Winnenden

Winnenden: Meisterliche Brillanz zum Auftakt der Konzerttage

Konzerttage
Festlicher Auftakt in der Schlosskirche. © Gabriel Habermann

Eigens für das Eröffnungskonzert der Konzerttage haben der Solotrompeter Rainer Schnabel und Kirchenmusikdirektor Gerhard Paulus ein herausragendes Ensemble zusammengestellt. Die Besucher des Konzerts durften eine wahrlich festliche Eröffnung des Festivals erleben. Vielfältig, abwechslungsreich geht es noch bis Samstag weiter.

Fanfarenklänge waren seit jeher ein Signal, um auf außergewöhnliche Ereignisse hinzuweisen. Man denke nur an das „Te Deum“ des französischen Komponisten Marc-Antoine Charpentier, das als „Eurovision“-Melodie bekannt geworden ist. Auch bei der Eröffnung der Konzerttage bildeten nicht weniger als zwölf Blechbläser, darunter Trompeten, Hörner, Posaunen und eine Tuba, einen stimmgewaltigen Klangkörper. Hinzu kamen, sparsam eingesetzt, Schlagzeug, Pauken und große Orgel, Letzte gespielt von Paulus.

Dafür ließ sich das Publikum gerne begeistern. Hinzu kam die Freude über die wiedergewonnene Freiheit, die viele während der Pandemie so sehr vermisst haben. „Dass wir wieder Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen besuchen können, ist ein Segen“, meinte ein Besucher. „Die Pandemie hat zwischenmenschliche Kontakte und bei manchen auch die Mobilität beeinträchtigt“, fügte er hinzu und verweist auf die Gehhilfen, auf die er angewiesen ist.

 Ähnlich Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, der sich erfreut darüber zeigte, dass die Konzerttage in diesem Jahr wieder stattfinden können. Ganz ohne Einschränkungen ging es allerdings doch nicht. Wer rechtzeitig Karten für das ausverkaufte Konzert ergattert hatte, musste am Eingang noch den Beweis für eine vollständige Impfung oder eine überstandene Infektion erbringen. Innerhalb der Kirche wurde auf ausreichenden Abstand zwischen den Besuchern geachtet.

Das musikalische Programm folgte der chronologischen Abfolge der kulturellen Epochen von der Renaissance des 16. Jahrhunderts bis zur Gegenwart des 20. Jahrhunderts. Hilfreich war dabei die Konzerteinführung, die vom Musikkurs des Georg-Büchner-Gymnasiums geboten wurde.

Musikkurs des GBG mit Wissenswertem über Lili Boulanger

So erfuhr man allerlei Wissenswertes zu den Stücken und ihren Urhebern, wie der jung verstorbenen Komponistin Lili Boulanger, die mit den Vorurteilen gegenüber Frauen zu kämpfen hatte, obwohl sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den wichtigen Vertretern des Impressionismus zählte. Ihre Vertonung des 24. Psalms, in der Fassung für Blechbläser, ergänzt von Pauke und Orgel, gehörte zu den bemerkenswertesten Beiträgen des Abends.

Den Anfang machten Werke zweier Vertreter der Renaissance: dem flämischen Komponisten Tielman Susato und dem Venezianer Giovanni Gabrieli. Ihre Musik fügte sich nahtlos in die grandiose Kulisse der ehrwürdigen Schlosskirche mit ihrem Jakobusaltar aus dem Jahr 1520 ein. Auch Georg Friedrich Händel durfte in dem Programm nicht fehlen. Die „Ankunft der Königin von Saba“ war 2012 zur Eröffnung der Olympischen Spiele in London zu hören gewesen. Pure Lebensfreude und Humor strahlten die zeitgenössischen Kompositionen von Chris Hazell und Jim Parker aus. Die eine inspiriert von drei streunenden Katzen, die andere ein musikalischer Streifzug durch die Metropole New York.

All dies wurde meisterlich dargeboten von den Mitgliedern des Ensembles. Nicht nur die Vielfalt der Klangfarben erstaunte die Zuhörer, auch die Gestaltungsmöglichkeiten, die der eindrucksvolle Kirchenraum bot, wurden mit einbezogen. Die immer wieder veränderte Aufstellung der Mitwirkenden erzeugte immer wieder neue Klangeindrücke. Ganz zu schweigen von der technischen Brillanz, die die Musiker an den Tag legten. Das begeisterte Publikum belohnte all dies mit reichlich Beifall. Um eine Zugabe war das Ensemble denn auch nicht verlegen. Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Konzerttage Winnenden findet man im Internet unter www.konzerttage-winnenden.de.

Eigens für das Eröffnungskonzert der Konzerttage haben der Solotrompeter Rainer Schnabel und Kirchenmusikdirektor Gerhard Paulus ein herausragendes Ensemble zusammengestellt. Die Besucher des Konzerts durften eine wahrlich festliche Eröffnung des Festivals erleben. Vielfältig, abwechslungsreich geht es noch bis Samstag weiter.

Fanfarenklänge waren seit jeher ein Signal, um auf außergewöhnliche Ereignisse hinzuweisen. Man denke nur an das „Te Deum“ des französischen Komponisten

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