Winnenden

Trotz Einschränkungen ab Montag sagt der Winnender Stadtmarketingchef: „Spontanes Einkaufen weiter möglich“

Einkauf
Anita Stanojlovic ist die Filialleiterin des „Brothers“: Mit den Zugangskärtchen stellt das Modegeschäft an der Marktstraße sicher, dass am Samstag höchstens 16 Kunden im Laden sind, ab Montag dann nur noch höchstens vier Kunden gleichzeitig. © ALEXANDRA PALMIZI

Zwei Wochen währte die neue Freiheit, dass alle Einzelhandelsgeschäfte wie gewohnt öffnen dürfen, sie lediglich darauf achten müssen, dass sich nicht zu viele Kunden im Geschäft drängen. Zehn Quadratmeter pro Kunde sollten es sein, und da machte sogar der Drogeriemarkt mit, indem er Einkaufskörbe an die einzige Eingangstür stellte und darum bat, draußen zu warten, sollte kein Korb mehr da sein. Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist nun aber auf über 50 gestiegen, es gelten ab Montag für bestimmte Sparten andere Reglen, "Click and Meet“. Das heißt aber eben nicht, so Stadtmarketing-Geschäftsführer Timm Hettich, dass der Einzelhandel ganz schließen muss. „Für die Händler und Kunden ändert sich eigentlich fast gar nichts, sie können sogar nach wie vor spontan zum Einkaufen in die Innenstadt kommen.“

Welche Regeln sind ab Montag neu?

Neu ist, dass sich nun weniger Kunden gleichzeitig in bestimmten Läden aufhalten dürfen, zum Beispiel in Bekleidungsgeschäften. Nun sollen jedem 40 Quadratmeter eingeräumt werden. Das bedeutet also, dass nur noch ein Viertel der bisherigen Kundschaft auf einmal hereindarf, die anderen müssen im Freien warten. „Ich habe heute mit ,Fischer am Tor’ telefoniert, sie haben an der Marktstraße 300 Quadratmeter auf zwei Ebenen und dürften ab Montag immer noch sieben bis acht Kunden gleichzeitig einlassen“, berichtet Timm Hettich am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung. Das komme nicht einmal in normalen Einkaufszeiten oft vor.

Hettich kann sich nicht vorstellen, dass es vor all den Fachgeschäften in der Winnender Innenstadt zu langen Warteschlangen komme. „Das Einkaufsverhalten insgesamt ist sowieso noch gedämpft“, seufzt Timm Hettich. Er würde es allen Händlern so sehr wünschen, dass sie ihre Winterwaren in der sich noch mal zurückmeldenden Kälte absetzen können, auch wenn die Kunden erfahrungsgemäß im Frühjahr auf Frühjahrsmode scharf sind. Dass überhaupt jemand kommt, ist jedoch das Wichtigste. „Wer nicht mehr liquide ist, wird ja Probleme bekommen, sich neue Ware zu beschaffen“, so Hettich.

Die zweite neue Regel ist, dass die Kunden beim Betreten des Geschäfts ihre Kontaktdaten hinterlassen müssen. „Das kommt ja nicht ganz überraschend, die Händler sind darauf gut eingestellt“, glaubt Timm Hettich. „Die meisten werden die Daten wohl in Listen eintragen, um gleich elektronische Systeme dafür anzuschaffen, hat wohl kaum einer gerade Geld übrig“, vermutet er.

Gibt es Ausnahmen, oder müssen alle die Kunden zählen und erfassen?

Schon im Winter-Lockdown stellte sich heraus, dass Bürofachgeschäfte ebenfalls Waren des täglichen Bedarfs vertreiben, sie mussten gar nicht schließen. Wieder öffnen durften früher als andere am 1. März Gärtnereien, Blumenläden, Baumschulen und Gartencenter. Kurz danach waren auch die Buchläden an der Reihe, sie sind nun als systemrelevant eingestuft. Und inzwischen sind auch die Bau- und Raiffeisenmärkte komplett offen. Für sie gilt weiter die Regel zehn Quadratmeter pro Kunde, Osiander in Winnenden zum Beispiel steuert das schon jetzt mit Körben, die jeder beim Einlass an den Arm hängt. Ist kein von den Buchhändlern frisch desinfizierter Korb mehr übrig, muss man draußen warten. 

Was heißt eigentlich „wie gewohnt geöffnet“ derzeit?

Natürlich betreffen die Hygieneauflagen alle und gelten weiter: Die Kunden tragen medizinische Masken, sie desinfizieren sich beim Betreten des Ladens die Hände und halten mindestens 1,5 Meter Abstand zum Personal und zu anderen Kunden. Besuche und auch Kontrollen haben ergeben, dass die Einzelhändler „alles vorbildlich umgesetzt haben“, wie Timm Hettich sagt.

Kann ich auch einen persönlichen Einkaufstermin buchen?

Es gibt vielleicht auch Kunden, die gezielt kommen, etwas Bestimmtes in Ruhe und sicher vor Ansteckung aussuchen und vorher nicht warten wollen. Einige Fachgeschäfte werden es daher ermöglichen und bestimmte, vorher telefonisch oder per Mail erfragte Zeiten für Kunden reservieren. Die Parfümerie Schuback wirbt dafür in ihrem Schaufenster, dort kann man einen QR-Code abscannen mit dem Handy und sich einen Termin buchen.

Egal, ob man mit vorher vereinbartem Termin oder spontan erhaltenem Termin einkauft, „es wird ein besonderes, ein privates Shopping-Gefühl“ werden, kann Timm Hettich dem Ganzen doch noch etwas Positives abgewinnen. Und wenn es der Umstand ist, dass dadurch wieder so viele wie nur möglich negativ bleiben, coronanegativ.

Zwei Wochen währte die neue Freiheit, dass alle Einzelhandelsgeschäfte wie gewohnt öffnen dürfen, sie lediglich darauf achten müssen, dass sich nicht zu viele Kunden im Geschäft drängen. Zehn Quadratmeter pro Kunde sollten es sein, und da machte sogar der Drogeriemarkt mit, indem er Einkaufskörbe an die einzige Eingangstür stellte und darum bat, draußen zu warten, sollte kein Korb mehr da sein. Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist nun aber auf über 50 gestiegen, es gelten ab Montag für

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