Winnenden

Teure Flaschen, Lieferengpässe und Co: Weingut Siegloch muss improvisieren

Flaschenknappheit
David Siegloch mit Paletten leerer Weinflaschen, die er glücklicherweise noch rechtzeitig bestellt hat. © Gabriel Habermann

Momentan ist David Siegloch viel in den Weinbergen unterwegs. Die Reben müssen in Form gebracht werden, damit die Pflanzen schön wachsen können. Bei den Temperaturen wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis es so richtig losgeht. Parallel hat der 36-jährige Winzer allerdings auch noch andere Baustellen, die er beackert. Stichwort: Preissteigerung. „Wir sind in nahezu jedem Bereich betroffen. Die Lieferengpässe ziehen sich durch alle Branchen“, sagt Siegloch.

Wenn er mit seinem Team in den Weinbergen ackert, Maschinen nutzt, dann schlagen sich die gestiegenen Benzinpreise zu Buche. Wenn er seinen Wein abfüllt, dann sind es die Flaschen, die Probleme bereiten. „Es gibt Weingüter, die im Moment gar keine Flaschen bekommen“, weiß der Winzer.

Preissteigerung von 30 Prozent, was die Flaschen betrifft

Glücklicherweise hat er sich rechtzeitig darum bemüht, kann den vorhandenen Rebsaft noch abfüllen. „Bei den Flaschen reden wir von einer Preissteigerung von 30 Prozent“, erzählt David Siegloch. Die Steigerung sei hauptsächlich auf gestiegene Energiekosten zurückzuführen, es wird eigens ein Energiezuschlag berechnet. „Es war abzusehen, dass die Preise anziehen. Viele haben dann noch mal ihre Lager gefüllt“, sagt der Winzer.

Möglicherweise kommt der gewohnte Tropfen in ungewohnter Flasche

Diese Gemengelage hat dazu geführt, dass Sieglochs etwas improvisieren müssen. Die etwas teureren Weine füllen sie üblicherweise in Flaschen mit einem etwas längerem Hals ab, doch diese waren nicht mehr auf Lager. Deshalb kann es nun passieren, dass Kunden den gewohnten Tropfen in einer eher ungewohnten Flasche erhalten, falls ihnen das überhaupt auffällt.

Eher schon könnten sie bemerken, dass die Verschlüsse anders aussehen. „Die personalisierten Verschlüsse sind nicht lieferbar. Liefertermin war zuerst Februar, bis heute sind sie jedoch nicht gekommen. Deshalb sind wir auf neutrale Verschlüsse umgestiegen“, erklärt Siegloch.

Weiter ziehen sich die Probleme, wenn es um den Versand der Flaschen geht. „Eine Zeit lang war es nicht möglich, Kartonagen zu erhalten. Wir hatten einen Auftrag aus Dänemark. Für den Versand brauche ich bestimmte Kartons. Wir mussten den Kunden mehrmals vertrösten. Das war natürlich sehr ärgerlich“, erinnert sich David Siegloch.

Wein wird teurer - David Siegloch hofft auf Verständnis

Nach längerer Überlegung haben sich die Winzer entschieden, die erhöhten Preise auch an die Kunden weiterzugeben. „Wir haben alles durchgerechnet und versucht, die Anpassungen im Rahmen zu halten. Wir hoffen auf Verständnis“, erzählt der Winzer. In den letzten Jahren sei der Wein im Preis ziemlich stabil gewesen, wahrscheinlich weil der Weinmarkt umkämpft ist. „Jetzt müssen wir gucken, dass wir unsere Kosten decken“, sagt Siegloch. Das gehe allerdings nicht nur ihnen so, sondern der gesamten Branche.

Auszeichnung von Online-Weinguide erhalten

Bei all dem Trubel kommt es David Siegloch gerade recht, dass seine Weine in jüngster Vergangenheit eine Auszeichnung erhalten haben, unter anderem vom Online-Weinguide „Wein Plus“. „Eine von deutschlandweit nur fünf Auszeichnungen in der Kategorie ‘Entdeckungen des Jahres‘ ging an uns. Das ist natürlich eine tolle Bestätigung der Arbeit“, freut er sich. Die Internetseite sei ziemlich gut vernetzt, eine europaweite Plattform, die auch von vielen Händlern genutzt werde. Die ein oder andere Bestellung sei dadurch schon eingegangen. Damit die Sieglochs auch weiterhin fleißig Wein verkaufen können, füllen sie momentan die vorerst letzten Chargen ab, ehe es im Herbst weitergeht. Dann muss David Siegloch wieder Flaschen bestellen.

Momentan ist David Siegloch viel in den Weinbergen unterwegs. Die Reben müssen in Form gebracht werden, damit die Pflanzen schön wachsen können. Bei den Temperaturen wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis es so richtig losgeht. Parallel hat der 36-jährige Winzer allerdings auch noch andere Baustellen, die er beackert. Stichwort: Preissteigerung. „Wir sind in nahezu jedem Bereich betroffen. Die Lieferengpässe ziehen sich durch alle Branchen“, sagt Siegloch.

Wenn er mit seinem Team

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper