Winnenden

Wie geht Carmine Jacovino mit der Maskenpflicht um?

Maskenrätsel
Dass andere Maske tragen, ist für Carmine Jacovino wichtig - er hatte Lungenkrebs. © ALEXANDRA PALMIZI

Wie gehen zehn Winnender in den unterschiedlichsten Berufen mit der Maske um? Und was sind ihre Hoffnungen fürs neue Jahr? Im zweiten Teil unserer Serie sprachen wir mit Carmine Jacovino, der im Feinkostgeschäft seiner Frau Rebecca arbeitet.

Unter der schwarzen Maske fällt dem sonst so ausgeglichen und heiter wirkenden 65-Jährigen das Lachen und Lächeln schwer. „Meine Hoffnung für 2021 kann ich dir gleich sagen“, poltert er los, „dass es bald vorbei ist mit Corona!“ Denn damit wäre Carmine Jacovino auch die ihm lästige Mund-Nasen-Bedeckung wieder los. Er muss sie aufsetzen, klar, Hygiene, Verpflichtung gegenüber der Kundschaft. Aber er leidet: „Die Brille beschlägt und ich kriege schlecht Luft.“ Vor anderthalb Jahren wurde bei ihm durch Zufall Lungenkrebs diagnostiziert. Nach einer Operation ist Carmine Jacovino nur noch die Hälfte der Lunge geblieben, mit der er seinen Körper mit Sauerstoff versorgt. Atmen ist schwieriger, und er gehört zur Hochrisikogruppe. Früher traf man ihn oft mit Zigarette vor dem Laden an, aber das Rauchen hat er wegen der Krankheit natürlich aufgegeben.

Jacovinos treten kürzer: Montags ist jetzt Ruhetag

Rebecca und Carmine Jacovino haben dieses Jahr das 25-jährige Bestehen ihres Feinkostgeschäfts mehr oder weniger für sich begangen.

Seitdem haben sie das eigene Arbeitspensum etwas eingeschränkt. „Montag Ruhetag“, signalisieren handgeschriebene Schilder, dass sie der Gesundheit zuliebe von der bisherigen 70-Stunden-Woche runterkommen wollen. Eine Umstellung für Schüler und Berufstätige, die sich zur Mittagszeit in dem kleinen Geschäft mit frischen Salaten und so individuell wie liebevoll von Carmine Jacovino belegten Ciabattabroten eingedeckt haben. „Er managt die Wurst- und Käsetheke“, sagt Rebecca Jacovino, während sie hinter der Fischtheke, ihrem Spezialgebiet, zum Feierabend hin saubermacht. „Außerdem kauft er jeden Morgen auf dem Großmarkt ein.“

Rebecca arbeitet seit sie 14 ist im Feinkostgeschäft

In den 60er Jahren, als Rebecca drei Jahre alt war, holte ihr Vater die Familie aus dem Dorf Terravecchia ganz im Süden von Italien nach Winnenden. Mit 14 Jahren fing Rebecca an zu lernen und arbeiten bei Feinkost-Wieland am Markt. Etwa zeitgleich, 1975, begann Carmine in Deutschland, im Sauerland, zu arbeiten. Beim Urlaub in ihrer beider Heimatdorf Terravecchia lernten sie sich kennen, sie heirateten 1980, er zog nach Winnenden.

Wie geht es der Verwandtschaft in Italien im Corona-Jahr? „Die Leute dort nehmen das Virus sehr viel ernster als wir hier, und die Versorgung mit Krankenhäusern ist viel schlechter“, erzählt Rebecca. 50 bis 60 Kilometer entfernt liegt das nächste Hospital. „Von meinem Händler in der Toskana habe ich gehört, dass es im Norden des Landes aber auch nicht besser ist. Es gibt in Italien viel zu wenig Kliniken und Betten.“

Zum 25-Jahr-Jubiläum ihres Feinkostladens haben Rebecca und Carmine Jacovino die ganze Geschichte erzählt, wie es zu dem erfolgreichen Geschäft kam.

Und was sagt eine Apothekerin über die Masken? Lesen Sie hier weiter

Wie gehen zehn Winnender in den unterschiedlichsten Berufen mit der Maske um? Und was sind ihre Hoffnungen fürs neue Jahr? Im zweiten Teil unserer Serie sprachen wir mit Carmine Jacovino, der im Feinkostgeschäft seiner Frau Rebecca arbeitet.

Unter der schwarzen Maske fällt dem sonst so ausgeglichen und heiter wirkenden 65-Jährigen das Lachen und Lächeln schwer. „Meine Hoffnung für 2021 kann ich dir gleich sagen“, poltert er los, „dass es bald vorbei ist mit Corona!“ Denn damit wäre

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