Winnenden

Wöhrle-Areal gleicht Mondlandschaft

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WöhrleAltlast Winnenden Ende der Schorndorfer Straße, ehem. Seifen-Wöhrle-Areal Wöhrle Gelände fotografieren, vielleicht mit der DROHNE?, auf dem seit Wochen heftig gebaggert und gebuddelt wird. Die Altlasten von der früheren Seifenfabrik mussten raus. Sobald die Baugen. vorliegt, beginnt Aldi zu bauen und Projektbau Pfleiderer mit der Erschließung fürs Wohnquartier Foto: Buettner © Benjamin Büttner
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Links von der Schorndorfer Straße liegt das ehemalige Wöhrle-Areal, das mit seinen Erd- und Kieshaufen an eine Mondlandschaft erinnert.

Winnenden. Das ehemalige Wöhrle-Areal am Stadtrand, an der Straße nach Birkmannsweiler und Höfen gelegen, gleicht derzeit mit seinen Bergen und Kratern ein bisschen einer Mondlandschaft. Nach dem Abriss der alten Seifenfabrik muss sich der Baggerfahrer beim Erdaushub vorsichtig vortasten: Im Zweiten Weltkrieg könnte auf oder neben dem Gelände etwas eingeschlagen sein, was noch nicht detoniert ist.

Der eigentliche Knaller ist ja: Die Firma Aldi will zur Schorndorfer Straße hin eine Filiale bauen, die Nahversorgung für die Bewohner des Kesselrains, von Birkmannsweiler, Höfen, Baach und Pendler aus Berglen. Dahinter erstellt Projektbau Pfleiderer acht Mehrfamilienhäuser. Dass es darüber hinaus vor Beginn der Bauarbeiten nicht knallt, dafür sorgt ein Kampfmittelbeseitigungsfachmann, engagiert vom Aldi-Filialentwicklungsleiter Wilhelm Dümmel. Er koordiniert den Abbruch der alten Wöhrle-Fabrik, der Anfang des Jahres begonnen hat.

Verdacht auf Kampfmittel ist im Raum Stuttgart nichts Auérgewöhnliches

Zu den vorbereitenden Arbeiten auf dem Baugrundstück gehört auch die Entfernung belastender Stoffe wie zum Beispiel Mineralöl, das vor langer Zeit über die Betriebstankstelle in den Boden gelangt ist. „Alte Geschosse wurden bisher nicht gefunden“, sagt Dümmel. „Der Verdacht auf Kampfmittel ist für uns nichts Außergewöhnliches im Großraum Stuttgart, vor allem, wenn wir auf vorher bebautem Gelände neu bauen“, sagt Dümmel.

Routinemäßig begutachten Experten ein Luftbild. „Wenn sie in der Umgebung oder auf dem Gelände Dellen entdecken, können sie Einschläge vermuten und schlussfolgern, dass weitere Kampfmittel daneben gelandet sind, die nicht detoniert sind.“ Darum ist der Gesetzgeber sehr vorsichtig und schreibt die Überwachung des Ausbaggerns vor. Neben dem Baggerfahrer steht also nun immer jemand, der sich mit Bombe und Co. auskennt. „Das sorgt für Mehrkosten, die aber im Rahmen sind“, zeigt sich Dümmel völlig entspannt.

Mitte Juni beginnt der Bau der Straße, des Paul-Wöhrle-Rings

Für Projektbau Pfleiderer ist es das erste Mal, dass auf einem Baugrundstück die Kampfmittelbeseitigung wacht. „Das wird uns auch noch beim Bau des Paul-Wöhrle-Rings begleiten, mit dem die Firma Klöpfer Mitte Juni beginnt“, sagt Geschäftsführer Klaus-Martin Pfleiderer. Der Erschließungsvertrag der Bauherren, der Stadtwerke, die die Nahwärmeversorgung des Viertels mit einem Blockheizkraftwerk übernimmt, und der Stadt ist unterschrieben.

„Erst soll die neue Straße oberhalb von Aldi fertig sein, dann beginnen wir mit dem Hochbau der ersten drei Wohnhäuser“, sagt Pfleiderer. Er könne aber mit Synergieeffekten rechnen, glaubt, dass Straßenbau und Aushub für Tiefgaragen „Hand in Hand gehen“. Eigentlich hätte Pfleiderer schon im Mai damit beginnen wollen, „da waren wir ein bisschen ehrgeizig“, doch eigentlich kann er ganz gut mit dem Zeitplan leben. „Wir rechnen damit, dass die Bewohner der ersten drei Häuser im Frühjahr 2020 einziehen werden.“ Die Aldi-Filiale könnte, wenn der Bau wirklich Anfang Juli beginnen kann, im April 2019 eröffnet werden.