

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Die Freundschaft von Lynn (Johanna Kallenberger, links) und Luzie (Sarah Oberle, 2. von links) wird durch den Mädchenschwarm Jakob (Elias Holzwarth, rechts) und seine Freunde (Carolina Gaul und Lion Hoffmann) auf die Probe gestellt. © Habermann / ZVW

Winnenden. Es war keine Sekunde langweilig bei der Theateraufführung „Wie peinlich ist das denn?“ 23 Schülerinnen und Schüler vom Georg-Büchner-Gymnasium haben mit unglaublich geschmeidigen Übergängen und souverän-erfrischendem Rollenspiel großartige Unterhaltung abgeliefert.

Video: Highlights aus dem Thaterstück "Wie peinlich ist das denn?"

Das Gefühl gibt’s selten im Theater: Du denkst, du siehst einen Film, so schnell sind die „Schnitte“ zwischen den einzelnen Szenen und Sequenzen. Am Anfang tummeln sich alle auf der Bühne, bis Luzie (Sarah Oberle) aus dem Geschehen heraustritt und erzählt. Alle anderen verharren sofort schweigend in ihrer Bewegung, frieren ein. Dann Szenenwechsel, der Vorhang geht zu, die Familien der beiden Hauptdarsteller Luzie und Felix (Sebastian Sartor) huschen lautlos von hinten nach vorne auf zwei der Bühne vorgelagerte Podeste. Ein typischer Dialog Eltern – Kinder am Tisch entspinnt sich, höchster Wiedererkennungswert. Plötzlich verstummen drei, während Felix wieder das Geschehen kommentiert. Nach dem Strickmuster geht das ganze Stück – eine fantastische Leistung der Darsteller und der Bühnentechnik-Crew.

Die Jugendlichen kommen authentisch rüber

Begeisternd ist auch der Ton, den die Darsteller für ihre Rollen gefunden haben. Die Teenie-Hauptfiguren erzählen ironisch, selbstironisch, sympathisch. Die anderen sind je nach Handlungsverlauf und Rolle zickig, giftig-fies, kindlich-verspielt. Oft auch alles kurz hintereinander, sind schließlich Pubertierende. Authentisch kommen die Jugendlichen rüber, wobei aber nicht der Eindruck entsteht, dass die Elf- bis 13-Jährigen sich selbst spielen würden. Bei den vielen Darstellern, die einen Erwachsenen mimen, ist diese Einschätzung hinfällig. Bei ihnen fällt auf, wie toll sie sich in Tonfall und Gestus in ihr „altes“ Ego hineinversetzen, vor allem Tanja Scharfy als Oma oder Lea Koric als Lehrerin – meisterlich.

Mädchenschwarm entpuppt sich als "optische Täuschung"

Mehrere Personen machen in dem kurzweiligen Stück über die erste Liebe und peinliche Situationen aller Art eine Wandlung durch. Der gut aussehende Mädchenschwarm Jakob (Elias Holzwarth) entpuppt sich als „optische Täuschung“, ist doch nicht der Passende für Luzie, sondern eben Felix, der zunächst als Weichei abgestempelte, ausgegrenzte. Am Ende schafft es Luzie, über ihren Schatten zu springen und – ist das wirklich peinlich?! – Felix’ Einladung zu folgen ...

Geheimzeichen und der Tanz des Hausmeisters

Die Lehrer Frauke Tolksdorf und Lukas Hirscher leiten die Theater-AG der Unter- und Mittelstufe seit drei Jahren. Sie sind begeistert vom Talent der Schüler.

„Für die Freeze-Elemente haben wir anfangs geklatscht“, erzählt Lukas Hirscher, „dann haben sich die Schüler Geheimzeichen ausgedacht. Wir wussten nicht, wer sie wie gemacht hat, aber es klappte super“, so Frauke Tolksdorf.

Die Motivation ist hoch: Nach drei Wochen konnten alle ihre Texte auswendig. „Viele Schüler ziehen Kraft aus dem Theater, das ganz anders ist als Schule und Noten“, sagt Frauke Tolksdorf.

„Ein Umbau dauerte so lange. Da haben wir Manuel Walter von der Technik-AG gebeten, sich was auszudenken.“ Der angehende Abiturient verkleidete sich als Hausmeister und legte mit einer Leiter einen ans Tabledance erinnernden Sprossentanz hin – köstlich! Die Zuschauer waren entzückt, die Temperatur in der Aula stieg um mehrere Grad.