Winnenden

Wohnraum für 300 Menschen zwischen Kreisklinikum und Schelmenholz

großes Baugebiet
Das Plakat steht schon im Baugebiet. Der Bebauungsplan für das Gebiet Vista ist beschlossen. © ALEXANDRA PALMIZI

Das nächste Winnender Wohngebiet ist beschlossene Sache: „Vista“ heißt es, das spanische Wort für Aussicht, denn ganz in der Nähe führt der Jakobsweg vorbei in Richtung Spanien, und überhaupt werden die Bewohner dieser künftigen Siedlung einen schönen Blick auf den Winnender Hausberg, den Haselstein, haben, wenn sie nicht auf der anderen Seite Richtung Linsenhalde schauen. Der Gemeinderat und die beteiligten Behörden haben den Bebauungsplan gebilligt. Rechtskräftig wird er am 1. April 2021. Die Firma Projektbau Pfleiderer regelt dann den Straßen- und Leitungsbau nach den Vorgaben der Stadt, sie kann also theoretisch im Herbst mit den Erschließungsarbeiten beginnen.

In einigen Jahren wachsen Schelmenholz und Stadt zusammen

Gut möglich, dass in zwei bis drei Jahren die ersten Häuser gebaut werden und dass dann langsam das Schelmenholz mit der Stadt ganz zusammenwächst, das früher richtig außerhalb gelegen, durch eine breite Grünschneise abgetrennt von der Stadt war. Das mittelgroße Wohnviertel Vista soll fürs Schelmenholz eine neue Eingangssituation herstellen. 144 Wohneinheiten soll es bekommen. Die Firma Class wird Reihenhäuser bauen, Pfleiderer baut zwei der hohen Mehrfamilienhäuser, die Baugenossenschaft Winnenden (BGW) baut eines davon. Alle drei Bauträger geben Bauland an die Stadt oder die Stadtbau ab, damit die an der untersten Stelle des Gebiets, beim Kreisel, eine Kita und ein achtstöckiges Wohnhaus mit 25,5 Metern Höhe bauen können. Die Bauträger befolgen damit das Winnender Sozialbauprinzip, nach dem jeder Bauherr bei größeren Projekten einen Teil für Sozialwohnungen abgeben muss, und die Infrastrukturabgabe, nach der jeder Bauherr etwas bezahlen muss für eine im Neubaugebiet notwendige Kita. Für die Stadt kommt durch die Grundstücksübertragung ein hoher Betrag zustande, weil dort ein Bodenwert von 750 Euro pro Quadratmeter angesetzt wurde.

Muss man bei hohen Häusern mit einer schwarzen Fassade rechnen?

Die meisten Autos im Gebiet sollen in einer Tiefgarage verschwinden, andere stehen auf offenen Stellplätzen oder in Garagen bei den Reihenhäusern. Das oberste höhere Haus soll einen gewissen Abstand zu den bestehenden Häusern einhalten. Ein Kinderspielplatz ist eingeplant.

Wenn man schon so hohe Häuser erlaubt, ist dann wenigstens sicher, dass die keine schwarze Fassade bekommen wie das Punkthaus beim Schiefersee? Danach fragte ALi-Stadträtin Rahel Dangel. Stadtentwickler Markus Schlecht erzählte, er sei im Gespräch mit den Bauherren – es denke niemand an eine „drückende“ Fassadenfarbe. Dangel fragte auch nach der Fotovoltaik auf den Dächern. „Sie ist erlaubt“, erklärte Markus Schlecht. Die Heizung werde über Fernwärme aus dem in nächster Nähe gelegenen Heizkraftwerk betrieben. Im Plan hatte Christoph Mohr (ALi) entdeckt, dass Schottergärten zwar untersagt sind, dass aber eine Ausnahmeklausel drinsteht: 25 Prozent der Fläche hätte doch geschottert werden dürfen. Mohr wollte die Klausel ganz streichen, ließ sich aber herunterhandeln darauf, dass zehn Prozent Schotter zugelassen sind, zum Beispiel, um Spritzschutzkiesel direkt an der Fassade auszulegen.

Baugebiete: Wo sind die Grenzen des Wachstums?

Muss eigentlich immer mehr und mehr gebaut werden? SPD-Sprecher Andreas Herfurth bezweifelt dies: „Meines Erachtens schießen wir übers Ziel hinaus“, meint er mit Blick auf weitere künftige Wohngebiete. Er erinnerte an die Verdichtung im Schiefersee und an der Forchenwaldstraße und meinte: „Mit diesem Baugebiet ist dann fürs Schelmenholz die Oberkante der Entwicklung erreicht.“

Das nächste Winnender Wohngebiet ist beschlossene Sache: „Vista“ heißt es, das spanische Wort für Aussicht, denn ganz in der Nähe führt der Jakobsweg vorbei in Richtung Spanien, und überhaupt werden die Bewohner dieser künftigen Siedlung einen schönen Blick auf den Winnender Hausberg, den Haselstein, haben, wenn sie nicht auf der anderen Seite Richtung Linsenhalde schauen. Der Gemeinderat und die beteiligten Behörden haben den Bebauungsplan gebilligt. Rechtskräftig wird er am 1. April 2021.

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