Winnenden

Winnenden: Testunternehmer denken nicht ans Aufhören, einer verlangt nie Gebühr

Covid Schnelltest
Ein Schnelltest. © Gabriel Habermann

Die Corona-Zahlen sinken, die Sommerwelle ebbt ab. Das spüren auch die Testbetreiber in der Gegend. „Wir kommen natürlich lange nicht an die Zahlen ran, wo wir schon einmal waren“, sagt Noah Schäftlmeier über das momentane Testaufkommen. Derzeit betreibt er deutschlandweit noch 22 Stationen, darunter zwei in Winnenden (Kronenplatz und Marktstraße) und eine am Leutenbacher Löwenplatz.

Dass es an den Teststationen mittlerweile ruhiger ist, liegt neben dem sinkenden Infektionsgeschehen wohl daran, dass die Tests nur noch für bestimmte Personengruppen, unter anderem für Kinder unter fünf Jahren oder für Besucher und Mitarbeiter von Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen, umsonst sind (eine detaillierte Liste findet sich auf der Homepage des Gesundheitsministeriums). Wer keinen Grund geltend macht, muss den vollen Preis bezahlen

Darüber spürt Noah Schäftlmeier bei seinen „Kunden“ großes Unverständnis. „Die Leute, die zum Testen kommen, meinen überwiegend, dass hier an der falschen Stelle gespart wird“, berichtet er.

Denn wer sich beispielsweise vor einem Besuch einer Veranstaltung testen lassen möchte oder etwa eine Familienfeier besucht, bei der Menschen vor Ort sind, die 60 Jahre oder älter sind, bezahlt einen Eigenanteil von drei Euro. „Diese Gruppe macht momentan beim Testaufkommen einen großen Anteil aus“, weiß Schäftlmeier. Wer keinen dieser Gründe geltend macht, der muss den vollen Preis übernehmen, was jedoch kaum vorkommt.

In letzter Zeit häufen sich Tests von „Neukunden“

Schäftlmeier hat den Eindruck, dass einige Teststationen in den letzten Wochen geschlossen worden sind. „Wenn jemand zum ersten Mal zu uns kommt, dann sehen wir das. Das passiert in letzter Zeit relativ häufig. Wir vermuten, dass das Leute sind, die sonst zu einer anderen Station gegangen sind“, sagt er. Das ist für den Testunternehmer zwar erfreulich, ändert allerdings nicht daran, dass eine Teststation für ihn aktuell nicht lukrativ ist. „Wir haben relativ hohe Fixkosten, gerade, was unsere Verwaltung betrifft. Außerdem wollen wir Öffnungszeiten abdecken. Wenn wir in den weniger frequentierten Abendstunden nur drei Tests machen, dann bleibt natürlich nichts hängen“, sagt er.

Ans Aufhören denkt Noah Schäftlmeier deshalb allerdings nicht. „Wir haben immer gesagt, dass wir auch bleiben, wenn es weniger lukrativ für uns ist. Wir wollen den Menschen ein Stück weit Sicherheit geben, falls die Zahlen im Herbst wieder steigen.“ Bis dahin ist der Unternehmer gespannt, welche Regelungen die Politiker treffen.

Bei Bedarf kann in kurzer Zeit auch wieder mehr getestet werden

Auf die jetzige Testverordnung habe man nur zwei Tage Vorbereitungszeit gehabt. „Das passiert alles meist sehr kurzfristig. Momentan wissen wir auch nicht mehr als der Rest der Bevölkerung“, so der Unternehmer. Bei Bedarf und steigenden Corona-Fallzahlen könne man den Betrieb, wie in der Vergangenheit schon geschehen, wieder deutlich ausweiten.

Bei der Teststation vor dem Herbert-Winter-Stadion sind alle Tests kostenlos

Philipp Hatzis von der Apotheke am Torturm in Winnenden hingegen hat bis auf seine Drive-in-Teststation alle anderen Standorte, etwa in Berglen-Oppelsbohm oder zwei Winnender Teilorten, aufgegeben. „Es gibt noch eine Nachfrage, aber diese ist gering“, erzählt er. Deshalb hat die Teststation auf dem Schotterparkplatz vor dem Stadion auch nur noch für zwei Stunden täglich, von 11 bis 13 Uhr, geöffnet. „Wir haben die Zeit angepasst an die Besuchszeit im Krankenhaus, die ebenfalls ab 11 Uhr beginnt“, erklärt Hatzis. Dass er sein Zelt dort bald abbaue, daran denke er nicht.

Man habe die Erfahrung gemacht, dass der größte Teil der Kunden vor einem Besuch im Klinikum und im ZfP zum Test vorbeikommt. „Wenn wir in den zwei Stunden 50 Tests machen, dann ist es wirklich viel. Meistens sind es momentan etwa 30 Stück“, ordnet Hatzis ein. Wie auch Noah Schäftlmeier hat er den Eindruck, dass einige zum ersten Mal zum Test ans Wunnebad kommen. „Wir hatten in letzter Zeit Personen an der Station, die auch von weiter her gekommen sind. Zum Beispiel aus Kornwestheim“, erinnert er sich. An seiner Station hat er die Erfahrung gemacht, dass vor einer Veranstaltung niemand zum Testen kommt. „Dass mal jemand mit einer Konzertkarte hier war, daran kann ich mich nicht erinnern“, sagt er.

Bezahlen muss bei Philipp Hatzis für die Tests niemand etwas. „Wir haben entschieden, dass wir die Kosten übernehmen. Wir haben in den vergangenen Monaten schließlich auch etwas verdient. Jetzt wollen wir etwas zurückgeben“, meint er. Von 30 Tests am Tag trifft bei rund 25 sowieso die kostenlose Bürgertest-Kategorie zu, für die restlichen fünf übernehme man die Kosten gerne.

Die Corona-Zahlen sinken, die Sommerwelle ebbt ab. Das spüren auch die Testbetreiber in der Gegend. „Wir kommen natürlich lange nicht an die Zahlen ran, wo wir schon einmal waren“, sagt Noah Schäftlmeier über das momentane Testaufkommen. Derzeit betreibt er deutschlandweit noch 22 Stationen, darunter zwei in Winnenden (Kronenplatz und Marktstraße) und eine am Leutenbacher Löwenplatz.

Dass es an den Teststationen mittlerweile ruhiger ist, liegt neben dem sinkenden Infektionsgeschehen

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