Winnenden

Wer wird nächstes Winnender Mädle?

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Beide Kandidatinnen fürs Winnender Mädle haben schon zusammen die Ballettschule besucht, tanzen gerne und machen für die Bewerbung auch mal einen Luftsprung in der unteren Hauptstraße: Kim Jasmin Hoffmann und Leonie König. © Mathias Ellwanger
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Kandidatin Kim Jasmin Hoffmann (20). © Mathias Ellwanger
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Die Kandidatin Leonie König (20). © Mathias Ellwanger
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Kandidatin Kim Jasmin Hoffmann (20). © Mathias Ellwanger
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Die Kandidatin Leonie König (20). © Mathias Ellwanger
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Kandidatin Kim Jasmin Hoffmann (20). © Mathias Ellwanger
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Die Kandidatin Leonie König (20). © Mathias Ellwanger
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Kandidatin Kim Jasmin Hoffmann (20). © Mathias Ellwanger
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Die Kandidatin Leonie König (20). © Mathias Ellwanger
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Mädle
Beide Kandidatinnen fürs Winnender Mädle haben schon zusammen die Ballettschule besucht, tanzen gerne und machen für die Bewerbung auch mal einen Luftsprung in der unteren Hauptstraße: Kim Jasmin Hoffmann und Leonie König. © Büttner / ZVW

Winnenden. Es klappt: Am Wonnetag, dem 8. Mai, wird ein neues Winnender Mädle der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Jahr stand die Wahl auf der Kippe: Erst am letzten Bewerbungstag meldete die 20-jährige Winnenderin Leonie König ihre Bewerbung an. Die Frist wurde verlängert, und die ebenfalls 20-jährige Kim Hoffmann trat auch noch an.

Dass außer ihnen beiden sich niemand bewirbt um dieses schöne Amt, können sie gar nicht verstehen. Sie hatten die beiden bisherigen Winnender Mädle miterlebt, haben Respekt vor deren Auftritten und Leistungen und fragen sich schon, wie sie selbst bei solchen Auftritten wirken würden. Aber frau kann so etwas nur erfahren, wenn sie es probiert.

Leonie: Willy Brandt hat’s auch nicht aufs erste Mal geschafft

Leonie steht ohnehin in der Öffentlichkeit, tanzt mit bei den Happy Hoppers von Höfen, ist in der dritten Amtsperiode Jugendgemeinderätin und zählt dort zu den Aktiven, den Initiatoren, die auch vorne hinstehen und öffentlich etwas sagen. „Vor vier Jahren habe ich mich schon mal beworben. Da war ich 16, sehr jung. Vor zwei Jahren war ich Mitglied der Jury, habe die Mädleswahl von der anderen Seite her erlebt, hab gesehen, wie Janina und Selina das gemacht haben, und ich denke: Ich würde das auf meine Art machen, wenn ich gewählt würde.“ Trotzdem hat sie lange gezögert mit der Bewerbung: Soll sie ein zweites Mal für die gleiche Aufgabe kandidieren? „Aber dann haben mich Leute angesprochen, die ich vorher gar nicht kannte, und mich ermuntert, zu kandidieren. Einer – das hab ich mir gemerkt – hat gesagt: Willy Brandt hat’s auch nicht aufs erste Mal geschafft.“

Kim: „Ich möchte einfach wissen, wie es wirklich ist, zu kandidieren“

Kim zögerte länger mit ihrer Bewerbung. Sie musste erst ihre Schüchternheit überwinden: „Aber ich muss sagen: Ich bin extrem neugierig. Ich möchte einfach wissen, wie es wirklich ist, wenn man kandidiert, und erst recht, wenn man Winnender Mädle wird. Mich interessiert der Blick hinter die Kulissen eines Fests oder der Stadtverwaltung. Schon das Vorbereiten der Bewerbung war voll aufregend: Welches Bild schicke ich von mir? Was schreibe ich?“ Was macht sie mit ihrer Schüchternheit, wenn sie ins Amt gewählt wird? Die wird sie überwinden müssen. Wenn sie einen Auftrag hat, ausgewählt wurde, dann kann sie die Schüchternheit bestimmt beiseiteschieben. Beide, Kim und Leonie, mögen Winnenden so sehr wie sonst keinen Ort auf der Welt. „Ich bin hier groß geworden. Winnenden ist für mich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, sagt Leonie. Sie studiert Public Management, was früher Verwaltungswissenschaft hieß, in der Hochschule in Ludwigsburg, und das Winnender Rathaus ist eine ihrer Ausbildungsstationen. Wenn sie die Ausbildung abgeschlossen hat, möchte sie am liebsten im Winnender Rathaus arbeiten, wenn eine passende Stelle frei wird und sie dann ausgewählt wird.

Kim hatte viele junge Jahre lang einen ganz konkreten Berufwunsch: Lokalredakteurin bei der Winnender Zeitung in dem Zeitungsbüro am Viehmarktplatz, denn sie war als Kind Ferienreporterin. Aber so, wie die meisten Jungs vor 50 Jahren dann doch nicht Lokomotivführer wurden, hat sie nun auch etwas anderes gemacht: Grafikdesignerin ist sie jetzt und sie hat eine Stelle, die ihrem Kindheitstraum ganz nahe kommt: Bei der Björn-Steiger-Stiftung, mit einem Arbeitsplatz in Winnenden: „Das ist toll.“ Sie verdient Geld, sucht jetzt eine eigene Wohnung, hat aber immer eine Bedingung: „Null Kilometer Umkreis um Winnenden.“

Winnender Mädle

Seit dem 20. Mai 2012 gibt es ein Winnender Mädle, das die Stadt repräsentiert und das daran erinnert, dass vor 800 Jahren erstmals ein Winnender Mädle, eine Bürgerstochter, keine Adlige, schriftlich erwähnt wurde in einem Minnelied, das Gottfried von Neuffen gedichtet hat.

Das Winnender Mädle wird immer für zwei Jahre gewählt. Janina Bäder war die Erste in diesem Amt. 18 junge Frauen hatten sich damals beworben.

Im Mai 2014 wurde Selina Gerst gewählt. Fünf Bewerberinnen standen damals zur Wahl.

In diesem Jahr hätte die Wahl eigentlich am Wonnetag stattfinden sollen, am 8. Mai. Weil jetzt nur zwei Kandidatinnen sich bewerben, wird die Wahl nichtöffentlich stattfinden und schon vor dem Wonnetag, so dass sich das gewählte Mädle am 8. Mai der Öffentlichkeit präsentieren kann. Dies teilte Timm Hettich vom Verein Attraktives Winnenden mit.

Wie immer wird die Entscheidung von einer Jury getroffen, die aus Gemeinderäten und Mitgliedern des Vereins Attraktives Winnenden besteht.