Winnenden

Winnenden: Gefährliche Laufbahn im Herbert-Winter-Stadion soll gerichtet werden

Herbert Winter Stadion
Gefährlich: Die aufgeplatzte Laufbahn im Herbert-Winter-Stadion. © Benjamin Büttner

Die Laufbahn im Herbert-Winter-Stadion ist inzwischen für Wettkämpfe zu gefährlich. Wie lange der Trainingsbetrieb noch aufrechterhalten werden kann, ist fraglich. Das liegt daran, dass die Kunststofflaufbahn mittlerweile übersät ist von Rissen und Unebenheiten, von fiesen Stolperfallen für die Sportlerinnen und Sportler. Im Sommer, bei Hitze, heißt es, wirft die rote Bahn regelrecht Blasen. Das Problem: Die Sanierung kostet viel Geld. Sie soll aber im kommenden Jahr ausgeführt werden, ebenso wie eine Erneuerung des Rasenplatzes und der Stadionbeleuchtung.

Gesamtkosten: rund 1,18 Millionen Euro

Dafür hat der Winnender Gemeinderat noch vor der Weihnachtspause die Weichen gestellt. Rund 1,18 Millionen Euro sollen die Baumaßnahmen kosten.

Als erste Schritte hat das Gremium die Vorentwurfsplanung samt Kostenschätzung abgenickt und die Verwaltung damit beauftragt, einen Antrag auf finanzielle Förderung beim Land zu stellen. Dafür hatten die Winnender nur noch bis Jahresende Zeit. Der weitere Zeitplan: Im März soll der Gemeinderat die Entwurfsplanung genehmigen. Im April könnte die Stadt dann den Bauantrag einreichen. Im Juli dürfte der Zuwendungsbescheid des Landes eingehen (voraussichtlich werden um die zehn Prozent der Gesamtkosten erstattet). Im Dezember könnten dann die Bauleistungen vergeben werden, ehe (witterungsbedingt) zwischen März und September 2024 der Sportplatz saniert werden soll.

Experten: Sanierung „dringendst“ nötig

Schulen und Sportvereine müssen sich also in jedem Fall noch deutlich über ein Jahr gedulden, bis sie wieder auf einer ebenen Laufbahn ihre Runden drehen dürfen, die nicht ins Rutschen gerät, wenn es im Sommer heiß wird. Zwar ist der Unterbau aus Beton noch gut in Schuss, der Kunststoffbelag aber mittlerweile so flächendeckend beschädigt, „dass man nicht mehr weiß, wo man aufhören und anfangen soll“, wie es aus dem Bauamt heißt. Oder, wie es die Experten von „Plankonzept“, einem Ingenieurbüro für Sportanlagen in Brackenheim, ausdrücken: „Der Belag weist viele Reparaturstellen auf, die Oberschicht löst sich in weiten Teilen ab und wird breiig, so dass die Verkehrssicherung nicht mehr gewährleistet werden kann und eine Sanierung dringendst erforderlich ist.“

Die Firma hat die Planungen für die Erneuerung des Herbert-Winter-Stadions übernommen. Diese umfassen eigentlich den gesamten Sportplatz: Laufbahn, Rasenfeld, Umgangswege, Lautsprecheranlage, neue Geräteräume, Beleuchtung ... Würde alles umgesetzt, würde das die Stadt rund 1,72 Millionen Euro kosten, abzüglich der Förderung vom Land.

1,72 Millionen sind den Räten zu viel Geld

Viel zu viel Geld, befanden die Stadträte Ende 2022 unter dem Eindruck bedrückender Haushaltsberatungen. Lediglich fünf Bürgervertreter stimmten für diese „Vollvariante“, die insbesondere die Wünsche der Vereine nach mehr Stauraum und Verschattung berücksichtigte. ALi-Sprecher Christoph Mohr hatte sich dafür ausgesprochen. Er glaube nicht, dass die Stadt Geld spare, wenn sie die notwendigen Arbeiten Schritt für Schritt ausführe: „Ich bin der Meinung, wir sind es den Vereinen und Schulen schuldig, dass wir hier ohne Zeitverzug loslegen und die volle Planung umsetzen.“

Auch ein Vorstoß der FDP, so viel wie möglich umzusetzen, die Maßnahme aber bei 1,5 Millionen Euro zu deckeln, fand keine Mehrheit.

Rasen: „Hoher Besatz an Fremdkräutern“

Mit 15:7 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) sprach sich das Gremium schließlich für die Variante aus, in der sowohl die Leichtathletikanlagen inklusive Laufbahn als auch das Fußballfeld und die Beleuchtung erneuert werden. Immerhin! Zur Diskussion hatte auch gestanden, in einem ersten Schritt lediglich die Laufbahn zu erneuern. Das Argument verfing, dass die Rasenfläche dann vermutlich wenige Zeit später doch an der Reihe gewesen wäre und dabei die nagelneue Laufbahn hätte überfahren werden müssen. Jetzt soll die Sanierung „von innen nach außen“ vorgenommen werden.

Denn auch dem Fußballfeld stellen die Fachplaner kein gutes Zeugnis aus: „Das Rasenspielfeld ist sehr uneben, weist einen hohen Besatz an Fremdkräutern auf und die entstandene Pflegeschicht hat einen zu hohen Humusanteil“, berichten sie. Die vorhandene Grasnarbe soll entfernt, die Fläche geebnet „und mit etwas Sand abgemagert, Bodenverbesserungs- und Bodenhilfsstoffe eingearbeitet und neu eingesät“ werden. Auch die Beregnungsanlage wird erneuert. Kosten für dieses Modul: rund 182.000 Euro.

Damit auf der Laufbahn künftig auch im Winter noch abends gute Sicht herrscht, sollen „circa 22 Masten mit LED-Lampen, ähnlich einer Rad-/Fußwegbeleuchtung“ aufgestellt werden. Kosten: rund 91.000 Euro.

Das teuerste Modul umfasst die Leichtathletikanlage mit der Sanierung der Laufbahn. Unter anderem sollen Zwischenflächen zwischen Fußballfeld und Anlage aus Rasen in Kunststoff umgebaut werden (Ziel: weniger Schmutz, neue Sportflächen), die Hochsprunganlagen näher an das Spielfeld rücken, eine neue Speerwurffläche entstehen, die Kugelstoßanlage wird verkleinert werden. Kosten für dieses Modul: rund 909.000 Euro.

Die Laufbahn im Herbert-Winter-Stadion ist inzwischen für Wettkämpfe zu gefährlich. Wie lange der Trainingsbetrieb noch aufrechterhalten werden kann, ist fraglich. Das liegt daran, dass die Kunststofflaufbahn mittlerweile übersät ist von Rissen und Unebenheiten, von fiesen Stolperfallen für die Sportlerinnen und Sportler. Im Sommer, bei Hitze, heißt es, wirft die rote Bahn regelrecht Blasen. Das Problem: Die Sanierung kostet viel Geld. Sie soll aber im kommenden Jahr ausgeführt werden,

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