Winnenden

Winnenden: Sanierungsauftrag für österreichische Firma missfällt zwei Stadträten

Abwasser Kanal Regenueberlaufbecken Rueb Weinstadt Beutelsbach
Das Regenüberlaufbecken in Weinstadt-Beutelsbach. Symbolfoto. © Laura Edenberger

Das Regenüberlaufbecken auf dem Gelände der alten Kläranlage (Fischereiverein) sammelt Abwasser der Häuser, um es dosiert in den Kanal zur Kläranlage abzugeben. Das ist wichtig für jeden stärkeren Regenfall, wenn die Wassermenge in den Kanälen ansteigt. Doch nicht immer reicht die Beckenkapazität, dann läuft es über. Was dann in den Zipfelbach abgeschlagen wird, ist stark mit Regenwasser verdünntes Abwasser.

Nun ist aber der Beton des Beckens schadhaft, an mehreren Stellen, im Trichterbecken und auch im Bereich des Stegs ist er teilweise abgeplatzt, teils liegt schon der Bewehrungsstahl offen. Peter Bulling vom Stadtbauamt sagte in der Sitzung des Technischen Ausschusses, dass das Regenüberlaufbecken neben dem Vereinsheim des Fischereivereins dringend instand gesetzt werden muss. Eine Ausschreibung hat ergeben, dass das wirtschaftlichste der acht abgegebenen Angebote eine Firma aus dem österreichischen Irdning gemacht hat, sie verlangt 138.332 Euro.

Zwei Stadträte hätten lieber einer regionalen Firma den Zuschlag gegeben

Die Vergabe fand mehrheitlich Zustimmung im Gremium, nur zwei Stadträte der FDP-Fraktion beschwerten sich. „Warum müssen wir den nehmen, der nur minimal billiger ist als ein anderer Bieter, und obwohl wir mit seiner Arbeit nicht zufrieden waren?“, fragte Nicole Steiger. Sie und auch Diethard Fohr bezogen sich auf die langwierige Sanierung der Parkdecks an der Wiesenstraße, ausgeführt von derselben Firma. OB Hartmut Holzwarth sagte, dass die Firma damals für die Betonsanierung auf trockene Witterung und bestimmte Temperaturen angewiesen gewesen sei. Auch beim Regenüberlaufbecken, ergänzte Bulling, „müssen die Arbeiter bei Starkregen eine Pause einlegen. Dennoch ist eine Sanierung bis November machbar.“

138.000 Euro statt geschätzt 55.000 Euro

Fohr führte an, es sei nicht klimafreundlich, wenn Bauarbeiter montags von Österreich anreisten und freitags wieder nach Hause führen, er hätte bei den nächsten (europaweiten) Ausschreibungen am liebsten einen CO2-Malus in der Bewertung eingebaut. Damit, denkt er, regionalen Firmen einen Vorzug geben zu können. Damit handelte er sich scharfe Kritik von mehreren Seiten ein. „Der Bieter ist leistungsfähig und zuverlässig. Außerdem müssen wir uns an das Europa-Vergaberecht halten, wir können Österreich aus der Wirtschaftsgemeinschaft nicht einfach ausschließen“, so Holzwarth. Bürgermeister Norbert Sailer warnte, „wenn wir die Ausschreibungsregeln ändern, könnten wir uns ins Knie schießen“. Das wäre juristisch wahrscheinlich anfechtbar. Stadtrat Richard Fischer (CDU) schimpfte mit den Kollegen: „Wir sind ein Verwaltungsorgan, müssen uns an das transparente Verfahren halten, sonst machen wir uns angreifbar. Und wir können nicht einfach behaupten, in südlichen Ländern würde das anders laufen. Das ist doch dann Korruption.“

Zu den Kosten sagte Peter Bulling noch Folgendes: Die Ausschreibung war schon einmal auf einige Bieter beschränkt erfolgt, aber ohne Vergabe abgeblasen worden, weil das günstigste Angebot 270 Prozent über der Kostenberechnung (55.000 Euro) der Planer lag. Die nun abgegebenen acht Angebote zeigen ein gnädigeres Bild, allerdings bestätigt sich an ihnen auch die derzeitige Teuerungsrate. Hersteller und Lieferanten verlangen fürs Material höhere Preise, und auch die Ausführung sei erschwert, vor allem am Trichter, lautet die Begründung.

Wer die anderen sieben Bieter waren, wird nicht öffentlich gemacht, nur die Stadträte sehen die Namen der Firmen und die Höhe ihres Angebots.

Das Regenüberlaufbecken auf dem Gelände der alten Kläranlage (Fischereiverein) sammelt Abwasser der Häuser, um es dosiert in den Kanal zur Kläranlage abzugeben. Das ist wichtig für jeden stärkeren Regenfall, wenn die Wassermenge in den Kanälen ansteigt. Doch nicht immer reicht die Beckenkapazität, dann läuft es über. Was dann in den Zipfelbach abgeschlagen wird, ist stark mit Regenwasser verdünntes Abwasser.

{element}

Nun ist aber der Beton des Beckens schadhaft, an mehreren Stellen,

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper