Winnenden

Tempo 30 am Kronenplatz: Alte B14 wird umgebaut

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Kreuzung Palmerstraße/Ringstraße: Auf der Mittelinsel werden zwei Bäume hintereinander gepflanzt. Links gibt es eine Radlerspur mit Vorfahrt an der Ampel und mehr. © Habermann / ZVW

Winnenden. Seit neun Jahren ist die alte B14 keine Bundesstraße mehr. Viel weniger Autos als früher fahren jetzt darüber, aber es sind immer noch zu viele. Jetzt, nach neun Jahren, verfolgt die Stadt konkrete Pläne für den Straßenumbau. Sie will mehr Raum für Bäume und Fußgänger schaffen – und weniger für Autos.

Für Autofahrer wird’s enger als bisher. Das Büro Karajan hat auftragsgemäß die Fahrspuren schmaler geplant, auf 2,25 bis 2,5 Meter verringert. Auf der ganzen Strecke von der Rewe-Kreuzung bis zum Kärcher-Bürohaus werden keine Mittelstreifen mehr eingezeichnet. Autofahrer werden selbst schauen müssen, wie sie aneinander vorbeikommen. Andererseits fällt die Tempominderung nicht so streng aus, wie zunächst gedacht. „Was ist mit Tempo 20 am Kronenplatz? Das hatten wir doch damals in Ulm gesehen“, meinte FWV-Stadtrat Hans Ilg in der Gemeinderatssitzung. „Ulm hat Tempo 30“, sagte OB Holzwarth. Also dürfen die Autofahrer auf und beim Kronenplatz künftig Tempo 30 fahren. Sämtliche Ampeln, die bis jetzt stehen, bleiben erhalten, allenfalls werden sie zwischendurch abgeschaltet und sicherlich werden sie anders geschaltet als bisher. Irgendwo im Streckenverlauf planen die Planer Blitzer, damit die geplanten Tempolimits auch eingehalten werden. Am Kronenplatz fährt der Autofahrer über einen beigen und sandfarbigen Asphaltbelag, der ihm signalisiert, dass er vorsichtig sein muss, dass dies keine normale Fahrbahn ist.

Fußgänger bekommen drei Meter breite Gehwege

Für Fußgänger verbessert der Plan die Verhältnisse entschieden. Bis zu drei Meter breite Gehwege werden gebaut. Am Kronenplatz bekommen Fußgänger eine barrierefreie Furt mit Ampel, die von der Marktstraße in die Bahnhofstraße führt. Fußgänger werden vor allem den Straßenraum anders erleben als bisher, denn die Stadt wird Bäume pflanzen lassen. Einige von ihnen werden mitten in der Straße stehen, andere an der Seite – und das gilt für die ganze Strecke von der Rewe-Kreuzung bis zum Kärcher-Bürohaus. FDP-Stadträtin Nicole Steiger sprach schon leicht übertrieben von einer „Allee“.

Radlerspuren sind auf beiden Straßenseiten eingeplant

Auch Radfahrer bekommen klare Verbesserungen. Entlang der Ringstraße und der Waiblinger Straße werden Radlerspuren eingerichtet auf beiden Straßenseiten. Und: Die Radlerspur in der Palmerstraße bei der Bäckerei Weber wird sicherer gemacht. Der Bäcker bekommt einen Anlieferstellplatz, um den der Radweg herumgeführt wird. Die bei Radlern beliebte Abkürzung über den Holzmarkt wird allerdings verlangsamt: Ein Teil der Fläche des Holzmarkts (bei der Traube) wird Fußgängerzone, so dass Autos gar nicht mehr durchfahren können, und Radler bloß noch ganz langsam.

Weniger Verkehrslärm durch Tempolimits, schmale Straßen und Kontrollen

Für Anwohner soll die neue Straße weniger Lärm bringen. Durch Tempolimits, schmalere Straßen und Tempokontrollen müsste sich der Verkehrslärm mindern. Das hält OB Hartmut Holzwarth für sehr wichtig, denn an dieser Strecke ist der Punkt Winnendens, an dem 700 Einwohner mit den höchsten Verkehrslärmwerten belastet werden. Dem möchte die Stadt entgegenwirken. Holzwarth erklärte dies in der Gemeinderatssitzung besonders gegenüber SPD-Stadtrat Andreas Herfurth, den er für eine Zustimmung gewinnen wollte. Herfurth enthielt sich der Stimme, weil er der Stadt die hohen Kosten von mindestens 7,2 Millionen Euro ersparen möchte.

Die staatliche Förderung ist noch nicht geklärt

Wann der Straßenumbau beginnt, ist noch nicht ganz klar. Die Stadt möchte noch einmal mit dem Land über Fördergelder reden. „Der Zeitplan ist von der Förderungs-Zusage abhängig“, erklärte OB Holzwarth. Abgesehen von einer Enthaltung stimmte der ganze Gemeinderat den Straßenumbauplänen und damit auch den zu erwartenden Kosten zu.


Technisches

Unter der Fahrbahn sind teilweise Leitungen der Telekom, der Stadtwerke und einer privaten Datenkabelfirma, die geschont oder neu verlegt werden müssen.

Der Asphalt wird ausgewechselt. Möglicherweise wird Flüsterasphalt eingebaut.

Die alten Straßenlaternen werden ersetzt durch LED-Lampen.

Die Bushaltestelle am Holzmarkt wird aufgegeben. Der Bus hält künftig in beiden Richtungen in der Bahnhofstraße am Kronenplatz.

Gehwege bekommen ein Betonpflaster.