Winnenden

Winnender Grundschülern fehlen in der Pandemie die Freunde, Lehrer und das Kino

Kastenschulecorona
Die bunten Männchen hängen am Zaun der Kastenschule. © Gaby Schneider

Kinder leiden unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen besonders. Gemeinsames Spielen, Lernen und Toben fehlen ihnen. „Wir wollten den Kindern eine Stimme geben, da sie momentan oft zu kurz kommen“, erklärt Schulsozialarbeiter Florian Kleinknecht, weshalb er mit seinen Kollegen an den Grundschulen eine Kunstaktion ins Leben gerufen hat. „Auf Papiermännchen, die ein wenig wie Lebkuchenmännchen aussehen, konnten die Kinder schreiben und malen, was ihnen momentan besonders fehlt. Aber auch, was sich durch die Pandemie verbessert hat“, erzählt Kleinknecht. Etwa 300 Papiermännchen seien zusammengekommen, einlaminiert von den Schulsozialarbeitern. „Wir wollen auf die Situation der Kinder aufmerksam machen. Deshalb hängt die Kunst nicht etwa in der Schule, sondern außen. Am Zaun der Kastenschule, zwischen Kronenplatz und Kornbeckstraße“, berichtet Kleinknecht.

Reaktion von Spielpartnern fehlt

Man müsse bedenken, dass für Kinder die Zeit in etwa sechsmal langsamer vergehe als für einen Erwachsenen. „Man kann also sagen, dass es sich für die Kinder so anfühlt, als wären sie seit sechs Jahren in der Pandemie“, vergleicht Kleinknecht.

Außerdem lerne es sich zu Hause mit den Eltern ganz anders als in der Schule. „Das beginnt schon bei der Ansprache. Diese ist von den Lehrern natürlich eine andere“, erklärt der Schulsozialarbeiter. Ebenso fehle Kindern die Reaktion von Spielpartnern, die ebenfalls ganz wichtig sei. „Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf die momentane Situation“, weiß Florian Kleinknecht. Dass es Corona gebe, verstehe jedes Kind, ist er sich sicher. „Aber wenn der Pausenhof in drei Hälften geteilt ist und der Kumpel auf der anderen Hälfte spielt, man nicht zu ihm rüberdarf, das ist für die Kinder ganz schlimm.“ Von einigen Kindern habe er erfahren, dass sie auch Videokonferenzen mit den Freunden abhalten, um in Kontakt zu bleiben.

Mittlerweile fehle den Kindern über ein Jahr, um sich auszuprobieren. Das hält der Schulsozialarbeiter für problematisch. „Gewisse Entwicklungsschritte sind an Zeitspannen gebunden.“ Wobei Kinder, die weniger Unterstützung von den Eltern bekommen, mehr betroffen seien. „Wenn man wieder öffnen darf, wird es einen großen Aufschwung geben. Das wird für die Kinder wichtig sein“, vermutet Kleinknecht.

Mehr Zeit mit der Familie

Noch müssen sich die Kinder allerdings gedulden und haben ihre Gedanken nun auf Papier gebracht. „Ganz viele Kinder haben auf die Männchen geschrieben, dass ihnen der Kontakt zu den Mitschülern fehlt“, weiß Florian Kleinknecht. Aber auch der Kontakt zum Klassenlehrer werde vermisst. Auch Freizeitangebote fehlen. „Sportvereine und das Kino vermissen die Grundschulkinder ohne Ende“, berichtet der Schulsozialarbeiter. Positiv hingegen sei für viele Kinder, dass sie momentan sehr viel Zeit mit der Familie verbringen können. „Wenn die Schule ganz normal läuft, dann sind manche Kinder nur ganz kurz zum Essen zu Hause. Im Anschluss haben sie Musikstunde und gehen dann vielleicht noch zum Sportverein. Das ist jetzt entspannter und nicht mehr so dicht getaktet.“ Viele seien auch froh, dass sie länger schlafen können, und auch Ausflüge mit den Eltern seien hoch im Kurs.

Kinder leiden unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen besonders. Gemeinsames Spielen, Lernen und Toben fehlen ihnen. „Wir wollten den Kindern eine Stimme geben, da sie momentan oft zu kurz kommen“, erklärt Schulsozialarbeiter Florian Kleinknecht, weshalb er mit seinen Kollegen an den Grundschulen eine Kunstaktion ins Leben gerufen hat. „Auf Papiermännchen, die ein wenig wie Lebkuchenmännchen aussehen, konnten die Kinder schreiben und malen, was ihnen momentan

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