Winnenden

Winnenden bekommt beschilderte Wanderwege

Neue Infotafeln erläutern den WEinbau am schlossberg.
Am Bürger Schlossberg befindet sich ein Teil des barrierefreien Wanderwegs. Er ist bis jetzt nicht ausgeschildert. © Garbiel Habermann

Die Stadt wirbt in fast jeder Stellenanzeige mit ihrer landschaftlich wunderschönen Umgebung. Tatsächlich finden zum Beispiel Wanderer hier ein langes Wegenetz, Abwechslung mit Wald, Wiesen und Weinbergen, Tälern und Höhen mit Aussicht. Was indes absolut fehlt, ist Orientierung für unterwegs und beschilderte Rundwanderungen. Das soll sich nach einem Vorschlag des Amts für Schulen, Kultur und Sport sowie einem zustimmenden Beschluss des Gemeinderats ändern.

Ein Gesamtkonzept wird in Auftrag gegeben, das verschiedene ausgeschilderte Wanderwege für unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen beschreibt, insgesamt bis zu 180 Kilometer.

Die Wanderungen sollen sowohl für (Tages- und Wander-)Touristen im Allgemeinen, aber primär auch für die Winnender Einwohnerschaft geschaffen werden, so das Kulturamt. Und zwar bis spätestens zum Deutschen Wandertag im August 2022. Die einzelnen Touren werden online und über Printprodukte beziehungsweise einen erstmalig gestalteten Wanderwegeprospekt vermarktet.

Anlass: Deutscher Wandertag

Den deutschen Wandertag 2022 darf die Stadt Fellbach ausrichten, das Remstal und auch Winnenden als Mitglied im Tourismusverein beteiligen sich mit verschiedenen Führungen und Programmpunkten. Denkbar seien zum Beispiel (kulinarische) Themenführungen zu Wein und Weinbau zusammen mit dem lokalen Wein- und Kulturverein oder zum Thema Geologischer Pfad zusammen mit dem Schwäbischen Albverein oder dem Naturschutzbund. Erste Gespräche seien bereits erfolgt, die Vereine bekundeten Interesse.

Wegen der interkommunalen Gartenschau 2019 haben die anderen Mitglieder bereits eine Vielzahl an Wanderwegen einheitlich ausgeschildert und so eine überregionale Wanderwegeinfrastruktur geschaffen. Winnenden kann ein solches einheitlich gestaltetes Wegenetz momentan noch nicht vorweisen und will daher nachziehen.

Bisher nur sechs Routen beschildert

Die bisherige städtische Wanderwegeinfrastruktur umfasst exakt einen ausgeschilderten Weg, den geologischen Lehrpfad, der am Ortsende bei der Breuningsweiler Straße beginnt und bis Remshalden-Grunbach führt.

Die drei Panoramawege, für die man nur am Bahnhof ein größeres Hinweisschild und Beschreibungen in einer Broschüre oder auf www.winnenden.de findet, sind nicht beschildert, sondern lassen sich lediglich mit der Online-Plattform „Outdooractive“ mit Navigationsangaben nachwandern. Auch der Rollstuhlrundweg bei Bürg ist nicht beschildert.

Hinzu kommen weitere interkommunale und überörtliche Wanderwege, die nicht von der Stadt festgelegt oder beschildert wurden. Dazu zählen zum Beispiel der Jakobsweg, der Rems-Murr-Wanderweg sowie vom Schwäbischen Albverein beschildert der Württembergische Wein-Wanderweg, der Georg-Fahrbach-Weg sowie der Hauptwanderweg 10, Etappe 6.

Konzept kostet 70 000 Euro, abzüglich Zuschüsse

Die Konzeption beginnt bereits diesen Herbst durch ein beauftragtes Fachbüro mit der Wege- und Katasterplanung, das Ergebnis soll bis Frühjahr 2021 vorliegen. Ein Treffen mit wanderaffinen Gruppen hat stattgefunden, die Kosten liegen bei 20 000 Euro. Die Umsetzung mit Anbringen der Beschilderung und Markierungen erfolgt bis zum Jahresende 2021. Für diesen zweiten Projektschritt wird noch per Ausschreibung ein Ausführender gesucht, mit Kosten von insgesamt rund 50 000 Euro rechnet die Stadt.

Jene zweite Projektphase fördert das Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes Baden-Württemberg mit bis zu 15 Prozent, das wären also 7500 Euro, hinzu kommt eine vom Winnender Wein- und Kulturverein in Aussicht gestellte Spende in Höhe von rund 5000 Euro. Letztlich trägt die Stadt für das Gesamtkonzept also rund 58 000 Euro.

Wer kümmert sich um die Wegpflege?

Nichts ausgesagt ist damit über den Zustand der Wege. Üblicherweise sorgen die Revierförster dafür, dass die Wege so instand gehalten werden, dass auch Erholungssuchende und nicht nur Holztransporter sie nutzen können. Der Waldbesitzer bezahlt den Wegeunterhalt. Neuerdings gibt's dafür auch Zuschuss vom Land.

Stadtrat Hans Ilg (FWV) wandert viel und hatte beispielsweise schon vor längerer Zeit kritisiert, dass ein etwa 300 Meter langer Waldabschnitt auf der Markungsgrenze zwischen Winnenden und Korb bei Nässe unbegehbar ist. „Selbst mit guten Wanderschuhen tut man sich da schwer, die Wanderer bilden deshalb drei, vier Spuren außen herum. Da müsste man einfach ein bisschen Schotter oder so einbringen.“ Indes hat sich bisher niemand für zuständig erklärt. Die Waldbesitzerin Hofkammer sagt, Wanderwege gehen sie nichts an, das hat Ilg schon vor zwei, drei Jahren schriftlich bekommen.

„Im Sommer wollten wir uns eigentlich mit dem Gemeinderat Korb treffen, da hätten wir bei einem Viertele entschieden, wer's macht“, erzählt Hans Ilg von der coronabedingten Absage des Treffens. Aber inzwischen hat er eine Ansprechpartnerin im Kulturamt des Rathauses, Tanja Trefz, die die Wanderkonzeption unter sich hat und die schlechte Wegabschnitte an die Zuständigen meldet. Ilg ist zuversichtlich, dass sich durch sie etwas tut.

„Vorbildlich hat zum Beispiel der Revierförster Andreas Münz nun einen Abschnitt des Jakobswegs richten lassen, der auch schon lange beschädigt war.“ Er weiß, es geht nicht immer sofort, der Förster muss die Maschinen zur Verfügung haben und das passende Wetter. Aber vor 14 Tagen, hat Hans Ilg nun von Tanja Trefz erfahren, war es so weit, sein Wunsch wurde erfüllt.

Die Stadt wirbt in fast jeder Stellenanzeige mit ihrer landschaftlich wunderschönen Umgebung. Tatsächlich finden zum Beispiel Wanderer hier ein langes Wegenetz, Abwechslung mit Wald, Wiesen und Weinbergen, Tälern und Höhen mit Aussicht. Was indes absolut fehlt, ist Orientierung für unterwegs und beschilderte Rundwanderungen. Das soll sich nach einem Vorschlag des Amts für Schulen, Kultur und Sport sowie einem zustimmenden Beschluss des Gemeinderats ändern.

Ein Gesamtkonzept wird in

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