Winnenden

Winnenden: Neuer Singletrail für Mountainbiker im Schelmenholz-Wald

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Julian Claudi auf dem neu angelegten 730 Meter langen Singletrail namens Rogue-Wood im Schelmenholz. © Ralph Steinemann Pressefoto

Das hätten Mountainbiker vor zwei Jahren nicht zu träumen gewagt: Einen völlig neuen Singletrail durchs Schelmenholz designen, bauen und legal nach Herzenslust befahren. Doch es ist wahr geworden, dank einer großangelegten gemeinsamen Initiative von Forst und Mountainbikevereinen, in enger Abstimmung mit Jägern, Wanderern, Naturschützern.

Der neue Trail heißt Rogue-Wood, was übersetzt Schelm-Holz heißt. Er ist etwa 730 Meter lang und soll mit seinen Tracks und Senken, Hügeln, Wurzeln und Baumstümpfen sowohl Spitzenfahrern wie dem Winnender Julian Claudi gefallen, als auch normale Mountainbiker nicht überfordern. Je besser man wird (oder ist), desto mehr Tempo darf man sich zutrauen und natürlich den einen oder anderen Sprung.

Die neue Strecke schont jetzt die Pfade der "Waldstrolche"

Gewollter Nebeneffekt: Die Pfade der Waldkindergartenkinder werden nicht mehr benutzt. Sichtbare Zeichen sind deshalb an Bäumen angebracht, gelbe, klare Schilder, die Start und Ende markieren, die Fußgänger warnen und Mountainbiker um Vorsicht bitten, weil sie wieder auf einen normalen Weg einbiegen.

Ehrenamtliche vom Verein Shape and Ride in Korb haben bislang rund 300 Arbeitsstunden in diese lange Fahrspur gesteckt, und sie wollen sie weiter ausbauen, etwas breiter wird sie noch werden, und dann werden sie sie regelmäßig pflegen. „Wir nutzen das, was wir vorfinden, Einbauten sind nicht erlaubt“, sagt Matthias Müller über die Absprache mit dem Forst. Er hat während drei Jahren in den USA als Freiwilliger mit Profi-Trailbauern zusammengearbeitet und kennt sich bestens aus. Sein Hinweis indes geht an alle noch nicht im Verein organisierten Mountainbiker, vor allem an diejenigen, die es juckt, Schanzen zu bauen. Sie sind willkommen bei Shape and Ride, oder auch bei der DIMB IG Rems-Murr.

Gelbe quadratische Schilder zeigen an, wo man fahren darf und wo nicht

Um Unfälle zu vermeiden, aber auch um die Natur zu schonen und ein friedliches Miteinander der vielen Waldnutzer zu ermöglichen, ist das Konzept ja überhaupt entstanden. Die Landesregierung wünscht im Koalitionsprogramm genau solche Initiativen. Doch so schnell und vorbildhaft wie hier ist wohl noch kaum ein Landkreis vorangekommen, erzählt Roland Luther. Beim Gauleiter des Schwäbischen Albvereins erkundigen sich Kollegen, wie man so etwas denn ohne Zank hinbekomme.

Besonders sensible Wege werden ganz oder temporär gesperrt

Die meisten Singletrails im Konzept gab es schon, aber sie wurden letztes Jahr von Förstern und Ehrenamtlichen begutachtet. „Bei einigen haben wir noch Bedenken wegen Amphibien angemeldet. Derzeit ist Laichsaison, wir werden die Gebiete erneut ablaufen und dann Bescheid geben“, sagt Daniel Baier vom Naturschutzbund Winnenden. Vereinbart ist, dass Trails im Zweifel eine Zeit lang gesperrt werden, zum Beispiel in der hochsensiblen Laichzeit. In der Serie der neuen gelben Schilder gibt es daher ganz klar auch Verbotsversionen: „No Ride“ und durchgestrichenes Fahrrad.

Es gibt jetzt Paten, feste Ansprechpartner

„Mir war wichtig, dass ich Ansprechpartner bei den Mountainbikern habe, wenn etwas nicht klappt“, sagt Jäger Walter Rupff. Die Hoffnung ist, dass sich künftig alle, ob Ausflügler oder Einheimische, ob Jung oder Alt, an die offiziell erlaubten Trails halten. „Wir möchten nicht, dass kreuz und quer durch den Wald gefahren wird“, so Landrat Richard Sigel und kündigt an, dass dies wie Wildbauten auch weiterhin sanktioniert werde. Der Kreis hat für die Trail-Ausweisung 30.000 Euro ausgegeben.

Das hätten Mountainbiker vor zwei Jahren nicht zu träumen gewagt: Einen völlig neuen Singletrail durchs Schelmenholz designen, bauen und legal nach Herzenslust befahren. Doch es ist wahr geworden, dank einer großangelegten gemeinsamen Initiative von Forst und Mountainbikevereinen, in enger Abstimmung mit Jägern, Wanderern, Naturschützern.

Der neue Trail heißt Rogue-Wood, was übersetzt Schelm-Holz heißt. Er ist etwa 730 Meter lang und soll mit seinen Tracks und Senken, Hügeln, Wurzeln

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