Winnenden

Winnenden: Streiterei um Fußweg zwischen Burgeräcker und Kita Koppelesbach

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Blick auf einen Teil des Schelmenholzes und die Hanweiler Straße. Zwischen der Baumwiese und den Häusern entsteht die Kita Koppelesbach. © ZVW/Gabriel Habermann

Für den Neubau der Ganztags-Kindertagesstätte Koppelesbach am Rand des Schelmenholz ist nun die Grundlage geschaffen. Die Satzung des Bebauungsplans ist mit großer Mehrheit, aber auch sechs Neinstimmen und einer Enthaltung beschlossen. Obwohl die Stadt gerade wieder an einem Punkt ist, da Ganztagsbetreuungsplätze knapp werden. „Vor einem halben Jahr sah es noch anders aus“, hatte der zuständige Amtsleiter bei seinem Bericht über Kinderzahlen und Kindergärten gesagt.

Bauplatz durch die Hintertür befürchtet

Nun entstand das Scharmützel um den Bebauungsplan nicht, weil einzelne Gemeinderäte der FDP, aber auch anderer Fraktionen gegen den Kindergarten auf einem Hektar grüne Wiese gewesen wären. Nein, sie hatten sich an der Ausweisung einer „Verkehrsfläche“ am linken Rand des Plangebiets gestört. Die FDP-Fraktionsvorsitzende Nicole Steiger stellte den Antrag, hier möge nur ein Fußweg definiert werden. Weil sie befürchtet, dass durch den Bau einer Straße und somit einer Zufahrt zu einem freien Wiesenstück der Bau eines Wohnhauses sozusagen durch die Hintertür ermöglicht wird. Die Stadtverwaltung hatte tatsächlich vor den Sommerferien die Idee eingebracht, hier auf 1000 Quadratmetern ein oder zwei Mehrfamilienhäuser für gemischt-soziales Wohnen auszuweisen.

Stadtrat Andreas Herfurth (SPD) schloss sich dem Verhinderungs-Vorstoß an mit der Begründung: „Wir haben genug Wohnungen für sozial Schwache im Schelmenholz. Jetzt sind die anderen Gebiete in der Stadt dran.“ Robin Benz (FDP) dankte ihm erfreut für den „Schulterschluss“.

Die Laien wunderten sich, die Fachleute staunten: „Der Bauplatz ist doch gar nicht Bestandteil des Bebauungsplans, nur die Kita Koppelesbach“, sagte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Und auch Stadtentwickler Markus Schlecht betonte, diesen Begriff „Verkehrsfläche“ nur vorsorglich einsetzen zu wollen, „falls der Bebauungsplan dereinst um ein Haus erweitert wird. Dann kann man aus dem Abschnitt eine Zufahrt machen. Wenn nicht, bleibt er ein Fußweg. Und das Heft des Handelns bleibt in der Hand des Gemeinderats“, versicherte Markus Schlecht.

Änderung hätte Zeitverlust bedeutet

Dazu kommt der Wunsch aus einer früheren Sitzung des Gemeinderats, den bislang planerisch nicht gesicherten Fußweg zu erhalten, um den Zugang zur Kita für laufende oder radelnde Eltern aus dem Schelmenholz attraktiv zu machen. „Wenn sich ein Nachbar dagegen wehrt, haben wir ohne ausgewiesene Verkehrsfläche keine Chance, ihn zu erhalten“, sagte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Und Stadtrat Thomas Traub (CDU) verwies darauf, dass es für Eltern, die aus anderen Stadtteilen mit dem Auto kommen, einen eigenen Parkplatz, also eine Hol- und Bringzone mit Anschluss an die Straße zwischen Winnenden und Hanweiler geben wird.

Schließlich hätte eine neuerliche Planänderung wegen dieser Verkehrsfläche eine enorme Zeitverzögerung um vier Monate bedeutet. Der neue Bebauungsplan hätte erneut öffentlich ausgelegt und zur Beschlussfassung vorgelegt werden müssen. Die große Mehrheit lehnte den FDP-Antrag ab, sechs stimmten mit Ja.

Für den Neubau der Ganztags-Kindertagesstätte Koppelesbach am Rand des Schelmenholz ist nun die Grundlage geschaffen. Die Satzung des Bebauungsplans ist mit großer Mehrheit, aber auch sechs Neinstimmen und einer Enthaltung beschlossen. Obwohl die Stadt gerade wieder an einem Punkt ist, da Ganztagsbetreuungsplätze knapp werden. „Vor einem halben Jahr sah es noch anders aus“, hatte der zuständige Amtsleiter bei seinem Bericht über Kinderzahlen und Kindergärten gesagt.

Bauplatz durch

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