Winnenden

Wohnen und Arbeiten an einem Ort? Für die IBA will Winnenden ein zukunftsweisendes Gewerbegebiet schaffen

Luftbild: IBA'27 Gelände Winnenden, 02.11.2020.
Was wird aus den freien Feldern in der Bildmitte? Ein Städteplanerwettbewerb soll Ideen bringen. © Benjamin Beytekin

Wie wollen wir in Zukunft leben, wohnen und arbeiten? Kriegen wir das alles auf einem Platz hin? Wohnen wir neben der Werkstatt oder dem Büro und machen die Mittagspause dann auf einem Platz im Gewerbegebiet? Es klingt wie ein unerfüllbarer Traum aus alter Zeit. Aber es ist ernst. Es sind die Kernfragen der Internationalen Bauausstellung IBA, die 2027 in den Raum Stuttgart kommt. Winnenden will diese Fragen beantworten mit einem Gewerbegebiet, das lange geplant war und bis 2027 in zukunftsorientierter Form, abgestimmt mit den IBA-Organisatoren, entstehen soll.

Wettbewerb unter Städteplanern hat jetzt begonnen

Stadt und IBA alleine würden es nicht schaffen. Dafür brauchen sie Ideen von Städteplanern und schreiben deshalb einen internationalen Wettbewerb aus.

Aufgabe der Städteplaner wird es sein, auf 5,2 Hektar Wiese und Feldern zwischen der Marbacher und der Schwaikheimer Straße ein Gebiet zu entwickeln, in dem, Wohnen, Leben und Arbeiten am selben Ort stattfinden.   Es ist keine riesige Industriefläche, es werden sicher auch keine großen Produktionsbetriebe angesiedelt. Winnenden hat als astreines Gewerbegebiet immer noch die großen Flächen in der Hertmannsweiler Schmiede, und es bleibt dabei, dass große Industriebetriebe sich mit Wohngebieten nicht vertragen. Aber kleine Handwerksbetriebe, Dienstleister, Beratungs- und Planungsbüros, Fitnessstudios, Gastronomie können sich mit Wohnungen vielleicht schon vertragen. Jedenfalls haben Stadt und IBA das zunächst angedachte Gewerbegebiet umgepolt in ein Mischgebiet, das zumindest in einem Teilbereich sehr wohnlich und grün werden soll.

Wie zukunftsweisend wird das Winnender IBA-Projekt?

„Wir wollen mit unserem produktiven Stadtquartier Vorbildfunktion für die gesamte Region übernehmen“, schreiben Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und IBA-Intendant Andreas Hofer in einer gemeinsamen Erklärung zum Städteplanerwettbewerb. Alleine mit diesem Wettbewerb wird Winnenden die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf sich lenken, denn das „Produktive Stadtquartier Winnenden“ wurde vom Kuratorium der IBA ‘27 in die Kategorie der IBA-Projekte aufgenommen. Der Winnender Stadtentwickler Markus Schlecht hat zusammen mit den IBA-Fachleuten und dem Düsseldorfer Büro Faltin und Sattler ein 70-seitiges Exposé zum Wettbewerb erstellt, das sich Städteplaner seit wenigen Tagen bestellen können. Bis 10. Februar müssen die Entwürfe abgegeben werden.

Das Preisgericht ist international besetzt

Am 23. und 24. Februar tagt das Preisgericht, das mit Fachleuten aus Hannover, Zürich, Wien und Lausanne besetzt ist und mit dem IBA-Intendanten Andreas Hofer. Ab dem 26. Februar sollen die preisgekrönten Entwürfe ausgestellt werden. Wo, ist noch unklar: In Winnenden oder Stuttgart? Oder angesichts der Umstände eventuell nur online?

Eine grobe Vorstellung, wie das produktive Stadtquartier aussehen könnte, existiert bereits, ist aber noch nicht bindend: viel Grün, Wasserflächen in der Mitte, Fußgängerbereich, direkte Fußgänger- und Fahrradverbindung zum Bahnhof und zur Innenstadt.

Befürchtungen wurden auch schon geäußert: Im Leutenbacher Gemeinderat kommen wiederholt Äußerungen auf, das Mischgebiet werde zu viele Autos und Lieferwagen über die B-14-Zufahrt Winnenden-West leiten.

Wie wollen wir in Zukunft leben, wohnen und arbeiten? Kriegen wir das alles auf einem Platz hin? Wohnen wir neben der Werkstatt oder dem Büro und machen die Mittagspause dann auf einem Platz im Gewerbegebiet? Es klingt wie ein unerfüllbarer Traum aus alter Zeit. Aber es ist ernst. Es sind die Kernfragen der Internationalen Bauausstellung IBA, die 2027 in den Raum Stuttgart kommt. Winnenden will diese Fragen beantworten mit einem Gewerbegebiet, das lange geplant war und bis 2027 in

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