Winnenden

Winnenden liest: Manuela Voiths Lieblingsbücher handeln von Frauenschicksalen

ManuelaVoith
Manuela Voith mit Buch, dessen Titel noch geheim ist, am Baumhaus ihrer Kinder. © Gaby Schneider

Der beliebte Vorleseabend „Winnenden liest“ wird nach Corona-Zwangspause dieses Jahr wieder stattfinden, am 8. September im Schlosspark. Das Vorbereitungsteam hat fünf Persönlichkeiten aus den Bereichen Stadtverwaltung, Zentrum für Psychiatrie, Kirche, Wirtschaft und Kultur angesprochen und sie gebeten, ihr Lieblingsbuch vorzustellen. Wer der Autor ist, wird aber erst bei der Veranstaltung verraten. Dafür lernt unsere Leserschaft in dieser Serie die privaten Seiten der Vorleser kennen.

Manuela Voith leitet seit 2020 das neu gegründete Amt für Integration und Soziales in Winnenden (zuvor war sie drei Jahre Leiterin der Stabsstelle Integration) und empfängt uns im Garten hinter ihrem Haus in Erdmannhausen. Der bietet viel Grün und ringsum lauter Dinge, die Kinderherzen höher schlagen lassen, vom Baumhaus über eine Schaukel bis hin zum Kaninchenstall. Ihre beiden Jungs sind sechs und neun Jahre alt, und wenn sich Manuela Voith so anschaut, mit was für Reizthemen die beiden groß werden, der Pandemie, dem Klimawandel, der Vermüllung der Welt, der Energie- und Wasserknappheit, da denkt sie: „Was hatte ich für eine unbeschwerte Kindheit!“

Von Eisenach in Thüringen nach Ludwigsburg an die FH

Aufgewachsen ist die 38-Jährige in Eisenach in Thüringen. Als sie in der Grundschule war, ging's mit der DDR zu Ende. Gleichwohl blieben ihre persönlichen Strukturen stabil, sie wuchs „wohlbehütet“ auf und machte sich mit 18 Jahren nach dem Abitur auf nach Ludwigsburg, um an der Fachhochschule Verwaltungswirtin mit Schwerpunkt Rentenversicherungsrecht zu studieren. „Mit 21 habe ich meine Diplomarbeit über Schulsozialarbeit geschrieben“, sagt sie und muss selbst lachen, wie schnell das ging und wie jung sie war. Überhaupt lacht Manuela Voith gerne, sie ist ein positiver Mensch. 2021 fiel in ihr Ressort „nebenher“ auch die Organisation der Impfaktionen, bei denen sie durch souveränen Umgang mit nervöser Kundschaft auffiel. „Die Geflüchteten kamen weiterhin“, erwähnt sie mit einem Halbsatz ihre eigentliche Hauptaufgabe.

Sie ist Leichtathletiktrainerin, seit sie 16 ist

Ihre Freizeit gestaltet sie mit Sport: „Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr im Leichtathletikverein und habe mit 16 meine C-Trainer-Lizenz gemacht“, erzählt sie. „Heute bin ich bei der SGV Murr Trainerin für die unter Zehnjährigen“, berichtet sie von einem überhaupt nicht kleinen Haufen, 15 bis 20 Kinder, die sie da betreut. Zur Arbeit nach Winnenden fährt sie oft mit dem Fahrrad, „das dauert gleich lang wie mit dem Auto, wegen der Staus“.

Gut, dass ihr Mann auch viel Zeit auf dem Sportplatz verbringt: „Er ist beruflich Ausbilder für die Metallbauwerker in der Paulinenpflege und ist kürzlich bei den Senioren über 400 Meter Baden-Württembergischer Vizemeister geworden.“ Das Buch einer Iranerin, das Manuela Voith am 8. September vorstellen wird, hat er auch gelesen, „es hat ihn emotional berührt und wir haben so oft darüber gesprochen, dass mein Sohn Jonas spontan den Titel vorgeschlagen hat“, freut sich die Amtsleiterin. Ihre auserwählte Autorin war Ende 2021 Referentin beim Runden Tisch Asyl, als ein Präsenztreffen nicht möglich war, „und das war kurzweilig und empathisch und sie hat uns Zuhörer bei Freudigem wie Traurigem mitgenommen, da habe ich mir ihr Buch bestellt.“

Seit ihrer Jugend liest Manuela Voith gerne Bücher, die von Frauenschicksalen in Afrika erzählen, von Waris Dieris „Wüstenblume“ bis „Die Regenkönigin“ von Katherine Scholes. „Das hat nichts mit meinem jetzigen Beruf zu tun, es interessiert mich einfach. Auch zum Beispiel der Umgang mit populistischen Abwehrreaktionen“, erwähnt sie den Titel „Das Integrations-Paradox“ von Aladin El-Mafaalani. „Oft richtet sich meine Buchauswahl aber auch nach der Lebensphase“, beim ersten Kind war das Buch über Babybrei angesagt, später Frank Beusters lustiger Ratgeber „Die Jungen-Katastrophe“, für die neue Führungsaufgabe griff sie zum aufschlussreichen Titel „Das Pinguinprinzip“.

Der beliebte Vorleseabend „Winnenden liest“ wird nach Corona-Zwangspause dieses Jahr wieder stattfinden, am 8. September im Schlosspark. Das Vorbereitungsteam hat fünf Persönlichkeiten aus den Bereichen Stadtverwaltung, Zentrum für Psychiatrie, Kirche, Wirtschaft und Kultur angesprochen und sie gebeten, ihr Lieblingsbuch vorzustellen. Wer der Autor ist, wird aber erst bei der Veranstaltung verraten. Dafür lernt unsere Leserschaft in dieser Serie die privaten Seiten der Vorleser

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