Winnenden

Wie Busfahrpläne besser werden

Buslinie 332
Die Buslinie 332 bindet zwar das Neubaugebiet Adelsbach an, aber nicht den Degenhof. Die Haltestelle Baacher Weg in Hertmannsweiler ist die Anlaufstelle für alle, die im Dorf „weiter oben“ wohnen. Wird sich das in naher Zukunft ändern? © Benjamin Büttner

Die Stadt hat mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderats Verbesserungen zum Nahverkehr an den Rems-Murr-Kreis formuliert. In ihrer Diskussion sprachen die Stadträte weitere Knackpunkte im Linienbusangebot an, etwa für ältere Leute im Hungerberg, Azubis im Gewerbegebiet und Schüler aus den Teilorten. Einige Lösungen muss die Stadt selbst herbeiführen – und dann auch bezahlen.

Wann kommt die Anbindung des Degenhofs?

Das Problem ist bekannt und schon im Nahverkehrsplan benannt. Der bergauf liegende, östliche Teil von Hertmannsweiler einschließlich Degenhof soll eine Haltestelle bekommen. Dazu muss die Stadt eine Wendemöglichkeit bauen, damit die Linie 332 eine Schleife fahren kann. Der Fahrplan soll aber weiterhin so gestaltet sein, dass die S-Bahnen erreicht werden. Das wird einfacher, wenn der 15-Minuten-Takt der S-Bahnen ausgedehnt wird. Ob und wann die Stadt die Wendemöglichkeit baut, wurde (noch) nicht besprochen.

Werden die neuen „Schmiede“-Gewerbegebiete besser angebunden?

Mit Verweis auf neue Arbeitsplätze in den Gewerbegebietserweiterungen II und III und Auszubildende in den schon bestehenden Firmen brachten die Stadträte Jens Bauder und Nicole Steiger die Frage auf, ob nicht eine zusätzliche Haltestelle der Linie 332 möglich sei. Ordnungsamtsleiterin Beatrice Hertel schloss diese nicht aus, merkte aber an, dass bis zu 300 Meter Fußweg zur Haltestelle als zumutbar gelten. „Wenn eine Firma große Nachfrage hat, muss sie das bei uns anmelden“, so ihr Vorschlag.

Klappt es mit der Hertmannsweiler Schülerbeförderung besser?

„Sind die Probleme aufgearbeitet?“, wollte Stadträtin Anja Luckert wissen. Ehrlich gab Beatrice Hertel zu: „Die Probleme sind sicher nicht im Sinne der Eltern geklärt.“ Jedoch waren oftmals Hinweise der Stadt zielführend, so steigen Schüler zum Beispiel am Bahnhof um in eine andere Linie, die dann direkt vor ihrer Schule hält. Oder sie steigen am Rems-Murr-Klinikum aus, von wo ein Fußweg ins Bildungszentrum II führt. Morgens fahren die Kinder mit der Linie 337 über Höfen zur Schule. Probleme gibt es nur, wenn der Schulbeginn sehr spät ist. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth merkte an, dass es bisweilen auch an den Schulen lag. „Sie müssen uns Änderungen in ihrer Struktur rechtzeitig sagen oder sich gleich mit uns abstimmen.“ Schließlich kann die Stadt nicht den gesamten Busverkehr nach einem neuen Stundenplan einer Schule ausrichten. Holzwarth denkt, dass es auch wegen der Pandemie und dem Home-Schooling ruhig geworden ist, „und je nach Wetter steigen die Schüler erst spät im Herbst auf den Bus um“.

Wann fährt die Linie 332 wieder über den Kronenplatz?

Stadträtin Nicole Steiger brachte die Anregung einer älteren Hungerbergbewohnerin ins Gremium: „Sie würde mit der Linie 332 gern in die Innenstadt fahren. Könnten wir sie auch über den Kronenplatz führen?“, fragte Steiger. Im Nachgang zur Sitzung wurde klar, dass die Haltestelle Kronenplatz nur vorübergehend, seit 14. Dezember 2020 und vermutlich bis 21. Mai 2021, wegen der Baustellen zwischen Holzmarkt und Kronenplatz entfällt. Das gilt aber auch für die anderen Buslinien, die am Tor zur Fußgängerzone üblicherweise vorbeigeführt werden.  

Wirkt sich eine Änderung in Berglen auf die Winnender Versorgung aus?

Der Kreis überlegt, die Linie 336 nicht mehr mehrmals die Stunde von Hößlinswart nach Oppelsbohm fahren zu lassen, sondern jeden zweiten Bus nach Winterbach zu lenken und damit eine häufigere und schnelle Verbindung ins Remstal zu schaffen, gerade auch für Winnender Fahrgäste. Als Ersatz stehe die schnelle Linie 330 von Oppelsbohm nach Winnenden zur Verfügung. „Dies darf nicht zulasten der als Ringlinie geführten 336/337 erfolgen“, so die Stadt in ihrer Stellungnahme.

Gibt es mehr Busse, die künftig im 15-Minuten-Takt fahren?

Die Auslastung ist für solch ein Angebot entscheidend, wird ein Bedarf erkannt, darf die Stadt das jederzeit beim Kreis beantragen. Schon jetzt ist geplant, die Linie 334 nach Weiler zum Stein im Berufsverkehr alle 15 Minuten fahren zu lassen und sie ab dem dortigen Rathaus als Verstärkerbus der Linie 456 noch weiter über Affalterbach zu führen. Ziele könnten Remseck, Ludwigsburg oder Marbach sein.

Welche Verbesserungen könnten noch kommen?

Für gut ausgelastete Linien wie die 334 und die 332/334 nach Hanweiler soll samstags ein 30-Minuten-Takt umgesetzt werden. Und: Weitere Haltestellen werden barrierefrei gestaltet. Alle werden es aber nicht bis zum Jahr 2022, entweder fehlt laut Hertel die Notwendigkeit oder der Platz beziehungsweise der Boden im Besitz der Stadt.

Die Stadt hat mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderats Verbesserungen zum Nahverkehr an den Rems-Murr-Kreis formuliert. In ihrer Diskussion sprachen die Stadträte weitere Knackpunkte im Linienbusangebot an, etwa für ältere Leute im Hungerberg, Azubis im Gewerbegebiet und Schüler aus den Teilorten. Einige Lösungen muss die Stadt selbst herbeiführen – und dann auch bezahlen.

Wann kommt die Anbindung des Degenhofs?

Das Problem ist bekannt und schon im

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