Winnenden

Welche kreativen Kräfte die Pandemie weckt - Interview mit Hannes Staffler

Hannes Staffler
Hannes Staffler. © Hannes Staffler

Am 30. Juli kommt „Best of Musical“ mit einer Starbesetzung nach Winnenden-Höfen. Alle beteiligten Künstler verzichten auf einen Teil ihrer Gage zugunsten von „ART Support Stuttgart“. Joachim Ruoff vom Lions Club Winnenden sprach mit Hannes Staffler, Musicaldarsteller und Regisseur dieser Show.

Die Pandemie war eine Initialzündung für „ART Support“. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Am 13. März 2020 wurden wir alle ins Theater gerufen. Wir hatten schon bei der letzten Vorstellung am Vortag ein komisches Gefühl. Dann wurde uns gesagt, dass wir die Vorstellungen einstellen müssen. Dieses abrupte Ende hat uns schon alle tief getroffen. Wir wurden durch Corona von heute auf morgen auf null gesetzt. Am Anfang konnten wir alle nicht erahnen, wie lange das dauern kann. Man genoss es, zu Hause zu sein und endlich mal etwas mehr Zeit für die Familie zu haben. Dann hat es sich aber abgezeichnet, dass die Sache länger dauern wird. Alle Konzerte und Engagements für den Sommer wurden dann abgesagt. Ende April hatten wir genug vom ständigen Zu-Hause-Sitzen. Meinem Freund und Kollegen Boris Ritter ging es ähnlich und so kamen wir auf die Idee, was zu machen, dass wir endlich mal wieder beschäftigt sind. Uns beiden ging es durch Kurzarbeitergeld in der Zeit gut, wir sahen aber, dass es vielen Kolleginnen und Kollegen ganz anders ging.

Was war dann Ihre gemeinsame Idee?

Wir haben „ART Support Stuttgart“ als Selbsthilfeorganisation gegründet, zunächst, um notleidenden Künstlern zu helfen. Dazu haben wir über 20 Streams produziert, bei denen wir Leute aus ganz verschiedenen Kunstrichtungen eingeladen haben. Bei diesen Streams haben wir zu Spenden aufgerufen, was auch ganz gut eingeschlagen hat. So konnten wir vielen notleidenden Künstler helfen. Wir haben auch einen eigenen Song zusammen mit vielen weiteren Künstlern produziert, den man gegen einen kleinen Obolus downloaden konnte.

Und dann kam noch eine Auktion dazu.

Ja, das stimmt. Wir hatten von zwei Musicalfans signierte Fanartikel und Raritäten von vergangenen Musicalproduktionen gespendet bekommen, die wir dann versteigert haben. Dabei gingen sogar Teile nach China.

Dann sind Sie in Kontakt mit dem Lions Club gekommen.

Im Juni 2021 hatten wir die Idee, Musik in Altenheimen zu machen, da die alten Leute während Corona auch sehr gelitten haben. Das Ganze wurde vom Lions Club Winnenden organisiert. Da Boris und ich auf die Gage verzichtet haben, wurde stattdessen vom Lions Club eine Spende an „ART Support“ geleistet. So konnten wir etwas Gutes für die alten Menschen tun und gleichzeitig auch wieder Mittel für unsere Hilfsaktion generieren.

Wie haben Sie persönlich diese Auftritte erlebt?

Wenn man in die Augen der Leute geschaut hat, war das ein sehr berührendes Erlebnis. Da wurden Erinnerungen an die Jugend wieder wach. Hier und da wurde ein Tränchen verdrückt oder es wurde gelächelt und sogar mitgesungen. Für Boris und mich waren das die rührendsten Auftritte des Jahres.

Aktuell haben die meisten Künstler genügend Arbeit. Wird damit „ART Support“ verzichtbar?

„ART Support“ kann man in zwei Richtungen verstehen. Zum einen Hilfe für notleidende Künstler, zum anderen aber auch, dass die Kunst andere unterstützt. Genau so machen wir das auch beim Konzert am 30. Juli in Winnenden-Höfen. Wir werden mit den Einnahmen einen Verein unterstützen, der mir sehr am Herzen liegt: SDS Deutschland. Bei SDS handelt es sich um eine sehr seltene genetisch bedingte Erkrankung. Gerade weil es so eine seltene Krankheit ist, ist sie noch kaum erforscht. Der Verein setzt sich dafür ein, Gelder für die Forschung zu sammeln und betroffenen Familien Unterstützungs- und Hilfsangebote zugänglich zu machen.

Am 30. Juli kommt „Best of Musical“ mit einer Starbesetzung nach Winnenden-Höfen. Alle beteiligten Künstler verzichten auf einen Teil ihrer Gage zugunsten von „ART Support Stuttgart“. Joachim Ruoff vom Lions Club Winnenden sprach mit Hannes Staffler, Musicaldarsteller und Regisseur dieser Show.

Die Pandemie war eine Initialzündung für „ART Support“. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Am 13. März 2020 wurden wir alle ins

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