Winnenden

Verkaufsoffener Sonntag 2021: Wie die Winnender Marketingleute das Beste aus der derzeitigen Lage gemacht haben

Winnendengruent
Kreative Köpfe vom Stadtmarketing haben beim Wonnetag 2021 den Spagat zwischen Infektionsschutz und Belebung der Innenstadt geschafft. Symbolfoto. © Gaby Schneider

Wer hätte das gedacht: Winnenden hat mit einem verkaufsoffenen Sonntag mit großem Gartenmarkt viele Leute glücklich gemacht. Die Innenstadtflaneure genossen am 4. Juli die Aktivität nach dem langen Lockdown, das Leben auf der Straße und in den Cafés. Dass sie zufällig wieder andere Menschen treffen. Manche lobten den Mut der Veranstalter – immerhin war Winnenden kreisweit, wahrscheinlich sogar landesweit die erste Stadt, die dieses Jahr so etwas angeboten hat.

Doch Mut allein, Augen zu und durch, wird schon schief gehen, diese Haltung war keineswegs die Leitidee der kreativen Köpfe vom Verein Attraktives Winnenden. Geschäftsführer Timm Hettich, in Personalunion Wirtschaftsförderer bei der Stadt Winnenden, hat zusammen mit Ann Kristin Fischer mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl geplant. Das ging schon mit dem Ausweichtermin los: so spät wie möglich (um dann eine niedrige Inzidenz und größtmöglich gelockerte Begleitumstände zu haben), aber auch noch vier Wochen vor Beginn der Sommerferien und somit nutzbringend und in gewissem Sinne nachhallend für die Händlerschaft.

Manche hatten Umsätze fast wie vor der Pandemie, oder zumindest starke

Durch die Pandemie gebührt den Einzelhändlern, die Winnenden unverwechselbar machen, besondere Beachtung. Hier dominieren nicht die Filialen internationaler Konzerne, sie sind, wenn überhaupt vorhanden, wenige unter vielen individuell geführten Geschäften. Diese konnten sich nun dem Publikum präsentieren. Schon am Vormittag füllten sich die Geschäfte, ohne Gedränge, aber doch so belebt wie lange nicht gesehen. Diese Aufmerksamkeit machte sich auch in den Kassen bemerkbar: „Uns haben viele Mails erreicht“, schreibt Hettich auf Nachfrage unserer Zeitung. Manche, nicht alle, hatten erstaunlicherweise die Umsätze wie an normalen Wonnetagen (im Mai), wenn das kein Hoffnungsschimmer ist. „Es war ein verkaufsstarker Tag, der fast alle Einzelhändler und Gastronomen zufriedengestellt hat“, resümiert Hettich.

Das Marketing-Team lässt sich sportlich und biegsam auf alle neuen Herausforderungen ein

Und das, obwohl der Marketingverein den Infektionsschutz beachtet und deshalb weder zusätzliche Essensstände noch eine Bühne mit Programm geboten hat. Genau das brauchte es in normalen Zeiten, um noch mehr Leute in die Stadt zu locken, aber auch mit ihrem Hunger und Durst fertig zu werden. Nun fehlten sie, es gab keine Drucketse, dafür Muße, auch mal einzukehren oder länger in einem Laden zu verweilen. Natürlich kommt ein Quäntchen Glück auch noch dazu, das mit dem Wetter: Ein lauwarmer Sommertag, Regen erst gegen 16 Uhr, „besser geht es nicht“, so Timm Hettich. Er spricht von einem gelungenen „Spagat zwischen Infektionsschutz und Belebung der Innenstadt“. Dass dieses Team sportlich, biegsam und kreativ im Kopf bleibt, und dass die Händler begeistert bis dankbar mitziehen, ist jedoch mehr als Glück und Zufall. Nur damit kann die bunte kleinstädtische Einkaufswelt fortbestehen. Die wunderschönen mobilen Rosenbeete, die die Stadt kurzfristig aufgestellt hat, sind so ein neu erfundener Baustein. Der 14-tägliche lange Einkaufs-Dienstag mit Ausbaupotenzial ein anderer – am 13. Juli ist der nächste, mit mehr Ess-Ständen und Foodtrucks als bisher und mit deutlich mehr Straßenmusikern. In der Stadt gibt es wenig Leerstände, drei neue innovative Geschäfte stehen mit Fördergeld der Stadt in den Startlöchern, um die Vielfalt weiter zu gestalten. Winnenden hat Glück, dass das Marketing- und Wirtschaftsförderteam bereit ist, sein Denken und seine Aufgaben an die sich wandelnden Zeiten anzupassen.

Wer hätte das gedacht: Winnenden hat mit einem verkaufsoffenen Sonntag mit großem Gartenmarkt viele Leute glücklich gemacht. Die Innenstadtflaneure genossen am 4. Juli die Aktivität nach dem langen Lockdown, das Leben auf der Straße und in den Cafés. Dass sie zufällig wieder andere Menschen treffen. Manche lobten den Mut der Veranstalter – immerhin war Winnenden kreisweit, wahrscheinlich sogar landesweit die erste Stadt, die dieses Jahr so etwas angeboten hat.

Doch Mut allein, Augen

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