Winnenden

Wie geht es dem Klimaschutz in Winnenden? Was unternimmt die Stadt?

Waldschäden: Von oben herab trocknen die Buchen aus, da es zu wenig Regen seit ein paar Jahren gibt, die aktuelle Situation im W
Klimaproblem im Wald: Von oben herab trocknen die Buchen aus, da es  seit Jahren zu wenig Regen gibt © Benjamin Beytekin

Die Stadt tut was für den Klimaschutz. Sie baut die Fernwärme aus, sie betreibt Fotovoltaik-Anlagen, sie dämmt ihre Gebäude, so gut es geht und so weit es finanzierbar ist. In nächster Zeit möchte sie einen kommunalen Wärmeplan aufstellen und eine Stadtklimaanalyse erstellen lassen. Bis in 20 Jahren sollen alle städtischen Einrichtungen zusammen „weitgehend“ klimaneutral werden, „strebt“ die Stadtverwaltung „an“. So viel hat der Gemeinderat beschlossen, einen Teil davon in seiner jüngsten Sitzung.

Falls die Landesregierung Zuschüsse gäbe für einen „Beauftragten für Klimaneutralität“, würde die Stadt auch eine entsprechende Stelle schaffen und eine Person einstellen. So viel Klimaschutz will die Stadt schon betreiben.

Die Alternative Liste beantragt ein Konzept

Die Stadträte der Alternativen Liste (ALi) wollten in der jüngsten Sitzung mehr Grundsätzliches. Ein umfassendes Klimaschutzkonzept sollte von einem bei der Stadt angestellten Experten erstellt werden. Er oder sie sollte analysieren, wie Winnenden Kohlendioxid ausstößt, wie viele alte Ölheizungen, ungedämmte Wohnhäuser, Nachtspeicheröfen und andere Atmosphärebelaster die Stadt hat. Daraus sollte ein Plan werden, wie Winnenden systematisch das Klima schützen soll. ALi-Stadtrat Martin Oßwald-Parlow erzählte von einem regionalen Unternehmen, das verspricht, innerhalb von wenigen Jahren klimaneutral zu werden. „Dafür braucht es ein Konzept. Elf Handlungsfelder reichen dafür nicht.“

„Elf Handlungsfelder“ hat die Stadt vor einem Jahr aufgestellt. Sie gaben Orientierung, wo etwas zu machen wäre. „Das klang damals sehr vielversprechend. Es sind aber keine messbaren Ziele festgelegt worden. Und bei der ersten Gelegenheit wurde ein wichtiger Beschluss von damals gekippt“, meinte ALi-Sprecher Christoph Mohr im Gemeinderat.

Was bringen elf Handlungsfelder?

Vor einigen Woche hatte der Gemeinderat zwei Kindergarten-Neubauten zu beschließen. Bei beiden verzichtete er darauf, dass sie eine superstrenge Energienorm einhalten, die in den „elf Handlungsfeldern“ immer noch steht. Stattdessen beschlossen die Räte aber immerhin die KfW-55-Norm, die bei neuen Wohngebäuden heute gang und gäbe ist.

Der Umweltreferent zählte auf, was die Stadt macht aufgrund dieser elf Handlungsfelder: Lastenfahrräder werden gefördert, 400 Bäume seien gepflanzt worden, die Stadtwerke hätten Elektroautos angeschafft und die Stadt habe gute Aussichten, den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 auf 50 Prozent zu senken. Seine eigenen Handlungsfelder-Vorgaben sieht Umweltreferent Kromer relativ gelassen. Zu den verfehlten Energiesparzielen bei den Kindergärten erklärte er letzte Woche im Gemeinderat: „Hätte man mir vor zwei Jahren gesagt, dass wir einen Kindergarten nach der KfW-55-Norm bauen, hätte ich bloß gesagt: Wow!“

„Eine überholte Maßnahme“

Ist das von ALi vorgeschlagene Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) zu kompliziert? OB Hartmut Holzwarth urteilt so: „Wir halten das IEKK für eine überholte Maßnahme.“

Die Stadt tut was für den Klimaschutz. Sie baut die Fernwärme aus, sie betreibt Fotovoltaik-Anlagen, sie dämmt ihre Gebäude, so gut es geht und so weit es finanzierbar ist. In nächster Zeit möchte sie einen kommunalen Wärmeplan aufstellen und eine Stadtklimaanalyse erstellen lassen. Bis in 20 Jahren sollen alle städtischen Einrichtungen zusammen „weitgehend“ klimaneutral werden, „strebt“ die Stadtverwaltung „an“. So viel hat der Gemeinderat beschlossen, einen Teil davon in seiner jüngsten

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