Winnenden

Winnenden hat eine neue Weinbar, "Hus 16", die Wohnküche der Wirtin und Nagelstudio-Chefin Alla Heyden

Hus 16
Alexandra Heyden auf der Terrasse ihrer neuen Weinbar Hus 16. Im Haus Schorndorfer Straße 16 wohnt sie schon rund 30 Jahre. © ALEXANDRA PALMIZI

Sie mag Menschen. Sie mag Weine. Und sie hat fast 30 Jahre ihres Lebens im Haus an der Schorndorfer Straße 16 verbracht, das ältere Winnender noch als Haushaltswarengeschäft Schlotterbeck kennen. Alexandra Heyden (55), die Freunde und Verwandte Alla nennen, hat es vor zwei Jahren zusammen mit ihrem Mann Alexander, zu dem alle Xandi sagen, gekauft. „Es entstand die Idee einer Weinbar, die zugleich unsere private Wohnküche und Terrasse ist“, gewinnt Alla Heyden Corona durchaus etwas Positives ab. Der Plan, das Haus in der Rente umzubauen, wurde kurzerhand vorgezogen.

Praktischerweise ist der 53-Jährige Architekt, wodurch die Planung ihren Schrecken verliert, wenngleich die Umgestaltung eines Hauses immer noch anstrengend ist. Doch die Pandemie setzte Kräfte frei, das reiselustige und kommunikative Paar heckte Neues aus, zumal Alla als Chefin des wahrscheinlich ältesten Nagelstudios der Stadt acht Monate Däumchen drehen musste.

Kleine Speisen, kredenzt im Weckgläschen

Im Juni, als die Gaststätten wieder öffnen durften, war also auch Alla Heyden mit am Start, und ihr Konzept sieht so aus: „Die Leute können sich mittwochs und donnerstags nach der Arbeit oder samstags nach dem Markt bei mir treffen.“ Sie bereitet kleine Speisen in Weckgläschen zu, Tomatensalat, Quiche, Gemüsesticks, auch eine Vesperbox gibt es. Es gibt dazu alkoholfreie Getränke, eine Sorte Bier und eine große Auswahl an Weinen. Mit dieser setzt Alla Heyden bewusst einen neuen Akzent in Winnenden. „Es gibt sie nicht bei den hiesigen Weingütern und auch nicht im Supermarkt.“ Etwa ein Drittel bezieht sie von einem Großhändler für Bio-Weine, zwei Drittel sind selber recherchiert, auf Tipps der Freunde und Bekannten hin ausprobiert, bei Reisen entdeckt. Also überwiegend aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich. Zwei Bedingungen müssen sie erfüllen: gehobene Klasse sein und einem vom Ehepaar Heyden schmecken. Ihre Lieblingsweinsorte ist der Riesling, seine Grüner Veltliner. Im Kühlschrank stehen momentan Tropfen von Dr. Corvers-Krauter aus Rheinhessen oder Machörndl aus der Wachau. Als Geheimtipp handelt Alla Heyden den „Tag am Meer“ von Hammel und Cie, einen der wenigen Sauvignon Blancs, der sie fasziniert, weil er nicht so wuchtig-parfümig daherkommt. „Ich mache meine Hausaufgaben und lese viel über Wein. In der Bar gehe ich aber ziemlich hemdsärmelig vor, frage nach, was die Gäste gern trinken, und gebe lieber mal ein kleines Probiererle, um sicherzugehen, dass der Wein den Geschmack trifft.“

Die Latten aus Lärchen-Holz: Blickdicht und eine Verbeugung vor Vorarlberg

„Hus 16“ hat Alla Heyden ihre Weinbar getauft. Mit ihrem „Wellnails“-Studio für Hand und Fuß ist sie vom Hochparterre in den ersten Stock gezogen, ebenso wie Mieterin Melanie Schönfeldt mit ihrer PR-Agentur. Im zweiten Stock hat Xandi sein Büro eingerichtet, seit 2010 ist er selbstständig. An der Tür der Wohnküche endet der Bereich, den Alla und Xandi mit den Gästen teilen, WC und Bad sind privat, Schlafzimmer und Wohnzimmer samt privater Terrasse liegen im rückwärtigen Teil des Hauses (Baujahr 1912), das vor etwa 25 Jahren bis aufs Hochparterre abgetragen und neu auf- und ausgebaut wurde.

Äußerlich haben die Heydens nur wenige Dinge verändert: Links vom Haus steht ein WC-Container für die Gäste. Mitten auf dem Parkplatz wächst eine 18 Jahre alte Linde weiter, die sie neu gepflanzt haben. Und vor den ehemaligen Schaufenstern sind nun Terrassen mit Latten aus sibirischer Lärche blickdicht gemacht. Das verdeckt nun zwar den rötlichen Sandsteinsockel, der aufgeklebte Fassade ist. Aber für Gäste wie Bewohner schaffen die Latten Privatheit – und einen Bezug zum österreichischen Vorarlberg, das bei Architekten und Bau-Interessierten seit Jahrzehnten Maßstäbe setzt bei der Kombination Alt mit Neu, Holz und Glas. „Von einem Urlaub in Lech haben wir auch das ,Hus' mitgebracht, es ist Wälder-Dialekt für Haus“, sagt Xandi Heyden.

Sie mag Menschen. Sie mag Weine. Und sie hat fast 30 Jahre ihres Lebens im Haus an der Schorndorfer Straße 16 verbracht, das ältere Winnender noch als Haushaltswarengeschäft Schlotterbeck kennen. Alexandra Heyden (55), die Freunde und Verwandte Alla nennen, hat es vor zwei Jahren zusammen mit ihrem Mann Alexander, zu dem alle Xandi sagen, gekauft. „Es entstand die Idee einer Weinbar, die zugleich unsere private Wohnküche und Terrasse ist“, gewinnt Alla Heyden Corona durchaus etwas Positives

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