Winnenden

Winnender Schulneubau trägt Namen der Spenderin

Schule beim Jakobsweg_0
Neben der Schule beim Jakobsweg entsteht noch bis März 2020 der Tilde-Raber-Bau. © Ramona Adolf

Winnenden. In sieben Monaten, im März 2020, bezieht die Paulinenpflege ihren dritten Schulneubau binnen acht Jahren. Das dreistöckige Gebäude neben der Schule beim Jakobsweg an der Forststraße hat überdies schon jetzt einen Namen: Tilde-Raber-Bau. Die Dame hat der Paulinenpflege ihr Vermögen vermacht und sich gewünscht, dass ein Gebäude ihren Namen tragen werde.

Das Bauvorhaben läuft seit einem Jahr ohne Probleme, und durch die großzügige Privatspende ist auch die finanzielle Seite kein Thema, auch wenn man noch auf den Landeszuschuss wartet.

Eine Fußbodenheizung, die die Räume auch kühlen kann

Nach den vielen extrem heißen Juli-Tagen können die Schüler und Lehrer, die bald die neuen Räume nutzen, dem Umzug gelassen, voller Vorfreude entgegensehen, wie Ulrich Speidel von der Paulinenpflege-Bauverwaltung erklärt: „Mit einer Wärmepumpe und einer Fußbodenheizung wärmen wir die Räume im Winter und kühlen sie im Sommer, indem 20 Grad kaltes Wasser durch die Schläuche geleitet wird. Das wird sehr angenehm“, sagt er über die neueste Technik, die es vor zehn Jahren, als der Bau der Schule beim Jakobsweg begann, noch nicht gab. 2014 baute die Paulinenpflege einen ähnlich funktionierenden Eisspeicher unter dem Schulneubau an der Langen Gasse. Das tauende Eis kühlt im Sommer, während es im Winter wieder gefriert. Auch das wirkt hervorragend, steuert sich aber nicht automatisch wie die Wärmepumpen. „Mit Jalousien sperren wir die Hitze aus, und den Strom für die Wärmepumpen erzeugen wir selbst aus der Sonne mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach“, so Speidel über weitere ökologische Komponenten.

Helle, große Räume mit Zugang zum Balkon als zweiter Fluchtweg

Schul-Abteilungsleiter Roland Göhring ist beim Gang durch die Baustelle völlig begeistert: große, helle Räume, endlich ausgelegt für die tatsächliche Klassengröße von zwölf bis 13 Schülern. Sämtliche neun inklusiven Gymnasialklassen sowie die Altenpfleger-Auszubildenden mit Hörbehinderung werden hier künftig unterrichtet. Die speziellen Anforderungen an eine gute Akustik machen Teppichboden und schalloptimierte Decken sowie mehr Technik nötig, zum Beispiel für eine Brandmeldeanlage, die Blitze aussendet, oder für die vielen kleinen, in jedem Raum verteilten Lautsprecher. Die Stimme des Lehrers ist so überall gleich laut zu hören. Dazu kommt eine enorme Menge an Datenkabeln für den internetgestützten Unterricht und interaktive Tafeln. Weitere Besonderheiten: Im Untergeschoss richtet die Paulinenpflege ein Großraumbüro für die Übungsfirma des Berufskollegs Gesundheit und Pflege ein. Im zweiten Stock befinden sich offene Lernbereiche und eine in zwei Räume teilbare Aula für Elternversammlungen. Und: Ringsum dienen durchgehende Balkone als zweiter Rettungsweg. Die Treppenhäuser konnten dadurch offen geplant werden. Sämtliche Türen sind mit Spezialschlössern ausgestattet, die von außen verschlossen und von innen immer offen sind.