Winnenden

Winnenden: Gottesdienstbesucher spenden im Jahr 2023 für Anamed international

Anamed Gabun
Ein Anamed-Seminar-Team im afrikanischen Gabun. © NN

Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Winnenden hat für das Weltmissionsopfer 2023 wieder das Projekt Anamed (Aktion natürliche Medizin) ausgewählt. Darüber berichtet Brigitte Gutemann für unsere Zeitung und die neue Ausgabe der Kirchennachrichten.

Das Weltmissionsopfer ist ein landeskirchliches Opfer, zu dem jede einzelne Kirchengemeinde ihren solidarischen Beitrag leistet. In Winnenden werden beispielsweise die Spenden, die bei Trauungen, Taufgottesdiensten und Lobpreisgottesdiensten erbracht werden, der Weltmission zugeführt. Seit mehreren Jahren unterstützt die Gesamtkirchengemeinde Winnenden die christliche Aktion Anamed, die ihren Sitz seit 35 Jahren in Winnenden hat, dem Wohnort des Gründers Hans-Martin Hirt.

Die Gruppen stellen günstig Medizin her

Durch die finanzielle Unterstützung konnten inzwischen viele Anamed-Gruppen in den Entwicklungsländern Afrikas und Asiens gegründet werden. Ihre Aufgabe ist es, aus lokal vorhandenen Heilpflanzen preisgünstige Arzneimittel zu gewinnen, so dass jedes Hospital sie ohne Probleme verwenden kann. Käufliche Tabletten und Injektionen haben oftmals ihren Ursprung in natürlich wachsenden Heilpflanzen, sind aber oft unerreichbar teuer.

Es gibt auch Anamed-Seminare für Frauengruppen, Heilpraktiker und Ärzte, Schulen und Kindergärten, ja, sogar in Gefängnissen. Aus unerfahrenen Teilnehmern werden so mit der Zeit begehrte „Barfußmediziner“, das heißt, sie stellen sich auf eine Stufe mit der allerärmsten Bevölkerung. Für die Seminare druckt Anamed Bücher und Poster in einheimischen Sprachen. Das Anlegen von Heilpflanzengärten wird unterstützt, für Bedürftige zahlt Anamed Reisekosten, Unterkunft und Verpflegung während des Seminars.

Mindestens 4500 Euro im Jahr bisher

Über die neuerliche Zuwendung ist der Vereinsgründer Hans-Martin Hirt mehr als froh. Er betont gegenüber unserer Zeitung, dass Anamed 1994 als Verein der evangelischen Kirchengemeinde Schelmenholz mit Pfarrer Markus Andres an den Start gegangen war.

Zuvor musste die Aktion natürliche Medizin sich sechs Jahre lang im Kongo gegen Autoritäten wehren, „die uns mit unbezahlbaren Gebühren lahmlegen wollten“, schreibt Hans-Martin Hirt über den schwierigen Weg zur Anerkennung des natürlichen und günstigen Malariamittels. Von 2019 bis 2022 gerieten Anamed Edition und Landratsamt in eine Rechtsstreitspirale, die im August durch einen Vergleich beendet wurde. Hirt spricht davon, dass dies die eigentliche Arbeit behindert habe und Anamed daher umso dankbarer ist für die Unterstützung durch die Gesamtkirchengemeinde Winnenden. Im Jahr 2019 erhielt der Verein 4500 Euro, im Jahr 2021 4610 Euro.

Hans-Martin Hirt beschreibt für unsere Zeitung ein Beispiel der aktuellen Arbeit. „Wir wollen einen Weg aus der Misere bereiten, zum Beispiel Gesundheitszentren, ,Urwaldkliniken’ bauen, selbst in Gebieten wie dem Kongobecken, wo sich kaum noch ein Weißer hinwagt.“ Die einzelnen Schritte: 1. Das Dorfkomitee bittet einen Anamed-Mitarbeiter um eine Anamed-Klinik.

2. Der Mitarbeiter fragt, was das Dorf selber beitragen will: Baumaterial wie Bretter selber zuzusägen, das Gebäude ehrenamtlich zu bauen, das von Anamed gespendete Wellblech anzubringen.

3. Nur dann erhält die Klinik dank Spenden ein Labor, Fahrräder für die Vorsorgemedizin und „chemische“ Medizin für die Fälle, wo Anamed nicht genügend Heilpflanzen oder Kenntnisse darüber hat.

4. Der Betrieb folgt nach dem ABC-Prinzip: A = Analyse, B = biologische Behandlung, wenn das nicht hilft, C = chemische Behandlung.

5. Der Dorfpfarrer verwaltet gegen ein Taschengeld die Finanzen.

6. Als letzter Schritt steht die Zulassung durch den Staat. Wer nun als Patient kein Geld hat, bringt ein paar Erdnüsse als Ersatz, wer auch das nicht hat, arbeitet im Heilpflanzengarten, wer auch das nicht kann, wird kostenlos behandelt.

Bisher 70 Gesundheitszentren eröffnet

Jeder Patient wird informiert, mit welchen Heilpflanzen er welche Krankheiten oder Symptome das nächste Mal selber behandeln kann. Somit kann Anamed mit einem Minimum von Geld ein Maximum von Patienten versorgen. Der einheimische Koordinator besucht regelmäßig die Klinik und verteidigt die Klinik zum Beispiel gegen den Staat, der möglichst viele Steuern eintreiben will. Und wenn Terroristen kommen, so wie im Jahr 2022 in Mosambik, arbeiten die Anamed-Kliniken im Untergrund weiter. Somit wird die Gesundheitserhaltung der Bevölkerung laut Hirt „unkaputtbar“.

Etwa 70 solcher Zentren haben Anamed-Mitarbeiter im Lauf der Zeit aufgebaut, sie befinden sich im Urwald, aber auch in Hauptstädten. Kaum steht eine Klinik, werden schon Kranke angeliefert.

Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Winnenden hat für das Weltmissionsopfer 2023 wieder das Projekt Anamed (Aktion natürliche Medizin) ausgewählt. Darüber berichtet Brigitte Gutemann für unsere Zeitung und die neue Ausgabe der Kirchennachrichten.

Das Weltmissionsopfer ist ein landeskirchliches Opfer, zu dem jede einzelne Kirchengemeinde ihren solidarischen Beitrag leistet. In Winnenden werden beispielsweise die Spenden, die bei Trauungen, Taufgottesdiensten und

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