Winnenden

Winnenden hat wieder einmal die höchste Inzidenz im Kreis

Schnelltest
Infiziert? Ein Schnelltest, wie hier im Haus im Schelmenholz, liefert erste Hinweise. © Benjamin Büttner

Das Winnender Infektionsgeschehen kommt nicht zur Ruhe. „Wir freuen uns alle riesig über niedrige Sieben-Tage-Inzidenzen in Bund (19), Land (24) und Kreis (33)“, sagt Oberbürgermeister Holzwarth, „und natürlich über die daher möglichen Lockerungen in allen Lebensbereichen. Auch das Impfen geht, wenn auch weiterhin zäh, so doch stetig voran.“ Aber Hartmut Holzwarth sagt auch: „Leider läuft hier bei uns in Winnenden die Entwicklung der Inzidenz noch genau umgekehrt in die falsche Richtung.“

Noch sind aus den wieder geöffneten Schulen und Kitas fast keine Fälle bekannt. Auch sonst gebe es keine bestimmten Hotspots. Aber es herrschte „ein diffuses Geschehen auf hohem Niveau in unserer Stadt“. Im Landkreis ist Winnenden am Donnerstag Spitzenreiter mit einer Inzidenz von 110 (Mittwoch 74). Dabei ist laut Holzwarth die indische Mutante, die sogenannte D-Variante, noch gar nicht verbreitet. Holzwarth appelliert an Gemeinderäte und Bevölkerung: „Es wäre schön, wenn wir alle zur Unterstützung der Lockerungen die notwendige Vorsicht aufbringen, damit diese Lockerungen auch anhalten können und nicht wieder zurückgezogen werden müssen, was wirklich keiner will.“

Gelangt das Virus in eine Familie, erreicht es alle im Haushalt

Holzwarths Aussagen bauen auf den Statistiken des Ordnungsamts der Stadt auf. Jede Infektion, die entdeckt wurde, wird dem Ordnungsamt gemeldet, und die Mitarbeiter des Amts fordern die Infizierten zur Quarantäne auf, fragen sie nach Kontaktpersonen und prüfen, ob sie sich an die Quarantäne halten. Trotz dieser direkten Information durch Infizierte können die Mitarbeiter des Verwaltungsamts nur andeutungsweise erklären, wie das Coronavirus sich in Winnenden verbreitet.

„Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Wochen deutlich über der des Landkreises“, schreibt Birgit Pfleiderer. Für jeden Tag notiert sie die genaue Zahl der Infizierten, aber bei aller Betrachtung der Infektionsketten und der Zahlenreihen: „Ein Hotspot, welcher für die hohen Infizierten-Zahlen in Winnenden verantwortlich ist, lässt sich nicht erkennen“, schreibt sie im Bericht für den Gemeinderat. Eine Beobachtung machen die Leute vom Ordnungsamt öfter: Wenn in einer Familie einer infiziert ist, dann bekommen in den Tagen danach oftmals alle anderen auch eine Infektion. „Die Infektionsketten beschränken sich in der Regel auf einzelne Haushalte und Familienverbände“, sagt Pfleiderer. Diese Ausbreitung müsse verhindert werden, und zwar mit Hygiene und Kontaktbeschränkungen im beruflichen oder schulischen Umkreis und im Freundeskreis. „Die Kontaktbeschränkungen und Schließungen im Bereich Kindergarten/Schulen haben zu einem deutlichen Rückgang der Kontaktpersonen in Quarantäne geführt“, schreibt Pfleiderer in ihrem Bericht.

Eine andere Entwicklung spielt auch mit: Die Infektionszeit dauert mittlerweile länger. Das Ordnungsamt beobachtet, „dass die Infizierten vom Gesundheitsamt längere Zeit als Infizierte eingestuft werden als zu Anfang der Pandemie, das heißt, dass die Quarantäne häufiger über die Regeldauer verlängert werden muss. Liegen mehr schwere Krankheitsverläufe vor? Nein, davon ist Pfleiderer nichts bekannt. Sie vermutet, dass die Infektion genauer beobachtet wird, dass die vorgeschriebenen Tests zum Quarantäne-Ende öfter positiv ausfallen, auch wenn die betroffene Person schon keine erkennbaren Symptome mehr hat.

Deutlich weniger Todesfälle mit Corona

Die gute Nachricht aus der Corona-Statistik für Winnenden: Die Zahl der Sterbefälle ist gegenüber dem 1. Quartal 2021 deutlich zurückgegangen. Bekanntlich sind sehr viele Senioren geimpft worden, als die ersten Impfstofflieferungen im Kreis ankamen. Weiterhin sind unter den Verstorbenen Senioren, aber nicht ausschließlich. Auch Personen mittleren Alters sind an Corona gestorben.

Das Winnender Infektionsgeschehen kommt nicht zur Ruhe. „Wir freuen uns alle riesig über niedrige Sieben-Tage-Inzidenzen in Bund (19), Land (24) und Kreis (33)“, sagt Oberbürgermeister Holzwarth, „und natürlich über die daher möglichen Lockerungen in allen Lebensbereichen. Auch das Impfen geht, wenn auch weiterhin zäh, so doch stetig voran.“ Aber Hartmut Holzwarth sagt auch: „Leider läuft hier bei uns in Winnenden die Entwicklung der Inzidenz noch genau umgekehrt in die falsche

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