Winnenden

Trotz Corona: Die Stadt Winnenden will an Konzert-Veranstaltungen festhalten

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Das Vogler-Quartett hatte bei seinem jüngsten Auftritt in Winnenden ein erstaunlich großes Publikum. © Agentur

Konzertbesucher müssen sich anpassen: Sind sie nicht geimpft, brauchen sie gleich gar nicht herzukommen, denn sie dürfen sowieso nicht rein. Sind sie geimpft oder genesen, müssen sie das ganze Konzert über Maske tragen und auf Abstand sitzen. Passé ist die lauschige intime Atmosphäre der Kammerkonzerte im Andachtssaal des Schlosses. Die Kammer fürs Konzert ist jetzt die Hermann-Schwab-Halle in all ihrer Nüchternheit und Ausdehnung. Es gäbe viele Gründe, nicht ins Konzert zu gehen. Trotzdem haben am Samstag, 20. November, deutlich über 100 Zuhörer das Vogler-Quartett mit Beethoven, Mendelssohn und Tansman gehört - gerade so viele wie zu normalen Zeiten auch. Es sind widrige Umstände für zartbesaitete Konzerte – aber der Kulturhunger in Winnenden ist groß. Das Publikum kommt zu den wenigen Angeboten und genießt sie allen Einschränkungen zum Trotz.

Wenn die Künstler absagen, kann die Stadt auch nichts machen

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Publikumszuspruch“, sagt die städtische Pressesprecherin Emely Rehberger. Vielleicht gibt dieser gute Besuch der Stadt Rückenwind bei ihrem Ziel, ihre Musik-, Literatur- und Theaterreihen alle aufrechtzuerhalten während dieser vierten Corona-Welle. „Wir wollen nicht, dass die Kultur in Winnenden untergeht“, sagt Rehberger, „prinzipiell halten wir an allen geplanten Veranstaltungen fest und sagen nichts ab, solange die Künstler nicht von sich aus absagen.“ Das ist jetzt bei einem sehr schön geplanten Abend von Wort + Ton passiert. Die Musiker aus Österreich haben von sich aus abgesagt, und damit wurde das Konzert unmöglich.

Eintrittskartenbesitzer bekommen ihr Geld zurück, wenn die Stadt absagt

Wer im Vorverkauf eine Eintrittskarte erworben hat, kann sie behalten und auf einen Ersatztermin warten oder er kann sie zurückbringen zur Vorverkaufsstelle und bekommt das Geld zurück. Abonnements werden zum Saisonschluss abgerechnet und das ausgefallene Konzert wird vom Preis abgezogen. So würde es die Stadt auch bei weiteren Veranstaltungen aus der Kulturreihe machen, wenn die ausfielen.

Nicht in allen Fällen kann man gekaufte Tickets zurückgeben

Aber was macht die Stadt, wenn ein Eintrittskartenbesitzer Muffe kriegt, wenn er angesichts vieler Corona-Meldungen lieber doch nicht ins Konzert möchte. Kriegt er Geld zurück, wenn er seine Karte zurückgibt? Nein – so weit geht die Kulanz der Stadt dann doch nicht. „Aufgrund der bereits über längere Zeit andauernden pandemischen Lage, hofft die Stadt Winnenden, dass die Besucherinnen und Besucher bereits vor dem Kartenkauf abwägen können, ob sie teilnehmen möchten“, sagt die städtische Pressesprecherin. Karten können aber an Dritte weitergegeben werden.

Nach diesen Prinzipien will die Stadt ihre Kulturreihe weiterführen, wenn keine neuen Corona-Verordnungen dem im Wege stehen. Die nächste Veranstaltung in der Hermann-Schwab-Halle ist die Komödie „3 Männer und 1 Baby“ am 8. Dezember. Am 17. Dezember folgt eine besondere Lesung: Der bekannte Schauspieler Dominik Raacke liest und spricht über Oscar Wilde.

Geimpfte Maskenträger brauchen auch noch einen Testnachweis

Schon jetzt steht fest, dass diese Abende dem Publikum noch mehr Anpassung abverlangen als die bisherigen. Seit Mittwoch, 24. November, gilt für Kulturveranstaltungen 2G plus, das heißt: Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen frischen negativen Testnachweis mitbringen. Das könnte manchem zu viel werden. Aber so schlimm ist es gar nicht. Meldet sich heute einer online über die Homepage der Stadt beim Schnelltestcenter auf morgen 9.20 Uhr an, dann kann er hingehen, darf an der Warteschlange vorbei ganz nach vorne, dort an die Tür klopfen. Er kommt sehr schnell dran und ist nach zwei Minuten fertig. Das Testergebnis bekommt er nach 20 Minuten auf sein Handy und kann es bei der Eintrittskontrolle vorzeigen. Wer richtigen Kulturhunger verspürt, der macht das.

Im nächsten Jahr startet die Saison mit dem Neujahrsempfang

Wie es im nächsten Jahr weitergeht, weiß man nicht. Als Erstes steht der Neujahrsempfang an, der im nächsten Jahr auf 15. Januar angesetzt ist. Wird er wieder nur online abgehalten wie im letzten Jahr? Oder dürfen sich dann tatsächlich viele in der Hermann-Schwab-Halle treffen? Möglicherweise wird dies erst Anfang Januar entschieden.

Konzertbesucher müssen sich anpassen: Sind sie nicht geimpft, brauchen sie gleich gar nicht herzukommen, denn sie dürfen sowieso nicht rein. Sind sie geimpft oder genesen, müssen sie das ganze Konzert über Maske tragen und auf Abstand sitzen. Passé ist die lauschige intime Atmosphäre der Kammerkonzerte im Andachtssaal des Schlosses. Die Kammer fürs Konzert ist jetzt die Hermann-Schwab-Halle in all ihrer Nüchternheit und Ausdehnung. Es gäbe viele Gründe, nicht ins Konzert zu gehen. Trotzdem

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