Winnenden

Winnenden hat 7000 Schnelltests für Schulen beschafft - Weiteres Schnelltestzentrum in Vorbereitung

Schnelltest schule
Am Mittwoch angekommen: Schnelltest-Sets in der Hungerbergschule. © Benjamin Büttner

Wie schafft es Winnenden, von seinen im Kreisvergleich sehr hohen Infektionszahlen runterzukommen? Die Impfstoffe reichen nicht. Da hilft nur testen. OB Hartmut Holzwarth sagt: „Das Thema Testen rollt jetzt mit voller Geschwindigkeit an.“ Erstens hat die Stadt am Mittwoch 7000 Corona-Schnelltests bekommen und sie gleich an die Schulen verteilt. Zweitens stehen die Chancen sehr gut, dass Winnenden noch im März in seiner Innenstadt ein Testzentrum bekommt, das gratis ganztags an sieben Tagen in der Woche Schnelltests macht.

Bislang gehen die Schüler täglich ungetestet in die Schulen

Schnelltests zu bekommen war letzte Woche schwierig. Die großen Drogeriemärkte haben Lieferprobleme, Apotheker tun sich schwer. Im Landkreis insgesamt sind die Schulen zwar besucht von Fünft- und Sechstklässlern und Abschlussklassen – aber getestet sind die Schüler in der Regel nicht, es sei denn Eltern hatten von sich aus Tests besorgt. Ab Montag übernehmen die Schulen das Testen. Die Stadt beschaffte ihnen sogenannte „Nasenpopeltests“, bei denen man das Wattestäbchen selbst in die Nase führt und die nicht mehr bis runter in den Rachenraum geschoben werden müssen. In Österreich sind diese Tests schon üblich. Dort testen sich alle Schüler gleichzeitig selbst unter Anleitung der Lehrerin.

In Deutschland war die Frage: Wer zahlt? Und welcher Preis gilt?

Am Montag dieser Woche, morgens um 1 Uhr, bekam die Stadt eine E-Mail vom Städtetag, dass das Land die Kosten für Schnelltests übernimmt, zumindest bis zu sechs Euro pro Test. Hauptamtsleiterin Christina Riedl machte sich auf die Suche nach Lieferanten, die einen guten Ruf haben und für Qualität stehen. Mit einem wurde die Stadt handelseinig. Sie muss allerdings ein bisschen mehr bezahlen als die sechs Euro, die sie vom Land wiederbekommen wird, aber dafür bekam sie die zugesicherte Qualität, die für Deutschland zugelassenen Wattestäbchen (und nicht jene, die schon in der Packung drin sind), und vor allem kam die Lieferung innerhalb von 48 Stunden nach der Bestellung an. „Das konnte uns außer diesem kein einziger Lieferant versprechen“, erzählte Holzwarth.

Wie kommt die Stadt eigentlich genau auf 7000 Tests?

Die Zahl der Tests ist vom Land für jede Kommune in Baden-Württemberg vorgegeben. Mehr finanziert das Land nicht als diese 7000, die für Winnenden gelten. Das ist zunächst mal eine beeindruckend große Zahl. Aber wie lange reichen die Tests denn in Winnenden für alle Schüler, die jetzt im Präsenzunterricht sind? „Die Tests reichen bis Ende März, wenn die Schulen zweimal pro Woche ihre Schüler testen“, sagt OB Holzwarth, „am 22. März beginnt das Testen. Das sind insgesamt drei Tests, dann kommt schon der April.“

Das Land plant eine Rahmenbeschaffung im April, sagt Holzwarth. Es werde aber weiter möglich sein, dass Städte selbst sich beliefern lassen und die Kosten abrechnen. Im April kommt noch etwas dazu: Auch die Erzieherinnen in Kitas sollen dann zweimal in der Woche einen Schnelltest bekommen. Wichtig ist dem Oberbürgermeister: „Alle Tests sind freiwillig.“ Kinder würden nur getestet, wenn eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern vorliege.

Hauptamtsleiterin Christina Riedl versichert, dass das städtische Testzentrum in der Alten Kelter weiter von 17 bis 20.30 Uhr betrieben wird. Künftig ist von Montag bis Freitag Betrieb, also ein Tag mehr als bisher. Falls die Ehrenamtlichen vom Roten Kreuz und den Maltesern noch mehr verkraften, werden ganz vielleicht die Testzeiten noch mal ausgeweitet. Aber jetzt schon sind für etliche Tage alle Termine ausgebucht in der Alten Kelter.

Weiteres Testzentrum in der Innenstadt ist in Vorbereitung

Weil alles nicht reicht, ist noch mal ein Testzentrum in Vorbereitung. Die Firma Minessa Medical, die ein Zentrum in Ludwigsburg betreibt, möchte noch im Monat März ein Zentrum in Winnenden aufstellen, denn Winnenden ist die Heimatstadt von einem der beiden Firmeninhaber, von Noah Schäftlmeier.

20-jähriger Winnender betreibt die Testfirma

Der Unternehmer ist 20 Jahre alt und eigentlich Student der Betriebswirtschaftslehre, hat aber sein Studium auf Sparflamme geschaltet und ein Unternehmen mit Zentren in ganz Deutschland aufgebaut. Die Tests dort sind für die Kunden gratis. Der Staat übernimmt die Kosten. An sieben Tagen in der Woche will die junge Firma Tests mit oder ohne Anmeldung anbieten.

Wie schafft es Winnenden, von seinen im Kreisvergleich sehr hohen Infektionszahlen runterzukommen? Die Impfstoffe reichen nicht. Da hilft nur testen. OB Hartmut Holzwarth sagt: „Das Thema Testen rollt jetzt mit voller Geschwindigkeit an.“ Erstens hat die Stadt am Mittwoch 7000 Corona-Schnelltests bekommen und sie gleich an die Schulen verteilt. Zweitens stehen die Chancen sehr gut, dass Winnenden noch im März in seiner Innenstadt ein Testzentrum bekommt, das gratis ganztags an sieben Tagen

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