Winnenden

Von Winnenden zur Flutkatastrophe ins Ahrtal: Malteser evakuieren Pflegeheimbewohner

Malteser
Sven Woicke und Samuel Busch waren mit ihrem Malteser-Notfalltransportwagen nach dem Einsatz im Ahrtal in der Waschanlage. © Malteser

Zwei Mitglieder des Malteser-Hilfsdienstes Rems-Murr, Samuel Busch aus Fellbach und sein Kollege aus Alfdorf, sind am Donnerstag mit 99 weiteren Notfalltransportwagen aus Baden-Württemberg ins Gebiet der Flutkatastrophe im Ahrtal gefahren, um der Bevölkerung zu helfen. In Ahrweiler erhielten sie gegen 2 Uhr nachts ihre Aufträge.

„Wir haben die Bewohner eines Alten- und Pflegeheims in ein Krankenhaus gebracht“, berichtet Samuel Busch auf Nachfrage unserer Zeitung. Mitten in der Nacht war der Zugang zu dem Pflegeheim in der Ortschaft Heimersheim schon nicht mehr möglich, aber die Bewohner waren zuvor bereits von anderen Helfern in die Sporthalle einer Grundschule evakuiert worden. Nur konnten sie dort aufgrund fehlender medizinischer Versorgung nicht länger bleiben. Unter ihnen waren auch demente Personen und Menschen im Rollstuhl. Bis 9.30 Uhr arbeiteten die Malteser, dann waren die 40 Bewohner in Sicherheit, und zwar in einem Krankenhaus, das eigentlich noch geschlossen war, weil es kürzlich umgebaut wurde.

„Es stimmt einen traurig, dass so vielen Menschen die Existenz genommen wurde“

Nach 22 Stunden, als der Malteser-Krankenwagen getankt und geputzt wieder in der Garage in Hanweiler stand, war ihr Einsatz zu Ende. Der 25-Jährige berichtet, dass sie im Katastrophengebiet vorsichtig gefahren seien, weil Autos quer über der Straße lagen und man im Wasser offene Gullydeckel und Schutt nicht sehen konnte.

Für sie ging alles gut, in einer akuten Gefahr haben sich Samuel Busch und sein Kollege nicht befunden. „In so einem enormen Ausmaß habe ich so etwas noch nie gesehen“, sagt der 25-Jährige. „Es sind ja nicht nur Flüsse und Bäche über die Ufer getreten, es sind einfach auch Wassermassen vom Regen, die durch die Straßen fließen.“ Das Eigentum der Menschen treibt darin herum oder wird beim Ausräumen der überfluteten Keller und Wohngeschosse als Sperrmüll herausgestellt. „In der Nacht haben wir nur kleine Ausschnitte erkennen können, eben das, was die Scheinwerfer unseres Autos erfasst haben.“ Die Straßenbeleuchtung und die Lichter in den Häusern waren ausgefallen, außer den Rettungskräften fuhr nur die Polizei umher und versuchte, Plünderungen zu verhindern. „Es stimmt einen traurig, dass so vielen Menschen die Existenz genommen wurde“, sagt Samuel Busch. Wie die Menschen in der kleinen Turnhalle auf Fensterbänke, auf dem Boden oder drei zusammengestellten Stühlen schliefen, das Bild wird er noch eine Weile vor Augen haben.

Zwei Mitglieder des Malteser-Hilfsdienstes Rems-Murr, Samuel Busch aus Fellbach und sein Kollege aus Alfdorf, sind am Donnerstag mit 99 weiteren Notfalltransportwagen aus Baden-Württemberg ins Gebiet der Flutkatastrophe im Ahrtal gefahren, um der Bevölkerung zu helfen. In Ahrweiler erhielten sie gegen 2 Uhr nachts ihre Aufträge.

„Wir haben die Bewohner eines Alten- und Pflegeheims in ein Krankenhaus gebracht“, berichtet Samuel Busch auf Nachfrage unserer Zeitung. Mitten in der Nacht

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