Winnenden

Winnenden-Hertmannsweiler: Stadt weist Wiese als Ersatzbolzplatz aus

Bolzplatz
Die Kinder in Hertmannsweiler haben ihre Fußbälle zum Fototermin schon mitgebracht – bald sollen hier, auf der Wiese hinter dem Vereinsheim, Tore aufgestellt werden. © Benjamin Büttner

Gerade mal drei Wochen ist es her, da standen Mütter und Kinder in Hertmannsweiler noch mit selbst gebastelten Schildern im Regen und demonstrierten für einen Bolzplatz. Denn der bislang frei zugängliche Rasenplatz am Vereinsheim wird aktuell durch einen Kunstrasenplatz ersetzt, der dann eingezäunt und dem Vereinssport vorbehalten sein wird. Der Mutter-Kind-Protest, über den unsere Redaktion berichtet hat, trägt jetzt schon Früchte: Nur wenige Tage nach der Aktion hat Bürgermeister Norbert Sailer verkündet, die Stadt werde auf der Wiese hinter dem Vereinsheim kurzfristig einen Bolzplatz errichten.

„Wir hätten nicht gedacht, dass das so schnell geht“, sagt Claudia Broos, eine der Initiatorinnen der Protestaktion, in deren Rahmen die Mütter an drei Tagen 130 Unterschriften für einen Bolzplatz gesammelt haben. Entsprechend groß ist jetzt der Jubel auch bei den Kindern in Hertmannsweiler – die nach dem Termin mit unserem Fotografen schon einmal den Untergrund getestet haben und ihren Fußbällen hinterherwetzten.

Der große Wunsch der Mamas und ihrer Nachwuchskicker/-innen: Dass der Ersatz für den bereits abgetragenen großen Rasenplatz schon ganz bald da ist. „Vor dem Sommer wäre gut!“, sagt Claudia Broos, und ihre Mitstreiterinnen nicken eifrig.

Wegen der Ballfangzäune muss die Stadt einen Bauantrag einreichen

Wann genau das Spielfeld errichtet wird, kann Katrin Souczek vom Winnender Stadtbauamt noch nicht sagen. Erst einmal muss der Papierkram erledigt werden. Wegen der Ballfangzäune, die Richtung Vereinsheim, Feldweg und Nachbargrundstück aufgestellt werden sollen („Damit der Ball nicht ständig auf dem Dach landet“), muss sich die Stadt einen Bauantrag genehmigen lassen.

„Das haben wir nicht in der Hand“, sagt Katrin Souczek, „aber es besteht wahrscheinlich die Möglichkeit, die Tore schon früher aufzustellen und den Ballfangzaun dann erst im Sommer – wir hoffen, dass das klappt.“

Die Stadt habe sich für Tore aus Stahl entschieden („vandalensicher, vollverschweißt“), die kurzfristig lieferbar seien. Allerdings müssen für diese auch Fundamente geschaffen werden, in denen sie dann fest verankert werden. Damit, zwei Tore auf der Wiese zu platzieren, ist es also nicht getan.

Am Untergrund wird sich ansonsten nichts verändern: „Geplant ist, die Wiese so zu nehmen, wie sie ist“, erklärt Katrin Souczek. Die Stadt habe sich bewusst dagegen entschieden, die Fläche einzuebnen oder anderweitig zu präparieren. Erstens, weil es dann deutlich länger gedauert hätte, bis hier tatsächlich hätte Fußball gespielt werden können. Zweitens, weil die Gefahr bestanden hätte, dass sich Wasser auf dem zukünftigen Bolzplatz sammelt – so wie aktuell auf der anderen Seite des Vereinsheims, wo die Baustelle für den neuen Kunstrasen unter Wasser steht.

Der neue Bolzplatz soll freilich, sobald er freigegeben ist, regelmäßig vom Bauhof gewartet und gemäht werden – „die Kinder müssen nicht im tiefen Gras spielen“, verspricht Katrin Souczek.

Langfristig könnte sich in Hertmannsweiler einiges tun

Die Familien in Hertmannsweiler freuen sich, dass die Stadt rasch einen Ersatz für den alten Rasenplatz gefunden hat. Schließlich wurde darauf nicht nur gekickt – hier trafen sich die Kinder auch zum Toben oder Drachensteigenlassen. „Wir hoffen, dass noch mehr kommt, gerade für die älteren Kinder, die nicht mehr schaukeln oder sandeln wollen“, sagt Claudia Broos mit Verweis auf die Spielplätze im Flecken.

Das muss kein frommer Wunsch bleiben. Langfristig ist es vorstellbar, dass sich bei den Sportplätzen eine Art Sport- und Freizeitzentrum für Hertmannsweiler entwickelt, wie es auch dem Vorsitzenden des SV Hertmannsweiler, Josip Ljubas, vorschwebt. Der Verein möchte dafür ungenutzte Tennisplätze an die Stadt abtreten.

Der Bolzplatz ist eine Interimslösung, voraussichtlich für drei Jahre

Katrin Souczek bestätigt: Langfristig könnten die Tennisplätze in eine große, öffentlich zugängliche Spielanlage umgewandelt werden. Kurzfristig soll jetzt erst einmal der neue Bolzplatz geschaffen werden. Auf ewig angelegt ist dieser nicht, eher als Interimslösung: Vermutlich wird die Stadt einen Bauantrag für nur drei Jahre stellen, bis die ehemaligen Tennisplätze bessere Möglichkeiten bieten.

Denn eigentlich ist die Wiese hinter dem Vereinsheim schon längere Zeit als Öko-Ausgleichsfläche vorgesehen – hier sollen irgendwann Streuobstbäume gepflanzt werden.

Gerade mal drei Wochen ist es her, da standen Mütter und Kinder in Hertmannsweiler noch mit selbst gebastelten Schildern im Regen und demonstrierten für einen Bolzplatz. Denn der bislang frei zugängliche Rasenplatz am Vereinsheim wird aktuell durch einen Kunstrasenplatz ersetzt, der dann eingezäunt und dem Vereinssport vorbehalten sein wird. Der Mutter-Kind-Protest, über den unsere Redaktion berichtet hat, trägt jetzt schon Früchte: Nur wenige Tage nach der Aktion hat Bürgermeister Norbert

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