Winnenden

Winnenden hat sehr früh die Testkits beschafft - aber: Wie freiwillig sind die Schnelltests an den Schulen?

Schnelltest schule
Testkits in einer Schule: Winnenden hat das Testen in Schulen selbst in die Hand genommen und die Tests bereits jetzt verteilt. © Benjamin Büttner

Die meisten Eltern und Schüler sind froh: Alle Schulen sind von der Stadt mit Corona-Tests versorgt worden und haben am Donnerstag die Eltern der Schüler informiert. Merkwürdig fanden allerdings Eltern eine Passage im Schnelltest-Schreiben des Lessing-Gymnasiums. Sie hatten gelesen und gehört, dass der Schnelltest für Schüler freiwillig sei, dass er getestet wird, wenn für den Schüler eine Einverständniserklärung vorliegt. So oder so ähnlich schreibt es auch Direktor Jörg Steinl vom Lessing-Gymnasium. Dem folgt allerdings ein Satz, der für alle gilt, die keinen Test wollen: „Wir gehen dann davon aus, dass Ihr Kind bis zu den Osterferien nicht am Präsenzunterricht teilnehmen wird.“

Ist das noch freiwillig? Freiwillig heißt doch: ohne jeglichen Zwang, ohne dass ich irgendwelche Nachteile habe, ohne dass mir eine bestimmte Leistung entzogen wird.

Anfrage beim Kultusministerium: Was heißt freiwillig im Zusammenhang mit den Schnelltests? „Die Tests sind nicht verpflichtend, sondern finden auf freiwilliger Basis statt. Folglich hat es für die Teilnahme dieser Schülerinnen und Schüler am Schul- und Unterrichtsbetrieb auch keine Folgen. Allerdings ist es natürlich das Ziel, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler die Tests in Anspruch nehmen“, schreibt eine Sprecherin von Kultusministerin Eisenmann.

Wenn der Test positiv ausfällt ...

Selbstverständlich soll die Schule darauf achten, dass möglichst viele sich testen lassen, damit möglichst gar keine Infektionsketten in der Schule selbst entstehen. Direktor Steinl beschreibt auch sehr genau, wie das Gymnasium mit den Tests umgeht: „Wir haben, in Rücksprache mit dem Elternbeirat, für unsere Schule entschieden, dass diese Selbsttests zu Hause durchgeführt werden sollen. Wir sind gemeinsam davon überzeugt, dass dieser Weg die höchste Akzeptanz und Beteiligung bringen wird. Zumal so auch sichergestellt werden kann, dass ein positiv getestetes Kind erst gar nicht das Schulgebäude betritt, sondern direkt in häuslicher Isolation bleiben kann.“

Am Freitag oder Montag bekommt jedes Kind, das eine Einverständniserklärung der Eltern vorlegt, drei Testkits im Unterricht ausgehändigt. Am Dienstag sollen sich die Schüler dann erstmals selbst testen. „Sollte ein Testergebnis positiv sein, geben Sie uns bitte umgehend telefonisch Bescheid und begeben sich und Ihre Familie in Selbstisolation“, schreibt der Direktor.

Jörg Steinl ist ein Schulleiter, der wenig mit Kontrolle arbeitet und viel mit Vertrauen. Als Elternvertreter und Lehrer sich dafür entschieden, die Tests zu Hause machen zu lassen, ohne die Kontrolle durch die Klasse und den Lehrer, ist das vielleicht manchem als zu lasch und unkontrolliert vorgekommen. Aber Steinl mag dieses kontrollierte Testen vor aller Augen und Ohren weniger: „Es wäre kein geschützter Rahmen für einen Fünftklässler, wenn er vor der ganzen Klasse erfahren muss, dass er positiv getestet ist.“ Den Eltern traut er zu, dass sie verantwortungsvoll mit den Tests umgehen, und dass die Schüler zu Hause bleiben, wenn der Test positiv ist. Überhaupt rechnet er mit dem „gesunden Menschenverstand“. Er kann sich absolut keinen triftigen Grund vorstellen dafür, dass jemand diesen Corona-Test verweigert, dass jemand nicht wissen will, ob sein Kind infiziert ist. Weil er davon ausgeht, dass die Eltern verantwortungsbewusst sind und mitdenken, hat er jenen Satz geschrieben, der anfängt mit „Wir gehen dann davon aus, dass ...“

Was passiert mit Nicht-Testern?

„Ich habe das bewusst so formuliert“, sagt Steinl auf Anfrage, „das ist keine juristische Aussage“, keine Festlegung. Es ist ein Appell an das Verantwortungsbewusstsein, und Steinl ist sicher, dass es auch so verstanden wird. Sicherheitshalber fragen wir dezidiert nach: Was passiert, wenn jemand den Test verweigert und dennoch in die Schule kommt? „Nix“, sagt Oberstudiendirektor Jörg Steinl, „definitiv nix.“

Die meisten Eltern und Schüler sind froh: Alle Schulen sind von der Stadt mit Corona-Tests versorgt worden und haben am Donnerstag die Eltern der Schüler informiert. Merkwürdig fanden allerdings Eltern eine Passage im Schnelltest-Schreiben des Lessing-Gymnasiums. Sie hatten gelesen und gehört, dass der Schnelltest für Schüler freiwillig sei, dass er getestet wird, wenn für den Schüler eine Einverständniserklärung vorliegt. So oder so ähnlich schreibt es auch Direktor Jörg Steinl vom

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