Winnenden

Verdeckte Ermittler im Asylheim: Nächster Kleindealer aus Winnenden vor Gericht

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Cannabis gilt als weiche Droge – und könnte ihn naher Zukunft legal erhältlich sein. © Pixabay

Insgesamt sechs verdeckte Ermittler des Landeskriminalamtes waren im Herbst des vergangenen Jahres über drei Monate hinweg in Winnenden im Einsatz, um etwas Licht ins Dunkel der Drogengeschäfte am Asylbewerberwohnheim in der Albertviller Straße zu bringen. Dies führte zu mehreren Festnahmen von Kleindealern und insgesamt acht Ermittlungsverfahren, die teilweise bereits in Gefängnisstrafen mündeten (zum Beispiel in diesem Fall oder in diesem Fall und auch in diesem Fall). Jetzt musste sich ein 23-jähriger Syrer am Amtsgericht Waiblingen verantworten, der ebenfalls einem Beamten auf den Leim gegangen war. 

Eine Bewährungsstrafe und 40 Stunden gemeinnützige Arbeit

Sechs Monate Freiheitsentzug wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in drei Fällen lautete das Urteil gegen den jungen Mann, der mit seiner Verteidigerin, Rechtsanwältin Franziska Rückert, vor Richter Fabian Lindner stand. Die Freiheitsstrafe gegen den jungen Mann wird auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Er wird der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt und hat 40 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten.

Der Angeklagte selbst verweigerte im Gerichtssaal die Aussage zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Er ließ aber über seine Verteidigerin erklären, dass ihn am 20. August einer der Ermittler in der Unterkunft angesprochen und gefragt hatte, ob er Marihuana zu verkaufen habe. Ihr Mandant, so Rechtsanwältin Rückert, habe selbst kein Marihuana besessen, aber gewusst, dass mehrere Bewohner in der Unterkunft mit der Droge handeln würden.

Da er selbst irgendwie dazugehören wollte, habe er sich auf den Weg gemacht, mehrere dieser Personen angesprochen und nach Ware und dem aktuellen Preis gefragt. Auf diese Art und Weise sei es ihm gelungen, 3,5 Gramm Marihuana zu bekommen, die er für 40 Euro an den Ermittler verkaufte. Das Geld habe er sofort vollständig an den Besitzer des Marihuanas weitergegeben, für ihn selbst sei eine kleine Knolle für den eigenen Konsum abgefallen.

Ermittler bestellt per Mobiltelefon

Da er dem Ermittler für zukünftige Geschäfte seine Mobiltelefonnummer gegeben hatte, wandte sich dieser am 6. Oktober und 13. November erneut an ihn und kaufte wieder drei und dreieinhalb Gramm Marihuana, jeweils wieder für 40 Euro. Auch bei diesen beiden Transaktionen habe er lediglich die Drogen weitergegeben und das Geld entgegengenommen, behauptet der Angeklagte in seiner Erklärung.

Als ihn der Ermittler nach Ecstasypillen und nach einer Lieferung von 100 Gramm Marihuana fragte, ergänzte der Beamte der Kriminalpolizei, der den Fall bearbeitete, habe der Angeklagte erklärt, er könne beides beschaffen. Zu einem konkreten Abschluss sei es dann aber nicht gekommen, weil dafür Vorauszahlung notwendig gewesen wäre.

Polizeirazzia kurz vor Weihnachten

Bei der Polizeirazzia am 21. Dezember in der Asylbewerberunterkunft wurden bei dem Angeklagten dann 0,4 Gramm Marihuana gefunden, woraufhin er verhaftet und für einen Monat in Untersuchungshaft genommen wurde. Danach wurde er gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 2000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt.

Dem Angeklagten, begründete Richter Lindner sein Urteil, habe man zwar nicht nachweisen können, dass er gewerbsmäßig mit der Droge gehandelt habe, also in der Absicht, sich durch wiederholte Tatbegehung eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle von einigem Umfang und einiger Dauer zu verschaffen.

Dagegen spreche die geringe Menge Marihuana und die bescheidene Summe von dreimal vierzig Euro. Ihm müsse zugutegehalten werden, dass es sich bei Marihuana um eine weiche Droge handle, dass er sich geständig gezeigt habe, auch dass er die Geschäfte mit einem verdeckten Ermittler abgewickelt habe, wodurch die Drogen nicht in den Verkehr gekommen seien. Die erlittene Untersuchungshaft stelle ein einschneidendes Erlebnis für ihn dar, da er als Asylbewerber besonders haftempfindlich sei.

Zu seinem Nachteil gereiche, dass er bereits zwei Einträge ins Bundeszentralregister vorzuweisen habe, einen davon wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln. Als abgelehnter Asylbewerber verfügt der Angeklagte nach eigenen Angaben über keine Aufenthaltserlaubnis. Da ihm in Syrien allerdings der Einzug zum Wehrdienst drohe, klärte der dem Angeklagten zur Verfügung gestellte Dolmetscher das Gericht auf, genieße er wie alle seine Landsleute subsidiären Schutz und könne aus Deutschland nicht abgeschoben werden.

Er wohnt mit seiner Familie im Heim

Da er im Asylbewerberheim zusammen mit seiner Familie wohne und ab September seinen Hauptschulabschluss erwerben möchte, verfüge er über ein ausreichend gefestigtes soziales Umfeld, so Richter Lindner, das eine „positive Legalprognose“ und damit eine Bewährungsstrafe rechtfertige.

Der nach wie vor bestehende Haftbefehl ist aufgehoben, die Kaution freigegeben.

Insgesamt sechs verdeckte Ermittler des Landeskriminalamtes waren im Herbst des vergangenen Jahres über drei Monate hinweg in Winnenden im Einsatz, um etwas Licht ins Dunkel der Drogengeschäfte am Asylbewerberwohnheim in der Albertviller Straße zu bringen. Dies führte zu mehreren Festnahmen von Kleindealern und insgesamt acht Ermittlungsverfahren, die teilweise bereits in Gefängnisstrafen mündeten (zum Beispiel in diesem Fall oder in diesem Fall und auch in diesem Fall). Jetzt musste sich

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