Winnenden

Winnenden: Wie lief die erste Woche an Schulen ohne die Corona-Testpflicht?

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Die Schnelltests für Schulen können vorerst im Schrank bleiben, das Land hat diese Woche Test- und Maskenpflicht aufgehoben. Symbolfoto: Schneider © Gaby Schneider

Der Rems-Murr-Kreis hat eine Corona-Inzidenz von 1000 (Stand 28.4. Corona-Warn-App) und gleichzeitig endet in Baden-Württemberg die erste Schulwoche ohne Masken- und Testpflicht. Wie ist es an den Schulen gelaufen? Überwiegt ein mulmiges Gefühl oder hat das Ende zweier wichtiger Vorsichtsmaßnahmen auch etwas Befreiendes? Wir haben mit zwei Winnender Schulleitern gesprochen.

Grundschule Kastenschule: Eltern entdecken Corona-Fälle, Lehrer tragen weiter Maske

Margit Claudi von der Kastenschule berichtet, dass bei ihr beide Gefühle vorhanden sind. „Es ist schon eine Erleichterung, dass einem mehr Zeit zur Verfügung steht, und für die Kinder war das Testen auch nicht das reine Vergnügen“, sagt sie. „Gleichwohl bleibt ein Restrisiko. Es tragen zwar 100 Prozent der Lehrer immer noch freiwillig Masken in der Schule, aber nur etwa zehn Prozent der Kinder.“

Vor den Osterferien, als mindestens dreimal die Woche anlasslos getestet wurde, waren „bei jedem Durchgang ein bis zwei Kinder positiv, ohne dass sie Symptome gehabt hätten“, erzählt Margit Claudi. „Viel mehr Fälle gab es aber, die schon zu Hause von den Eltern wegen Symptomen erkannt und durch Tests belegt wurden. Die gibt es jetzt immer noch.“ Die Kinder bleiben dann gleich zu Hause. Deshalb, und weil konsequent Maske getragen und gelüftet wurde, habe sich Corona in der Schule nie auf eine Klasse oder Lerngruppe ausgebreitet.

„Trotzdem hatten wir vor den Ferien im Kollegium immer ein bis zwei Ausfälle durch Corona, mit dem man sich wahrscheinlich im privaten Bereich angesteckt hatte, aber auch durch andere Krankheiten, und das mit Vertretungen zu kompensieren war schon belastend.“ Doch diese Woche waren alle wieder gesund an der Grundschule zum Dienst angetreten, „ich klopfe auf Holz und hoffe, dass jetzt alle erst mal durch sind und es wegen des schöneren Wetters auch glimpflicher weitergeht“, sagt Margit Claudi. Allein das Lüften wird angenehmer, weil es nicht mehr so kalt ist.“

Lessing-Gymnasium: Endlich wieder Inhalte in den Fokus rücken, AGs anbieten und Ausflüge machen

Am Lessing-Gymnasium ist ebenfalls alles gut verlaufen, wie Jörg Steinl sagt: „Vor Ostern hatten etwa noch 50 Prozent der Schüler Masken auf, jetzt trägt sie fast gar keiner mehr. Außer den Lehrern, aus Gewissenhaftigkeit.“ Wenn sie ausfallen, sind Kollegen und viele Klassen betroffen.

„Ich hoffe, dass wir bis zum Sommer Ruhe haben und finde die Pause sehr gut“, sagt Jörg Steinl. Zwar habe sich eine Routine eingestellt, die Tests durchzuführen, auch habe man noch einen Vorrat in Reserve, „aber wenn man bedenkt, dass wir pro Woche etwa 3000 Tests gebraucht haben, dann ist das schon eine Riesenlogistik.“ Auch im Lessing-Gymnasium war es aber so, dass die symptomatischen Kinder schon zu Hause aufgefallen sind und getestet wurden, „die Eltern haben da einen verantwortungsvollen Job gemacht und werden es sicher weiter tun“, lobt Steinl. An der Schule entdeckt wurden wenige asymptomatische Fälle, die dann auch einen milden Verlauf hatten.

„Jetzt ist es einfach schön, dass wir mehr Zeit für die inhaltliche Arbeit haben und seit einer Weile wieder Ausflüge und Arbeitsgemeinschaften anbieten können.“ Außerdem ist für Klasse 6 Schullandheim und für Klasse 11 eine Studienfahrt geplant, beides in der vorletzten Woche vor den Sommerferien. „Wegen Corona bleiben wir in Deutschland, aber auch, um das Klima und die Ressourcen zu schonen“, begründet Jörg Steinl den Verzicht auf Auslandsreisen.

Der Rems-Murr-Kreis hat eine Corona-Inzidenz von 1000 (Stand 28.4. Corona-Warn-App) und gleichzeitig endet in Baden-Württemberg die erste Schulwoche ohne Masken- und Testpflicht. Wie ist es an den Schulen gelaufen? Überwiegt ein mulmiges Gefühl oder hat das Ende zweier wichtiger Vorsichtsmaßnahmen auch etwas Befreiendes? Wir haben mit zwei Winnender Schulleitern gesprochen.

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