Winnenden

Winnenden: Alfons Hauber zeigt seine Blumenbilder und Tessiner Stadtansichten

Künstler Hauber
Alfons Hauber mit einigen seiner Bilder, die seit Montag in den Schaufenstern des Testzentrums an der Marktstraße ausgestellt sind. © Alexandra Palmizi

Die Malerei begann für Alfons Hauber mit einem kleinen Holzbrett, etwas größer als eine Postkarte. Der Bub guckte einem Mann zu, der mit Ölfarben zugange war, und der lud ihn gleich ein, mitzumachen: „Kerle, hosch a Freud? Da hosch a Brettle und derfsch meine Farba nemma.“ Der etwa Zehnjährige zauderte nicht und zauberte mit dünnem Pinsel eine idyllische Almwiese mit Haus vor Bergkulisse auf das Brett. Man sieht das Talent, das gute Gespür, wie man aus der Kombination von hellen und dunklen Farbstrichen ein realistisch wirkendes Abbild erzeugt. Das war 1950 und der Beginn eines erfüllenden Hobbys.

Ein Schuhvertreter, der beruflich, aber auch privat viel herumkam

Von den sicher 500 Bildern, die der Winnender in den vergangenen 72 Jahren gemalt hat, sind seit Montag ein paar wenige (Aquarelle, Bleistiftzeichnungen, Ölbilder) in den Schaufenstern des Testzentrums an der Marktstraße ausgestellt. Alfons Hauber erfreut das Betrachter-Auge mit bunten Blumenstillleben, ernst dreinblickenden peruanischen Kindern, die er bei einer Reise ganz vorsichtig fotografiert hat, und detailreichen Stadtansichten aus dem Tessin (Lugano, Ancona und andere). Ums Eck kann man noch Motive aus der Heimat entdecken, Bootsanleger am Bodensee, eine Steinbrücke, Ulm und Schwäbisch Hall. Ein jedes Bild übt eine Faszination für sich aus.

"Einen Kurs habe ich nie gemacht"

Der Maler selbst würde der Redakteurin zwar am liebsten den Block wegnehmen, damit sie nicht so viel schreibt. Er wolle nicht als Angeber dastehen. Als einen solchen wollen und können wir ihn allerdings auch gar nicht darstellen, der Mann ist bescheiden. Aber das Talent kann man ihm halt auch nicht absprechen. „Einen Kurs habe ich nie gemacht“, sagt Alfons Hauber.

Gelernt hat er Schuhmacher, aber 40 Jahre lang ist der Winnender als Schuhvertreter durch Hessen und Baden-Württemberg gefahren zu den Schuhgeschäften, „80 000 Kilometer im Jahr“. Die Malerei lief nebenher, zur eigenen Unterhaltung. Gleichwohl hat er früher schon immer wieder ausgestellt, zum ersten Mal bei Blumen Luckert.

Filzkunst von Irmgard Schnabel

Auch Irmgard Schnabels Filzkunst ist ab sofort zu sehen, links vom Testzentrums-Eingang: die Häschenschule, eine Osterhasenfamilie, ein Froschkonzert und viele weitere nette Sachen von der Winnenderin.

Am 16. April wechseln Motive und Künstler wieder, so hat es Diethard Fohr von der Initiative Stadtmuseum geplant. Es wird indes noch länger dauern bis zur Umsetzung des Museums, aber das Ziel ist, Winnender Malern wie Julius Kornbeck, Wolfgang von Sternenfels, Reinhold Strohhäcker, Carl Dobler, Hermann Abbrecht eine Dauerausstellung einzurichten.

Die Malerei begann für Alfons Hauber mit einem kleinen Holzbrett, etwas größer als eine Postkarte. Der Bub guckte einem Mann zu, der mit Ölfarben zugange war, und der lud ihn gleich ein, mitzumachen: „Kerle, hosch a Freud? Da hosch a Brettle und derfsch meine Farba nemma.“ Der etwa Zehnjährige zauderte nicht und zauberte mit dünnem Pinsel eine idyllische Almwiese mit Haus vor Bergkulisse auf das Brett. Man sieht das Talent, das gute Gespür, wie man aus der Kombination von hellen und dunklen

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