Winnenden

Wohnungen an der Stelle einer Fabrik

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Diese Fabrik an der Winnender Straße in Höfen wird abgerissen, und auf dem ganzen Gelände entsteht ein Wohngebiet. © ZVW/Alexandra Palmizi
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So soll das Neubaugebiet beim Höfener Bädle aussehen.

Winnenden. Höfen bekommt bald sein nächstes Neubaugebiet. Gegenüber vom Bädle möchte ein Investor das ganze Gelände der früheren Fabrik bebauen. Und nicht nur das: Das Baugelände wurde nach oben erweitert bis fast zur Kreuzung Eckehardstraße/Winnender Straße, wobei ein größeres Grundstück ausgespart und in Privatbesitz bleibt.

Der untere Bereich, in dem noch das Fabrikgebäude steht, wird bald Baugebiet sein. Letzte Woche im Gemeinderat stellte Stadtentwicklungsamtsleiter Markus Schlecht die Pläne des Investors für dieses Gebiet vor, und die Gemeinderäte sind im Kern mit den Vorschlägen einverstanden. Nur ein Mehrfamilienhaus unten an der Ecke Seehaldenweg/Winnender Straße ist den Gemeinderäten zu hoch eingeplant: Vier Geschosse plus ein zurückgesetztes Dachgeschoss sind dort vorgeschlagen. „Das ist mir persönlich zu hoch“, erklärte FWV-Stadtrat Hans Ilg, nachdem er durch intensives Nachfragen die Geschosszahlen genau erfahren hatte.

„Weshalb sind an dieser Ecke vier plus ein Geschoss vorgesehen?“, fragte Richard Fischer (CDU) nach. Entwicklungsamtsleiter Markus Schlecht hält an dieser Stelle, am unteren Punkt des Geländes und am Kreuzungspunkt mit der Winnender Straße, diese insgesamt fünf Geschosse für begründet. Wie wirkt diese Gebäudehöhe im Gesamtzusammenhang? „Mir fehlt ein Höhenprofil“, meinte CDU-Stadtrat Frank Rommel. Auf Bitten von Hans Ilg sicherte Amtsleiter Schlecht zu, mit dem Investor über die fünf Geschosse zu verhandeln und ihm zu sagen, dass der Gemeinderat die kritisch sieht.

Zufahrt zum Wohngebiet vom Seehaldenweg her

Weil der Investor ein ganzes Baugebiet alleine bebaut, darf er auch den Bebauungsplan selbst machen, braucht aber für den Plan die Zustimmung der Stadt, die mit ihm einen städtebaulichen Vertrag schließt.

Die Bewohner des künftigen Wohngebiets können direkt vom Seehaldenweg aus über eine neue Straße zu ihren Häusern fahren oder über die Bildackerstraße von weiter oben ins Wohngebiet einfahren. Unter den Mehrfamilienhäusern wird eine Tiefgarage angelegt, die auch vom Seehaldenweg aus angefahren wird. Aufs ganze Gebiet gerechnet werden deutlich mehr Parkplätze hergestellt, als es Wohnungen geben wird.

Noch gibt es kein Tempo 30 an der Winnender Straße

Wenn das Gebiet einmal bebaut ist, werden einige Mehrfamilienhäuser direkt an der Winnender Straße stehen an einer Stelle, wo zurzeit noch Tempo 50 erlaubt ist. „Dieser Bebauungsplan kann nur greifen, wenn Tempo 30 kommt“, meinte SPD-Stadtrat Hans-Dieter Baumgärtner. Die Winnender Straße wird in nächster Zeit breiter werden und könnte dann ganz gut mit Tempo 50 ausgenützt werden. Um Tempo 30 für diese Strecke zu bekommen, hat die Stadt einen Antrag an das Regierungspräsidium gestellt. Begründung: Die Anwohner brauchen Lärmschutz.

Das Präsidium arbeitet an dem Antrag, der mit einem Gutachten untermauert wurde. Aber die Entscheidung liegt noch nicht vor. „Was machen wir, wenn es bei Tempo 50 bleibt?“, fragt Baumgärtner. „Dann würden wir mit passivem Lärmschutz umgehen müssen“, erklärte Markus Schlecht. Das würde bedeuten: Schallschutzfenster und Ähnliches. Aber Schlecht geht davon aus, dass das Tempolimit kommt. Der Gemeinderat nahm den Planentwurf zur Kenntnis. Stadt und Investor werden ihn weiterentwickeln.


Fabrik ist geräumt

Das Fabrikgebäude, das noch im künftigen Baugebiet liegt, ist geräumt. Die Firma Peick Maschinenbau hat ihre Produktion mit 40 Mitarbeitern nach Marbach verlagert.

Die früheren Besitzer der Grundstücke haben sie verkauft an die Bauträgerfirma Weisenburger Projekt in Rastatt, die jetzt den Bebauungsplan entwickeln lässt.