Winnenden

Winnender Kiffer mit Waffen im Kinderzimmer

Kiffen
Symbolfoto. © ALEXANDRA PALMIZI

Aufs Übelste hat ein 21-jähriger Mann drei Polizeibeamte beschimpft. Vor Gericht musste er sich – unter anderem – für diese Beleidigungen verantworten. Er nannte dafür diesen Grund: Gemeinsam seien die drei auf seinem Rücken und seinem Hals gestanden, um ihn zu fixieren. „Und schauen Sie sich meine Statur an“, wandte er sich um Verständnis werbend an Richter Armin Blattner, „ich bin weder sehr groß noch übermäßig kräftig.“

Er habe die Beamten in durchaus gewählten Worten gebeten, von ihm herunterzusteigen, als er Angst bekam und nach Luft rang. Doch nach einem lapidaren „Nein, mach ich nicht!“, und als man begann, noch stärker zuzudrücken, sei er ausgerastet.

„So ist das halt, wenn man vor der Polizei abhaut, wenn sie kommt. Sie rennen hinter dir her, und wenn sie dich erwischen, dann fixieren sie dich“, belehrte Richter Blattner den 21-Jährigen. Eine Darstellung der Vorgänge aus dem Blickwinkel der beteiligten Polizisten war in der Verhandlung im Amtsgericht Waiblingen nicht möglich, da der als Zeuge geladene Beamte anscheinend unentschuldigt ferngeblieben war.

Auszubildender rannte mit Marihuana im Bauchbeutel weg

Die besagte Verfolgungsjagd ereignete sich am 17. November vergangenen Jahres in Stuttgart und war Teil des Geschehens, das in der mündlichen Verhandlung aufgearbeitet werden musste. Der Angeklagte, der zurzeit eine Fliesenlegerausbildung macht, legte gerade eine Arbeitspause ein, als die Polizeistreife ihn überraschte. Er versuchte, vor ihr davonzurennen, weil er in seinem Bauchbeutel 1,25 Gramm Marihuana dabei hatte.

Zimmerdurchsuchung fördert Waffen zutage

Eine daraufhin in seinem Zimmer in der Wohnung der Eltern in Winnenden abgehaltene Durchsuchung brachte dann auch noch aus einer Schublade ein Butterfly- und ein Springmesser sowie einen Schlagring ans Tageslicht, so dass die Anklage schließlich auf „Beleidigung und Besitz verbotener Waffen“ lautete.

Richter Blattner erinnerte den Angeklagten auch noch daran, dass ein weiteres Verfahren wegen Drogenbesitzes gegen ihn anhängig sei.

Vergangenen Juli sei wohl auf einem Backnanger Parkplatz bei einer Polizeikontrolle ein Drogentütchen aus einem offenen Autofenster geworfen worden. Er müsse ja nicht zugeben, dass dieses Päckchen ihm gehörte, aber wenn er heute förmlich auf dessen Rückgabe verzichte, dann habe dies sicherlich einen positiven Einfluss auf das Backnanger Verfahren, so Blattners Empfehlung. Auf die Rückgabe dieser Drogen könne er gut verzichten, so der Angeklagte, da sie ja ihm nicht gehört hätten. Auf die Rückgabe der Drogen aus dem Bauchbeutel sowie der Messer und des Schlagrings verzichtete der Angeklagte ebenfalls. Zumal Blattner den Hinweis gab: „Die gibt es sowieso nicht zurück.“

Als sie den Angeklagten kürzlich kennenlernte, berichtete die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe Sabine Gerner, sei er „hochgegangen wie ein HB-Männchen“ und habe sich im Gespräch „teilweise unangemessen“ verhalten. Vor dem Richter nun habe er sich dagegen einsichtig und höflich gezeigt, erzieherisch durchaus noch zu beeindrucken. Sowohl Gerner wie auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft empfahlen für den Angeklagten, der mit seinen vier Geschwistern bei den Eltern und der Großmutter wohnt, die Anwendung des Jugendstrafrechts. Er lebe in gefestigten Verhältnissen, habe das Ziel, nach der Ausbildung die Meisterprüfung zu absolvieren und sich selbstständig zu machen. Allerdings müsse er bei der Bekämpfung seines Drogenproblems unterstützt werden. Angemessen sei zudem eine Geldstrafe, da er als Auszubildender eigenes Geld verdiene.

In diesem Sinne verurteilte Blattner den Angeklagten wegen Beleidigung und Besitzes unerlaubter Waffen, bis zum 30. Juni die Drogenberatung aufzusuchen und bis Jahresende 600 Euro an die Sozialberatung Stuttgart zu bezahlen.

Blattner appelliert an die Vorbildfunktion des großen Bruders

„Du musst schauen, wie es bei dir weitergeht“, gab der Richter dem Angeklagten mit auf dem Weg. „Du bist 21, wenn wieder etwas vorfällt, dann wird es ernst. Dann lautet die Frage Haft oder Bewährung.“ Stattdessen müsse er seinen Geschwistern Vorbild sein. Und wenn er sich selbstständig machen wolle, dann benötige er den Führerschein. Und der sei mit einer Drogenkarriere nicht vereinbar.

Aufs Übelste hat ein 21-jähriger Mann drei Polizeibeamte beschimpft. Vor Gericht musste er sich – unter anderem – für diese Beleidigungen verantworten. Er nannte dafür diesen Grund: Gemeinsam seien die drei auf seinem Rücken und seinem Hals gestanden, um ihn zu fixieren. „Und schauen Sie sich meine Statur an“, wandte er sich um Verständnis werbend an Richter Armin Blattner, „ich bin weder sehr groß noch übermäßig kräftig.“

Er habe die Beamten in durchaus gewählten Worten gebeten, von

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper