Winnenden

Winnenden mietet Stadtteilräume im Schelmenholz und schafft so Platz fürs Ehrenamt, von der Krabbelgruppe bis zum Seniorentreff

Schiefersee
Haus Schiefersee 19/21 wird abgerissen und durch einen fünfstöckigen Neubau ersetzt. © Palmizi

Für die Bewohner des Schelmenholzes gibt es in gut zwei Jahren nagelneue „Stadtteilräume“, in denen sich Vereine und Seniorentreffs versammeln, die Volkshochschule oder der Tageselternverein Kurse oder Vorträge veranstalten, in denen von der Krabbelgruppe über den Teenietreff bis hin zum Seniorentanz viel Bewegung ist. Ziel ist, den Zusammenhalt der Bewohner zu fördern und die Identifikation mit ihrem Stadtteil.

Den Anstoß gegeben hat die SPD-Fraktion. In den letzten Monaten ist es dem Amt für Soziales, Senioren und Integration mit Bürgermeister Norbert Sailer gelungen, mitten im Quartier Schiefersee die Zusage für einen Mietvertrag zu bekommen. Mit einhelligem Beschluss im Verwaltungsausschuss darf die Stadt den Mietvertrag unterschreiben. Die Mehrzweckräume befinden sich im Erdgeschoss des Gebäudes 12-14. Der alte Wohnblock, der bisher unter dieser Adresse zu finden war, ist abgerissen. Der Bau- und Wohnungsverein Stuttgart wird bis voraussichtlich Herbst 2023 ein neues Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen erstellen.

Miete für 148 Quadratmeter und Terrasse wird auf zehn Euro pro Quadratmeter festgesetzt

Schon jetzt ist der Bau- und Wohnungsverein bereit, 148 Quadratmeter plus 40 Quadratmeter Terrasse zunächst an die Stadt zu vermieten und statt der angepeilten Neubaumiete von 16 (!) Euro zehn Euro zu verlangen. Dazu kommen ungefähr zwei Euro pro Quadratmeter für Nebenkosten, der Vertrag läuft mindestens zehn Jahre. Zunächst wird das Amt für Grundstücksverkehr Miete, Abrechnung und Reinigung übernehmen, und das Amt für Kultur und Sport teilt die Räume so zu, „dass es keine Platzhirsche gibt“, wie Norbert Sailer sagte: „Es gibt einen Jahresterminplan mit festen und freien Zeiten. Wir moderieren den Nutzungsmix.“

Ziel ist ein neuer Verein, der die Räume eines Tages selbst verwaltet

Stadträte waren erfreut über die Chance und das begleitende Konzept. Die Stadt will bürgerschaftliches Engagement nachhaltig fördern und entwickeln und erhofft sich, dass sich ein Bürgerverein gründet, der die Räume selbst verwaltet und auch die Miete bezahlt. „Das ist schon eine große Bürde, 20 000 Euro im Jahr“, gab Stadtrat Martin Oßwald-Parlow (ALi) zu bedenken. Doch Sailer zieht Parallelen zu Hertmannsweiler. „Neuzugezogene und Jüngere wollen sich engagieren, aber nicht unbedingt in der Kirche oder beim Sport. So ein Bürgerverein ist offen für alle.“ Ein Verein sei aber auch nur eine Variante der Selbstverwaltung, fügte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hinzu. Das Amt für Soziales wird gleichwohl schon ab August auf die Suche nach Ehrenamtlichen gehen, die im Frühjahr 2022 den Verein gründen, der dann auch bei der Ausstattung der Räume mitwirkt. Bisher steht nur fest, dass sie mobile Trennwände erhalten, so dass bis zu drei Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden können. Eine offene Küche und zwei WCs gehören auch dazu.

Die beiden anderen großen Vermieter im Schelmenholz, die Baugenossenschaft Winnenden und die Kreisbaugruppe, werden das Projekt ebenfalls unterstützen, Sailer hat die Zusage bereits bekommen.

Für die Bewohner des Schelmenholzes gibt es in gut zwei Jahren nagelneue „Stadtteilräume“, in denen sich Vereine und Seniorentreffs versammeln, die Volkshochschule oder der Tageselternverein Kurse oder Vorträge veranstalten, in denen von der Krabbelgruppe über den Teenietreff bis hin zum Seniorentanz viel Bewegung ist. Ziel ist, den Zusammenhalt der Bewohner zu fördern und die Identifikation mit ihrem Stadtteil.

Den Anstoß gegeben hat die SPD-Fraktion. In den letzten Monaten ist es

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