Winnenden

Vorschau auf den Citytreff

Orientalische Töne im Citytreff_0
Jonathan Tropea, Hansjörg Neumann, Manuela Voith und Andreas Hein auf dem Domingo-Platz: Hier wird der Citytreff international. © Palmizi / ZVW

Winnenden. Jeder Citytreff ist ein bisschen anders. Der nächste, der am Freitagabend eröffnet wird, hat einen Hauch von Arabien, Afrika und Spanien, aber nur an einem Ort, dem Santo-Domingo-de-la Calzada-Platz. Musik, die mit Migranten nach Deutschland kam, wird dort gespielt. Und: Die seit 25 Jahren bestehende Verbindung zu Santo Domingo wird auch diesem Platz gefeiert.

Hier gehts zum Programm.

Ansonsten findet jeder seine alten Citytreffgewohnheiten wieder. Den Fassanstich am Freitag um 18.30 Ihr auf dem Marktplatz wird ein Trio zelebrieren: Das Winnender Mädle Celine Traub, der Bürgermeister von Santo Domingo, Agustín García Metola und Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Das Fest nimmt dann seinen gewohnten Lauf in dem seit drei Jahren festgelegten Festgelände.

Der Oud-Spieler und Sänger Nour Darwisch tritt auf

Neu wird in diesem Jahr vor allem das Geschehen auf dem Domingoplatz zwischen Volksbank und Radhaus. Schon der Name des Platzes sagt es: Hier muss die Partnerschaft mit Santo Domingo gefeiert werden. Eine vierköpfige Delegation wird zum Citytreff kommen.

Musiker sind nicht angemeldet, aber die Winnender Volkshochschule hat einen Beitrag zu Spanien: Ihre Tanzgruppe Pro Flamenco tritt auf. Ansonsten wird orientalische Musik zu hören sein, die großen Einfluss auf den spanischen Flamenco hatte, und sich in arabischen Ländern im Original erhalten hat mit den traditionellen Instrumenten wie dem Oud, einer ursprünglichen Form der Laute, von manchen auch als Vorläufer der Gitarre bezeichnet.

Jonathan Tropea vom Kulturamt der Stadt hat die Sema-Band aufgetrieben, arabische Musiker, Flüchtlinge, die sich im Waiblinger Schwanen zusammengefunden haben, und die am Freitag von 19 bis 20 Uhr spielen werden. Nach ihnen wird der im Stuttgarter Raum bekannte Oudspieler und Sänger Nour Darwisch auftreten, der über die Winnender Stabstelle für Integration vermittelt wurde.

Das „Highlight“ der internationalen Musik auf dem Domingoplatz soll die Gruppe Nordakas aus Heidelberg werden. Die Band besteht im Kern aus drei Migranten, die immer wieder neue Musiker hinzuziehen und darunter müssen immer Flüchtlinge sein, die erst seit 2015 in Deutschland sind. Die Winnender Integrationsmanagerin Sabine Mamedov hat die Band während ihrer Arbeit in Heidelberg kennengelernt. Die in Winnenden bekannten afrikanischen Trommler „Sound of Gambia“ schlagen am Sonntag ab 18 Uhr auf ihre Trommeln.

Spielstraße wird betreut von einer integrativen Fußballmannschaft

International wird so ein Festplatz nur, wenn auch die einheimischen Musiker dabei sind: Stacapo, die Band der Stadtkapelle, spielt am Samstag von 18 bis 19 Uhr auf dem Domingoplatz. Das Essen auf dem Platz ist orientalisch gewürzt: Es gibt mal syrische, persische oder gambische Küche.

Kindern ist eine spielerische Begegnung mit Flüchtlingen möglich, denn: Der SV United Welcome, die integrative und inklusive Fußballmannschaft von Winnenden, baut eine Spielstraße mit Dosenwerfen, Torwandschießen, Slackline und Balance-Übungen auf und betreut sie. Während des ganzen Fests werden Integrationsleute des Rathauses auf dem Platz anzutreffen sein.

Weine aus Winnenden, Rioja und Albertville

Das Sekt- und Weinangebot ist auf diesem Platz international: Winnenden ist mit der Remstalkellerei vertreten, dann gibt’s Rioja aus der Nähe von Santo Domingo und französischen Wein aus der Region der Partnerstadt Albertville. Das Bier allerdings, kommt nur aus einer Quelle: Dinkelacker.

Der Kronenplatz als Eingangsmagnet

„Es hat sich bewährt, dass man am Eingang zum Citytreff, am Kronenplatz, einen Magneten geschaffen hat“, sagt Kulturamtsleiter Andreas Hein.

Seit drei Jahren hat das Winnender Stadtfest eine andere Form. Der Kronenplatz gehört seither zum Festgelände, und er bewirkt, dass sich die Festbesucher auf eine größere Fläche aufteilen, dass das Gedränge insgesamt etwas gelockert wird.

Federführend bei der Festreform vor drei Jahren war Hansjörg Neumann, der heute besonders stolz darauf ist, dass die Untere Marktstraße seit drei Jahren belebt ist durch das neue Konzept, weil sie eben die Passage ist zwischen Kronenplatz und Marktplatz und weil sie andererseits eine Art Schlemmergasse geworden ist.

„Alle fest ansässigen Gastronomen machen mit und bieten den Gästen des Citytreffs Essen und Trinken“, sagt Neumann. Dazu kommen noch einige Stände. Das hat die Untere Marktstraße aufgewertet gegenüber dem früher dort etablierten Krämermarkt, der schwach besucht war.

„Once on Earth“ auf dem Marktplatz

Hein und Neumann haben vor drei Jahren das Gesamtmotto „Für jeden ebbes“ und die Sektionsüberschriften „A bissle schlotza“, „a bissle hocka und schwätza“ erfunden, die dem Fest eine schwäbisch-gemütliche Lockerheit geben. Hocken und Schwätzen wird man auch in diesem Jahr wie seit eh und je auf dem Marktplatz können.

Dort gibt’s Blasmusik von der Stadtkapelle, vom Musikverein Schwaikheim und anderen. Aber diesmal mischen sich die Stile. „Once on Earth“, eine erfolgreiche Winnender Newcomerband kommt auf diese Bühne ebenso und die im letzten Jahr ganz stark angekommene Metrum-Bigband ist dabei.

Winnender Bands in großer Zahl, und darunter viele junge Ensembles, sind auf dem Citytreff vertreten. Wie Hansjörg Neumann sagt, hat Robin Stecher die Kontakte zu den Bands hergestellt. Was die städtischen Festlesmacher in den letzten Jahren beobachtet haben: Die Tanzwut ist doch virulent im Winnender Publikum.

Ihr soll freier Lauf gelassen werden, zunächst einmal an der Wallstraße, wo sie schon immer ihren Platz hatte. Dann auch am Kronenplatz, und in diesem Jahr zusätzlich noch auf dem Adlerplatz, wo die Samba-Tanzgruppe aus der Winnender Diskothek Samba mitmischen wird.


Das Programm:

Freitag, 20. Juli, auf dem Marktplatz: 18.30 Uhr, Fassanstich mit Bürgermeister Agustin Garcia Metola aus Santo Domingo de la Calzada. 18.30 Uhr: Stadtkapelle Winnenden. 21 Uhr: Musikverein Schwaikheim.

Freitag an der Wallstraße: 20.30 bis 0.30 Uhr The Nightlive-Band.

Kronenplatz: 18.30 Uhr: Warm-up zur Party. 20 bis 0.30 Uhr: SWR3-Elchparty.

Adlerplatz: Tanzen für alle zu Musik vom digitalen Speicher.

Samstag, 21. Juli, auf dem Marktplatz: 14 Uhr Tanzschule Monro, 15.30 Uhr: Tanzakademie Minkov, 17 Uhr: Tänze der Alevitischen Jugendlichen, 18.15 Uhr: Band „Once on Earth, 20 bis 0.30 Uhr: „Deja Vu & The Horn Connection“

Wallstraße: 15 Uhr Allstars, 16.30 Uhr: „A long Way to Fall“, 18 Uhr: Xylospongium, 20 bis 0.30 Uhr: DJ Eric G.

Kronenplatz: 11 Uhr: DJ zum Mittanzen, 18 Uhr „Can we fly“, 20 bis 0.30 Uhr „DJ Bernd Kalla“.

Adlerplatz: Latino-Party.

Viehmarktplatz: 12 bis 19 Uhr Bobbycar-Rennen, Kistenklettern, Basteln für Kinder und Jugendliche.

Sonntag, 22. Juli, auf dem Marktplatz: 10 Uhr Gottesdienst, 12 Uhr: Metrum-Big-Band, 15 Uhr: Albanische Tänze, 16.30 Uhr: Yahoo-Band, 20 bis 22.30 Uhr: Boogie Connection.

Wallstraße: 11 Uhr Trachtenkapelle Ebersberg zum Weißwurstfrühstück, 14 Uhr: Vespa-Rollertreffen, 16.30 Uhr: Elefantis, 18.30 Uhr The Georgies, 20.30 bis 23.30 Uhr: Schulamtsband Backnang.

Kronenplatz: 11 Uhr Djane Lucy zu Fußballaktion und Weißwurst, 17 Uhr: Siegerehrung, 21 Uhr: La Diri spielt tanzbare Musik.

Adlerplatz: Latino-Party.

Viehmarktplatz: 12 bis 19 Uhr Bobbycar-Rennen, Kistenklettern, Basteln für Kinder und Jugendliche.

Montag auf dem Marktplatz, 12.30 Uhr Christoph Sonntag, 15 Uhr: Fundsachenversteigerung, 18 Uhr: Big Band der Musikschule, 20.30 bis 23.30 Uhr: Funkaholic.

Wallstraße: 17.30 Pale Heart, 20 bis 23.30 Uhr: Johnny Trouble.

Kronenplatz: 11.30 Uhr DJ, 17.30 Uhr: Pantymelkers, 19 Uhr DJ.

Adlerplatz: Latino-Party.

Viehmarktplatz: 11 bis 18 Uhr Bobbycar-Rennen, Kistenklettern, Basteln für Kinder und Jugendliche.

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Wie schützt die Stadt den Citytreff gegen mögliche Terror-Lkw? Sie mietet spezielle Stahlpoller zum Mietpreis von 55 000 Euro für die vier Tage Stadtfest.