Winnenden

Wem gehören all diese Schmuckstücke?

Schmuckstücke
Diese Fotos zeigen nur eine ganz kleine Auswahl der Schmuckstücke, die besitzerlos bei der Polizei lagern. © Polizei

Winnenden. Goldfarbene Ringe mit und ohne bunte, ovale und eckige Schmucksteine, Armketten, Halsketten, diverse Ohrringe, verschiedene Anhänger: Mit dieser Auswahl an Schmuck ließe sich ein kleiner Laden eröffnen. Aber nur theoretisch. All diese Schmuckstücke lagern bei der Polizei; sie sucht den oder die Besitzer.

Nur ein Minimum an Informationen gibt die Polizei preis – um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wie ein Polizeisprecher sagt. Insgesamt 180 Fotos von Schmuckstücken sind auf der Homepage der Polizeidirektion Aalen veröffentlicht. Die Schmuckstücke wurden in Winnenden sichergestellt, und es besteht der Verdacht, „dass sie aus Straftaten stammen“, wie der Sprecher sagt. Über die näheren Umstände ist Stillschweigen vereinbart; die Ermittlungen laufen.

Wer die Schmuckstücke erkennt, soll sich bei der Kriminalpolizeidirektion Waiblingen melden unter Telefon 0 71 51/95 06 30, dort speziell bei der Ermittlungsgruppe WED. Die Abkürzung steht für Wohnungseinbruchdiebstahl.

Ungewöhnlicher Fall

Dass eine so große Menge an Schmuck keinem Besitzer zugeordnet werden kann, ist ungewöhnlich. Nur selten muss sich die Polizei mit Fotos an die Öffentlichkeit wenden, um Besitzer von Sachen ausfindig zu machen. In den meisten Fällen werden Diebstähle und Einbrüche gemeldet. Die Polizei registriert dann in ihrer EDV, was gestohlen worden ist. So lässt sich, sofern Diebesgut aufgefunden wird, schnell abklären, wo es hingehört. Im Winnender Fall gilt das offenbar nicht.

Es kann nun nicht jeder einfach zur Polizei hingehen und sich als Besitzer dieser vielen Schmuckstücke ausgeben. Geprüft wird schon. Die Polizei checkt zum Beispiel ab, ob ein mutmaßlicher Besitzer die Stücke näher beschreiben kann. Gut wäre, wenn er eigene Fotos vorlegen könnte.

Auf den Fotos, welche die Polizei auf ihrer Homepage veröffentlicht hat, sind besonders viele Ringe zu sehen. Einige davon sind mit bunten Steinen geschmückt. Die meisten Ringe sind goldfarben; ein paar tragen eine auffällige Prägung in der Innenseite. Ein herzförmiger Klapp-Anhänger zählt dazu, ferner sind auf den Bildern jede Menge schlichte, goldfarbene Halskettchen zu sehen. All diese Stücke wurden in Winnenden sichergestellt.

Aus Fellbach stammen indes weitere Schmuckstücke, welche die Polizei ebenfalls auf ihrer Homepage vorstellt, in diesem Fall unter der Überschrift „aufgefundene Schmuckstücke“. Hier handelt es sich laut Polizei um die Beute dreier Ladendiebe. Ende vergangenen Jahres sind die drei Asylbewerber erwischt worden, woraufhin die Polizei eine Asylunterkunft in Fellbach durchsucht hat. Dort fielen der Polizei laut dem Sprecher „etliche Sachen“ in die Hände, darunter eben diese Schmuckstücke, Handys und anderes. Woher speziell der Schmuck stammt, ist bis jetzt nicht geklärt. Die Fotos zeigen einen Anhänger in Form eines Ahornblatts, eine Esprit-Armbanduhr, eine Junghans-Damenarmbanduhr, eine Halskette mit Perlmutt, silber-schwarze Ohrringe, eine herzförmige Schmuckkassette, einen Autoschlüssel für einen Opel und einiges mehr. Hinweise nimmt die Kripo Waiblingen unter Telefon 0 71 51/950-0 entgegen.

Drogen landen im Tresor

All diese Schmuckstücke lagern in Asservatenkammern der Polizei. So gut wie jedes Polizeirevier verfügt über einen solchen Raum. Dort lagert die Polizei sichergestelltes Diebesgut, verbotene Gegenstände wie zum Beispiel Schlagringe oder Butterflymesser, Beweismittel wie etwa Fahrzeugteile, die nach einer Unfallflucht zurückgeblieben sind. Selbst Drogen können dort landen – allerdings im Tresor.

Die Bilder von allen Schmuckstücke finden Sie hier.

@ Alle Fotos von den Schmuckstücken sind veröffentlicht auf www.zvw.de/winnenden