Winnenden

Was ändert sich am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Winnenden - und was nicht?

Omnibusbahnhof
Peter Bulling und Marlene Wirth werden den Umbau des ZOB in Winnenden von Seiten der Stadt betreuen. © Benjamin Büttner

Der Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Winnenden verzögert sich abermals. Nicht wie geplant in diesen Tagen, sondern erst Ende Juni wird das Areal zur Baustelle. Das übergeordnete Ziel lautet: Barrierefreiheit. Peter Bulling, Leiter des Tief- und Straßenbauamts, erklärt, wie sich der Busbahnhof verändern wird, was in den kommenden Monaten auf die Fahrgäste zukommt und welche Unwägbarkeiten in der Bauzeit drohen.

Wann geht's los, wie lange wird gebaut?

Baubeginn ist in circa einem Monat, der Startschuss soll am 27. Juni fallen. „Wir sind optimistisch, dass wir spätestens bis Mitte November fertig werden“, sagt Peter Bulling, „es kann aber auch, wenn es Lieferprobleme gibt, etwas länger dauern.“ Den größten Unsicherheitsfaktor stellt das neue Toilettenhäuschen dar, das in zwei Teilen angeliefert wird. „Da kommt eine Glasfassade, es ist viel Edelstahl dabei, viel Technik verbaut .... da könnte ich mir vorstellen, dass irgendein Bauteil irgendwo festhängt.“ Das zeigten die Erfahrungen bei anderen Projekten.

Im Zweifel müsste der ZOB dann erst einmal ohne neues Häuschen in Betrieb gehen. Die neuen digitalen Fahrgastinformationsanzeigen haben laut Bulling aktuell vier Monate Lieferzeit – wenn sie rechtzeitig bestellt werden, müsste das reichen.

Barrierefreier Busbahnhof – was bedeutet das konkret?

Neu nach dem Umbau sind eben diese digitalen Anzeigen. Bislang gibt es nur eine, künftig sollen acht davon die Fahrgäste informieren, an jeder Bushaltestelle eine. Sie werden eine Funktion für Sehbehinderte haben: „Wenn Sie draufdrücken, bekommen Sie vorgelesen, was die nächsten Verbindungen sind“, erklärt Peter Bulling. Die Barrierefreiheit des ZOB herzustellen ist das oberste Ziel der Maßnahme.

Grundsätzlich bleibt die aktuelle Aufteilung des Bahnhofs bestehen. Die „Fahrgastinsel“ mit den Wartehäuschen wird aber erhöht. Der Randstein ist dann nicht mehr 14, sondern 18 Zentimeter hoch. Das erleichtert den Einstieg in die Busse für alle Fahrgäste, insbesondere aber für alle, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Die „Insel“ selbst ist über eine Nullabsenkung des Randsteins erreichbar.

Zusätzlich werden für Sehbehinderte auf dem gesamten Bahnhofsvorplatz taktile Leitelemente installiert. Diese führen sowohl zum ZOB als auch in Richtung Stadt, allerdings nur bis zu den Fußgängerüberwegen.

Generalsanierung – was steckt dahinter? Was änder sich noch?

Die mangelnde Barrierefreiheit am Busbahnhof ist schon lange ein Thema, darüber hinaus haben die Verantwortlichen im Rathaus aber auch festgestellt: „Der bauliche Zustand ist teilweise so schlecht, dass man eingreifen muss.“ Die Bauarbeiten am ZOB kommen deshalb einer Generalsanierung gleich, wie Peter Bulling berichtet.

Insbesondere die Fahrspuren und Aufstellflächen müssten ausgebessert werden. „Zum einen sind wir unterwegs und kontrollieren diese Stellen regelmäßig – das müssen wir auch im Zuge der Verkehrssicherungspflicht. Es kamen aber auch Meldungen von Busunternehmen, dass Setzungen da sind, dass es zu kleineren Anfahrschäden an den Randsteinen kommt.“

Die gepflasterte Fahrbahn wird im Zuge der Tiefbauarbeiten ersetzt „durch eine bewährte Beton-Platte“. „In den Innenstädten hat man das schon gemacht, an den ZOB in der Region ist es das erste Mal, das man das tut“, erklärt Bulling. Die Pflasterrinne wird einer Schwerlastrinne weichen.

Und auch die Grundform der Haltestellen-Insel wird sich verändern: „Wir haben hier innen einen geraden Randsteinsatz, der wird angepasst wie auf der anderen Seite mit einem Sägezahnprofil. Das hat den Vorteil, dass der Bus schräg anfahren kann und nicht am Randstein entlang rangieren muss. Er kommt so näher an den Randstein ran“, erklärt Peter Bulling.

Die neue Toilette: Wird Pinkeln jetzt teurer?

Kurze Antwort: ja, deutlich. Bisher kostet der Toilettengang 30 Cent, zukünftig wird ein Euro verlangt, nach wie vor per Münzeinwurf. „Das ist aber immer noch ein Zuschussbetrieb, da müssen Sie drauflegen“, versichert Peter Bulling. Aktuell werde die WC-Anlage täglich von circa 20 Personen genutzt.

Die neue Anlage wird größer und moderner sein. Sie ist selbstreinigend und verfügt laut Bulling über einen „Schluckboden“ – „selbst, wenn mal Urin danebengeht, versickert es im Boden, es bleibt keine Pfütze stehen“. Regelmäßig muss ein Monteur der Stadt die Reinigungsmittel nachfüllen und nach dem Rechten sehen. Die gute Nachricht für alle Busfahrer: Sie bekommen endlich ebenfalls eine eigene Toilette.

Fürs Auge: Gibt es auch neue gestalterische Elemente?

„Das stand nicht zur Debatte“, sagt Peter Bulling. Heißt: Der ZOB sollte zwar barrierefrei werden und saniert, aber nicht unbedingt schöner. Die Bäume werden im Zuge der Baumaßnahmen nicht angerührt, sie bleiben ebenso stehen wie die alten Wartehäuschen. Möglich ist das, weil im Wartebereich nicht tief gegraben wird. Hier wird nur die obere Schicht abgefräst und mit einem neuen Asphalt versehen.

Wo befinden sich während der Bauzeit die Ersatzhaltestellen?

Der Verkehr von der Leutenbacher Straße in Richtung Bahnhof soll dauerhaft aufrechterhalten bleiben. In der Karl-Krämer- und der Bahnhofstraße werden Ersatzhaltestellen eingerichtet.

Was kostet der Umbau?

Nach aktuellem Stand rund 1,3 Millionen Euro, wobei das Regierungspräsidium Stuttgart knapp 510.000 Euro zuschießen wird.

Der Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Winnenden verzögert sich abermals. Nicht wie geplant in diesen Tagen, sondern erst Ende Juni wird das Areal zur Baustelle. Das übergeordnete Ziel lautet: Barrierefreiheit. Peter Bulling, Leiter des Tief- und Straßenbauamts, erklärt, wie sich der Busbahnhof verändern wird, was in den kommenden Monaten auf die Fahrgäste zukommt und welche Unwägbarkeiten in der Bauzeit drohen.

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