Winnenden

Unsicherer Ausstieg für Grundschüler: Bushaltestelle in Bürg wird ausgebaut

Haltestelle Baacher Straße
Diese Bushaltestellen wird die Stadt ausbauen, in der Straßenmitte soll eine Fußgängerfurt das Queren sicherer machen. Im Hintergrund rechts ist die Grundschule Höfen zu sehen. © Gabriel Habermann

In der Nähe der Grundschule Höfen gibt es zwei Bushaltestellen. Eine an der Ebniseestraße („Gemeindehalle“) mit Zebrastreifen und Fußgängerfurt in der Straßenmitte für die Querung doppelt gesichert, kleine Wartehäuschen schützen die Leute vor Regen. Und es gibt, etwas mehr als 100 Meter entfernt, eine an der Baacher Hauptstraße („Baacher Straße“) seitlich vom Kunstrasenplatz der Sportfreunde. Außer Straßenlaternen auf der Sportgeländeseite gibt’s hier nichts, nur die Wartefläche ist asphaltiert. Das ändert die Stadt nun, sie baut auch die zweite Haltestelle aus.

Oßwald-Parlow: Schildbürgerstreich?

Ist das nicht ein Schildbürgerstreich, wie Stadtrat Martin Oßwald-Parlow (ALi) mutmaßte? Das für den Busverkehr zuständige Ordnungsamt findet nicht, die Eltern der Grundschulkinder, die mit der Buslinie 337 von Bürg her kommen, auch nicht. Seit Dannenmann die Linie übernommen hat, müssen die Grundschulkinder nämlich an der provisorisch wirkenden Haltestelle aus- und einsteigen. Würde der Bus noch links abbiegen bis zur ausgebauten Haltestelle und sie dort aussteigen lassen, müsste er eine längere Wendeschleife fahren, durch die Zusatzkilometer entstünden und mehr Sprit verbraucht würde und dies der Landkreis dem Busunternehmen nicht erstattet. Außerdem wird es mit dem dreiminütigen Zeitverlust durch die Wendefahrt schwer bis unmöglich, den Fahrplantakt einzuhalten. Die 337 fährt nach Winnenden zum Bahnhof und in der anderen Richtung bis Oppelsbohm, wo sie sich durch den sogenannten „Ringschluss“ in die 336 verwandelt und wiederum den Bahnhof Winnenden ansteuert. Sie muss pünktlich sein, sonst klappt die verlässliche Anbindung nicht.

Der Umbau kostet etwa 40 000 Euro

Die Eltern der Grundschulkinder aus Bürg mussten das akzeptieren, haben sich aber über die schlechte Ausstiegshaltestelle beschwert. Die Stadt will nun „zeitnah“ etwas ändern, legt den Umbauentwurf vor und stellt 40 500 Euro (Kostenschätzung) dafür in den Haushalt ein.

Peter Bulling vom Stadtbauamt zeigte den Gemeinderäten im Technischen Ausschuss den Plan: Zwar reiche eine „Minimalvariante nach Empfehlung des Verkehrsverbunds Stuttgart“ mit einem stark verkürzten Einstieg, weil hier nicht viele Fahrgäste ein- und aussteigen. Gleichwohl sollen die Halte mit einem 18 cm hohen Bord barrierefrei ausgebaut werden, wodurch die Stadt einen Zuschuss vom Land bekommt.

Auf der „Wiesenseite“ muss die Stadt noch ein Stück Gehweg anlegen. Dazu wird der bestehende Entwässerungsgraben etwas in die Böschung verschoben, was laut Peter Bulling vom Bauamt kein großes Problem darstellt, da die Fläche der Stadt gehört.

Dangel: Wäre Zebrastreifen besser?

Nur eine Wartehalle wird gebaut, auf der Sportplatzseite, falls nach Schulschluss nicht gleich ein Bus kommt. Und in der Mitte der Straße baut die Stadt eine Fußgängerfurt als Querungshilfe. Stadträtin Rahel Dangel (ALi) hakte nach, ob denn nicht ein Zebrastreifen besser wäre. Peter Bulling verwies jedoch auf eine neue Ampel, die auf der Kreisstraße entsteht, und dass auch die Polizei eine Furt für die bessere Alternative halte. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth bestätigte das, er sagte, ein Zebrastreifen biete eigentlich nur eine „Scheinsicherheit“: „Fußgänger sind scheinbar berechtigt, aber in Wahrheit gefährdet.“ Nutzen sie jedoch die Furt, können sie von sicherer Warte aus jeweils eine Richtung überblicken und müssen nicht zwei Fahrspuren auf einmal überqueren.

Die Kinder gehen dann zur zweiten Querung bei der Bushaltestelle „Gemeindehalle“, wo sie die Ebniseestraße ebenfalls sicher mit Hilfe der Mittelinsel queren.

Der Bushaltestellenentwurf wurde von den Ausschussmitgliedern bei zwei Enthaltungen einstimmig akzeptiert.

In der Nähe der Grundschule Höfen gibt es zwei Bushaltestellen. Eine an der Ebniseestraße („Gemeindehalle“) mit Zebrastreifen und Fußgängerfurt in der Straßenmitte für die Querung doppelt gesichert, kleine Wartehäuschen schützen die Leute vor Regen. Und es gibt, etwas mehr als 100 Meter entfernt, eine an der Baacher Hauptstraße („Baacher Straße“) seitlich vom Kunstrasenplatz der Sportfreunde. Außer Straßenlaternen auf der Sportgeländeseite gibt’s hier nichts, nur die Wartefläche ist

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