Winnenden

Was heißt psychisch krank? Wie gelingt die Therapie? Reihe am ZfP in Winnenden

ZfP
Das Zentrum für Psychiatrie in Winnenden. © Alexandra Palmizi

Wie gelingt die Therapie bei einer psychischen Erkrankung möglichst vielversprechend? Wie können die Patienten bestmöglich in die Behandlung miteinbezogen werden? Diese und andere Fragen stellen sich Ärzte, Betreuer und andere Mitarbeiter im Winnender Zentrum für Psychiatrie (ZfP) regelmäßig. Bei gleich drei offenen Angeboten zum Austausch soll es Antworten geben. Aber auch Bedenken, Kritik, Ängste und Sorgen können Teilnehmer loswerden, bei einem Trialog auf Augenhöhe.

Schon vor der Pandemie geplant

Angesprochen fühlen soll sich jeder aus Winnenden und Umgebung. In erster Linie Betroffene von einer psychischen Erkrankung, aber auch deren Angehörige, sowie Ärzte und Betreuer. „Es soll sich ein offenes Gespräch entwickeln“, wünscht sich Klaus Kaiser, Pflegedirektor am ZfP.

Gemeinsam mit Seelsorger Andreas Gruhn war er schon länger am Hirnen, wie ein solches Format aussehen könnte. „Dann kam uns allerdings die Corona-Pandemie dazwischen“, erzählt Kaiser. Möglicherweise kommt das neue Format nun aber genau zum richtigen Zeitpunkt. Schließlich ist die Pandemie mit Lockdowns und Co an manchen Menschen nicht spurlos vorbeigegangen.

Erst ein Impulsvortrag, dann offene Diskussion

Jede der drei Veranstaltungen unter dem Titel „Ver-rücktes Seelenleben“ beginnt mit einem Impulsvortrag, meist von einem ZfP-Arzt. „Dafür haben wir etwa zehn Minuten eingeplant, um in das Thema einzuführen“, erklärt Seelsorger Andreas Gruhn. Im Anschluss sind offene Diskussionen geplant, je nachdem, wie viele Teilnehmer erscheinen, auch in kleineren Gruppen. Betroffene, Angehörige und Personal können ihre Sichtweisen über die unterschiedlichen Themen äußern:

  • 20. September, 18 Uhr, Festsaal ZfP: Psychiatrische Erkrankung, was ist das eigentlich?
  • 11. Oktober, 18 Uhr, Festsaal ZfP: Medikamentierung - „Fluch oder Segen“?
  • 2. November, 18 Uhr, Festsaal ZfP: Diagnose/Trauma - Bekomme ich den Diagnosestempel wieder los?

Um die Hürde niederschwellig zu halten, habe man die Veranstaltung nicht am ZfP ausrichten wollen. Für manche sei ein neutraler Boden sicher ein geringeres Hindernis, meint Kaiser. „Das hat aus verschiedenen Gründen aber nicht geklappt, unter anderem wegen Corona-Auflagen“, erklärt der Pflegedirektor. Etwa 100 Personen haben im Festsaal nun Platz.

Wegen der Auflagen ist es nötig, dass Interessierte sich vor der Teilnahme per E-Mail zu den Veranstaltungen anmelden: B.Ellwanger@zfp-winnenden.de; 0 71 95/9 00 21 03.

Anonymität soll gewahrt werden

Seelsorger Andreas Gruhn ist es wichtig zu erwähnen, dass die Veranstaltungen weitestgehend anonym ablaufen. „Niemand muss etwas sagen. Wer nur zuhören möchte, der kann das gerne tun“, sagt er. Die Personen, die etwas beitragen wollen, dürfen ihren Vornamen nennen und noch dazu sagen, aus welcher Gruppe sie kommen: Betroffener, Angehöriger, Mitarbeiter.

Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden, sind thematisch also nicht aufeinander aufgebaut. Gruhn hofft, dass sich möglichst viele Teilnehmer finden. „Eigentlich kennt doch jeder in seinem Umfeld mindestens einen Menschen, der von einer psychischen Erkrankung betroffen ist“, sagt er. Oft wollen es sich diejenigen jedoch nicht eingestehen, auch aus Sorge, wie andere auf die Erkrankung reagieren. Der Trialog soll aufklären, ermutigen und das Verständnis der unterschiedlichen Teilnehmer füreinander erhöhen.

Dem ZfP fungieren die katholische und evangelische Klinikseelsorge, der Kreisdiakonieverband, der Hilfsverein für psychisch Kranke sowie die Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle Rems-Murr-Kreis als Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe.

Wie gelingt die Therapie bei einer psychischen Erkrankung möglichst vielversprechend? Wie können die Patienten bestmöglich in die Behandlung miteinbezogen werden? Diese und andere Fragen stellen sich Ärzte, Betreuer und andere Mitarbeiter im Winnender Zentrum für Psychiatrie (ZfP) regelmäßig. Bei gleich drei offenen Angeboten zum Austausch soll es Antworten geben. Aber auch Bedenken, Kritik, Ängste und Sorgen können Teilnehmer loswerden, bei einem Trialog auf Augenhöhe.

Schon vor der

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