Winnenden

Was wird aus den Festen in Winnenden, Schwaikheim, Leutenbach und Berglen?

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Den Kreisel an der Schwaikheimer Bahnhofstraße haben dieses Jahr die Blumen- und Gartenfreunde österlich geschmückt. © Benjamin Büttner

Der Frühling ist normalerweise der Beginn der Festsaison, zum Schmücken der Osterbrunnen gibt es meist schon die ersten kleinen Kuchenbuffets und Würstchen vom Grill, dann kommen die Begleitfestchen für die Maibaumaufstellung. Je näher die Sommerferien rücken, desto größer werden die Feste. Doch noch immer haben wir Corona, und keiner hätte im vergangenen Jahr gedacht, dass wir es mit schnell ansteckenden Virus-Mutationen zu tun haben werden, die im schönsten Frühling eine dritte Infektionswelle durchs Land schicken.

In Schwaikheim kein Fleckenfest, aber Ende April vielleicht ein Zeichen der Hoffnung

Die Gemeinde Schwaikheim war die erste, die schon Anfang März die Konsequenzen gezogen, sich mit den Vereinen und Organisationen abgestimmt und das Schwaikheimer Fleckenfest im Juli abgesagt hat (wir haben am 3.3. berichtet). Das Fest findet zwar nur alle zwei Jahre statt, doch die Vorbereitungszeit ist intensiv und verursacht sogar Kosten. Bei einer kurzfristigen Absage wären die Vereine die doppelt Gekniffenen. Alle hoffen nun auf einen sorglos planbaren Festtermin im Juli 2022 – doch wer weiß schon, wie sich die Lage weiterentwickelt?

Einfacher sieht die Lage beim „Osterkreisel“ in Schwaikheim aus. Dieses Jahr sind die Blumen- und Gartenfreunde dran gewesen mit dem Schmücken des Gestänges in Ei-Form, das in die Mitte des sogenannten „Stonehenge-Kreisels“ kommt. „Das lassen wir uns nicht nehmen“, sagt Angelika Erdmann vom Verein über die Aktion, die ein Zeichen der Hoffnung mitten im Ort sendet. In der vergangenen Woche war sie mit drei anderen Frauen vom Verein und den Männern vom Bauhof dort tätig. „Es war frisch, aber es hat Spaß gemacht“, sagt Angelika Erdmann. An den Eierketten, die zwischen den Steinstelen gespannt sind, flattern nun blaue Bänder im Wind und erinnern an das Frühlingsgedicht von Eduard Mörike.

Es kann sogar sein, dass in Schwaikheim der Maibaum aufgestellt wird, wie der Vorsitzende des dafür verantwortlichen Heimatvereins, Hans-Joachim Röger, sagt. „Wir sind aber gebunden an den Fortschritt der Haus-Elim-Baustelle. Der Maibaum wird unter dem Gorroner Platz an der Mauer, die den Bach stützt, verwahrt. Wegen der Verschalung kann man ihn derzeit dort nicht herausziehen.“ Ein paar Tage vor Ende des Monats April habe man aber Klarheit. „Sicher ist, dass es kein Maibaum-Fest für 200 Leute gibt. Stattdessen wollen wir irgendwann ein kleines Fest machen, wenn unser Museumsumbau fertig ist.“

Leutenbach: Hocketse im Spatzenhof 2021 abgesagt

Im Vorjahr hat Leutenbach den Maibaum aufgestellt, als Hoffnungszeichen. Dieses Jahr, sagt Hauptamtsleiter Jakob Schröder, sollte die Maifeier eigentlich mit dem Auftakt zum 100-Jahr-Jubiläum des Musikvereins „Gut Ton“ verbunden werden. Die Feier fällt ins Wasser, ist ebenso wie die Osterbrunnenaktion abgesagt. „Voraussichtlich werden wir aber eine Mai-Aktion durchführen“, sagt Schröder und bittet noch um Geduld bei der Beschreibung, wie diese genau aussehen wird.

Entschieden ist hingegen nun die Absage der Hocketse im Spatzenhof, die für 30. Juli bis 1. August geplant war. „Aufgrund der weiterhin angespannten Pandemielage haben sich die teilnehmenden Vereine und die Verwaltung in einem Online-Meeting beraten. Einstimmig wurde beschlossen, dass eine Hocketse unter den gegebenen Bedingungen nicht durchführbar ist“, heißt es in einer Pressemitteilung, die Schröder am Freitag verschickt hat. Den Beteiligten bleibt nun nur die Hoffnung, dass die Hocketse 2022 nach zweijähriger Pause ohne Einschränkungen durchgeführt werden kann. „Für die teilnehmenden Vereine und Institutionen bedeutet die Absage nicht nur den Verlust eines schönen Festes, sondern hat eine noch viel existenziellere Bedeutung. Viele bilden mit den Einnahmen des Hocketse-Wochenendes die finanzielle Grundlage für die Deckung der laufenden Kosten des Vereinsbetriebes.“ Daher wird Bürgermeister Jürgen Kiesl auch dieses Jahr mit dem Gemeinderat überlegen, in welcher Form eine Unterstützung der Vereine durch die Gemeinde möglich ist.

Weitere Absagen gesellschaftlicher Events in Leutenbach sind die Kulturveranstaltungen. „Wir haben alle im ersten Halbjahr abgesagt“, so Schröder auf Nachfrage unserer Zeitung. „Auch das Jubiläumstreffen anlässlich 30 Jahre Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Dunabogdány, das traditionell im Frühsommer gewesen wäre, wurde in den Herbst verschoben. Der Termin ist noch nicht festgelegt.“ Denn eine Begegnung, sagt Schröder am Telefon, hänge ja von der Entwicklung der Pandemie und den Verordnungen zum Reisen in zwei Ländern ab.

Berglen: Kein Osterfeuer und ziemlich sicher auch kein Eselrennen

In Berglen wären die ersten Begegnungen der Bürger eigentlich wieder beim Osterfeuer in Rettersburg möglich. Doch zurzeit dürfen sich nur maximal fünf Personen aus zwei Haushalten gemeinsam im Freien aufhalten, und wenn die Inzidenz weiter steigt, droht eine Reduzierung dieser Zahl mitsamt vielleicht einer abendlichen Ausgangssperre.

Auf Nachfrage bei Bürgermeister Maximilian Friedrich schreibt er Mitte März: „Große Veranstaltungen mit Publikum wie das Osterfeuer oder das Eselrennen sind Stand heute - zumindest bis zum Mai/Juni - nach meiner Einschätzung eher unwahrscheinlich.“

Konkrete Entscheidungen macht die Gemeinde von der weiteren Entwicklung der Infektionen abhängig, deshalb hängt Friedrich beim einen oder anderen Punkt noch in der Luft. Generell möchten er und das Verwaltungsteam aber „unser Ermessen soweit wie möglich ausüben und sicheren, pragmatischen Lösungen nicht im Wege stehen“. Beispiel Maibaumaufstellungen: „Sollten sie in unseren Teilorten ohne ein Fest coronakonform möglich und zulässig sein, werden wir dies sicherlich ermöglichen. Analog sind wir beispielsweise bei der Öffnung der Sportplätze vorgegangen und haben in Abstimmung mit unseren Vereinen gute Lösungen gefunden“, so Friedrich. Außerdem hegt er noch eine leise Hoffnung für den Bergles-Hock, der alle zwei Jahre veranstaltet wird. „Falls er noch nicht im Sommer, aber aufgrund der Impffortschritte im September möglich wäre, könnte dies eine Alternative sein. Wir werden deshalb das weitere Infektionsgeschehen sowie die entsprechenden Vorgaben genau beobachten und kurzfristig auf die Entwicklungen reagieren.“

Winnenden überlegt noch, was aus dem City-Treff im Juli wird

Auch in der Stadt Winnenden ist noch vieles in der Schwebe, wie Pressesprecherin Emely Rehberger mitteilt: „Derzeit laufen die finalen Abstimmungen zu den Festplanungen in Winnenden.“ So werde spätestens Anfang April darüber entschieden, ob die Maibaumaufstellung stattfindet.

Der Wonnetag wird definitiv nicht am 2. Mai stattfinden, so Ann Kristin Fischer vom Attraktives Winnenden. Ob der Termin auf Juli verschoben werden kann, die Bitte ergab sich aus einer Mitgliederumfrage des Vereins, muss jedoch der Gemeinderat entscheiden. Ebenso befindet das Gremium über eine mögliche Absage des City-Treffs (im Juli), voraussichtlich im April. Im Terminkalender der Stadt steht von 14. bis 16. Mai noch wacker und unverdrossen „Wein, Wandern, Musik“. Sobald es Neues gibt, werden wir wieder berichten.

Der Frühling ist normalerweise der Beginn der Festsaison, zum Schmücken der Osterbrunnen gibt es meist schon die ersten kleinen Kuchenbuffets und Würstchen vom Grill, dann kommen die Begleitfestchen für die Maibaumaufstellung. Je näher die Sommerferien rücken, desto größer werden die Feste. Doch noch immer haben wir Corona, und keiner hätte im vergangenen Jahr gedacht, dass wir es mit schnell ansteckenden Virus-Mutationen zu tun haben werden, die im schönsten Frühling eine dritte

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