Winnenden

Tragetuch: Die Alternative zum Kinderwagen

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Vorne noch bequem einfalten: Isabell Reißing (links) aus Winnenden ist zertifizierte Trageberaterin und zeigt zusammen mit ihrer Freundin Lorena Müller und deren Tochter Lia, wie ein kleines Kind ganz bequem auf dem Rücken getragen werden kann. © Eckstein / ZVW

Winnenden. Manche Mamas mögen ihre Babys nicht in den Kinderwagen legen. Manche Babys möchten definitiv auch nicht in den Wagen gelegt werden. Für diese Fälle gibt es eine Vielzahl von Tragetüchern und -hilfen. Und auch Profis, die zeigen, wie das geht mit dem Gewickel. Damit es ja kein Gewurschtel wird.

Video: So wirds gemacht - Bindeanleitung für das Tragetuch mit Ringen.

So ein Tragetuch ist hübsch, geschickt und – heidenbimbam – ein rechtes Gewurschtel. Lorena Müller zum Beispiel kämpft: Das große Tragetuch, mit dem sie sich ihre Tochter Lia auf den Rücken binden will, sei, sagt sie, „was für Fortgeschrittene“. Isabell Reißing steht hinter ihr, hilft beim Zupfen und Wickeln, guckt gleichzeitig, dass die kleine Lia nicht abrutscht, und erklärt noch, was das Besondere an dieser Wickeltechnik ist. Isabell Reißing nämlich ist: zertifizierte Trageberaterin. Kurz, ein Profi beim Schlingen, Raffen, Ziehen und Falten. Auf dass aus dem Wickeln nie nicht ein Wurschteln wird. Die Rückenbinderei zum Beispiel, sagt sie, sei auf keinen Fall was für die ganz Kleinen. Auf diese Art dürfen die schon größeren Kinder, die ihren Kopf selber halten können, sehr gut huckepack getragen werden. Und weder Mutter noch Baby drückt oder zwickt irgendwas.

Die ganz kleinen Babys gehören auf Bauch und Brust der Mutter

Die ganz kleinen Babys, sagt Isabell Reißing, sind auf Bauch und Brust der Mutter besser aufgehoben. Und zwar mit dem Gesicht der Mutter zugewandt. Also Bauch an Bauch. Das Baby, sagt Isabell Reißing, hat dann einen runden Rücken, die Beinchen in Spreizhaltung, kann die Mama riechen, das Gesicht einkuscheln und somit der Überflutung durch die vielen Geschehnisse ausweichen. Außerdem haben vor allem die Jungs, wenn sie nach vorn gewandt getragen werden, oft einen zu großen Druck auf den Hoden.

Mutter und Kind müssen das Tuch bequem finden

Tragetücher sind in. Der Markt ist riesig. Es gibt alles, in allen Qualitäten, Größen, Formen und Farben. Die Farbe ist das, was eigentlich am unwichtigsten ist. Sie muss einfach nur gefallen. Wichtig ist aber, dass Mutter und Kind mit dem gewählten Tuch oder der gewählten Tragehilfe gut zurechtkommen. Die Mutter muss es bequem finden, das Kind auch. Die Größe muss passen, die Wickeltechnik gelernt sein, die eine mag lieber festgewebte Tücher, die andere lieber elastische. Es gibt Tücher, mit denen Mama und Kind im Schwimmbad planschen können, es gibt Tücher zum Binden und Tücher, die schon fast wie Tragehilfen sind, mit Klick- oder Klettverschluss. Je ausgeformter die Sache ist, desto öfter muss eine neue Größe besorgt werden.

Die Mütter haben die Hände frei

Isabell Reißing, selbst Mutter von drei Kindern, war damals, als sie anfing, über Tragemöglichkeiten nachzudenken, ob der Fülle überwältigt. Und entschied sich prompt auch mal fürs Falsche. Doch sie war vom Tragen begeistert. Schließlich hat Mama die Hände frei, kann was arbeiten, die größeren Kinder an die Hand nehmen, stärkt außerdem ihren Rücken. Und das Baby, sagt Isabell Reißing, fühlt sich einfach wohl.

Geübt wird zunächst mit einer Puppe

Isabell Reißing hat sich zur Trageberaterin ausbilden lassen. Dresdner Trageschule heißt die Institution, die die Zertifikate ausstellt. Bei Isabell Reißing liegen inzwischen Berge verschiedenster Tragetücher und Tragehilfen in allen Materialien und Größen. Wer zu ihr kommt, kann ausprobieren. Sie hilft beim Binden, übt erst mit einer Puppe, dann mit dem Baby. Wer sich nicht sicher ist, kann bei ihr erst mal ausleihen und sich später fürs definitiv richtige Tuch entscheiden.

Info

Die Angebote von Isabell Reißing gibt’s auf www.trageberatung-winnenden.de.

Die zweite Trageberaterin im Rems-Murr-Kreis sitzt in Schorndorf und heißt Ulrike Clemens. Kontakt unter www.tragefee.de