Winnenden

Wo’s in Winnenden Glühwein zum Mitnehmen gibt - heiß, aber auch kalt

Glühwein
Aldo del Negro reicht ein heißes Getränk durchs Fenster seines Restaurants „La Piazza“ – Punsch oder Glühwein to go, zum Mitnehmen. © Gabriel Habermann

Das winterliche Weihnachtsmarkt-Wetter wäre da – bloß sind diese schönen Gelegenheiten, sich im Gedränge an einer heißen Tasse die Finger zu wärmen, wegen der Ansteckungsgefahr abgesagt. Erlaubt ist nur der Glühwein „to go“, zum Mitnehmen. Beim Stadtbummel zum Beispiel ist Platz genug, dass man den Becher irgendwo austrinkt, nicht direkt am Ausschankort. Wir verraten, wo und wann in Winnenden die Freunde des Heißgetränks oder auch von gebrannten Mandeln fündig werden.

Das Yo! hat ganz neu Glühwein im Programm an der Mühltorstraße

Der Erste, der die Idee umgesetzt hat, war Vito Carucci. Er baut gerade die Yo!-Eisdiele an der Mühltorstraße 7 in den „Kleinen Italiener“ um. Er liefert Pizza, Pasta, Crepes, Waffeln und Eis nach Hause. An sieben Tagen die Woche von 11 bis 18 Uhr ist das Lokal zudem für Selbstabholer geöffnet. Das Sortiment ist jetzt um Winzerglühwein von Konzmann in Stetten erweitert, denn seit Mittwoch hat Carucci die Ausschankgenehmigung. „Das hebt die Stimmung der Leute beim Einkaufen. Sie wollen wenigstens ein bisschen an bessere Zeiten erinnert werden und lechzen ja geradezu nach solchen Angeboten“, sagt der Wirt. Er schmückt jetzt noch die tannengrüne Ape weihnachtlich, sie wird außerdem mit Musik aufgepeppt zum „Glühwein-Taxi“. Bestellungen kann man per Whatsapp an 0176-77843055 loswerden, dort ist auch die Speisekarte hinterlegt.

Gebrannte Mandeln und Schokofrüchte an der Markthalle

„Als wir am Sonntag unseren Stand hier vor der Markthalle aufgebaut haben, fragten viele Leute nach Glühwein“, bestätigt Kathrin Waschek das große Interesse. „Wir machen aber keinen, dazu müssten wir eine Konzession beantragen.“ Sie und ihr Vater haben allerdings so einiges im Sortiment, was auch zu Weihnachtsmärkten gehört: Lebkuchenherzen, Schokoküsse, geröstete Mandeln, Walnüsse, Cashew- und Kürbiskerne. „Nüsse und Schokofrüchte machen wir selbst“, sagt Kathrin Waschek, für die Corona „eine mittelgroße Katastrophe“ ist.

Das Familienunternehmen mit Sitz in Leutenbach ist seit Jahren bei jedem Winnender Krämermarkt dabei und auf Märkten und Weihnachtsmärkten der Region normalerweise bestens beschäftigt. Ein kleiner Ersatz soll jetzt der Stand an der Wiesenstraße 28 sein, von 9 bis 18 Uhr ist geöffnet.

An Markttagen öffnet das „La Piazza“- Glühweinfenster um 11 Uhr

Seit vielen Jahren hat Gastwirt Aldo del Negro mit seinem Holzhäuschen vor dem Lokal Weihnachtsmarktflair bis in den Januar hinein verlängert, es wurde zum winterlichen After-Work-Treffpunkt der Bewohner, Beschäftigten und Einkaufenden in der Innenstadt. „Das Hüttchen wurde uns aber dieses Jahr nicht genehmigt“, sagt der Wirt. Stattdessen gibt’s nun diese Lösung: Ein Fenster des Restaurants „La Piazza“ am Marktplatz ist zur Ausgabe-Luke umfunktioniert worden. Seit Donnerstag reichen die Mitarbeiter heißen Glühwein heraus. „Es gibt weißen und roten oder auch alkoholfreien Früchtepunsch“, sagt Aldo del Negro. Wer’s gern kräftiger mag, bekommt auch einen Schuss Hochprozentiges in seinen Becher. „Wenn es gut anläuft, könnte ich eventuell auch Kaffee und Cappuccino anbieten“, überlegt er. An Markttagen, Samstag und Donnerstag, ist das Fenster bereits ab 11 Uhr offen, an den anderen Tagen ab 15 Uhr. Die Essen zum Mitnehmen laufen parallel weiter wie gehabt, mittags und abends. Montags ist Ruhetag.

Die beiden Freunde von „Amis“ melden sich zurück

Die Jungwirte Dennis Bauer und Amel Ademi, die die Wein- und Cocktailbar „Amis“ im früheren Eiscafé Olivier an der Marktstraße eröffnet haben, melden sich ebenfalls zurück mit „Glühli“, rot oder weiß und Punsch zum Mitnehmen. Dienstag bis Samstag, 16 bis 22 Uhr. Freitags und samstags gibt’s außerdem Cocktails. Die beiden 26-Jährigen haben für die Ausgabe einen kleinen Parcours aufgebaut und die Laufrichtung auf Schwäbisch beschrieben: „Hier kannsch rein, hinten gehsch raus.“ Dazu der Hinweis, dass auch vor dem Lokal Maske zu tragen sei, der Abstand und die Zwei-Haushalte-Regel außerdem zu beachten seien.

Ein Spaziergang mit Abstecher zum Weingut?

Was den Menschen außer dem Stadtbummel und dem Einkauf von Lebensmitteln bleibt, sind Spaziergänge im Freien. Schaffen die Winnender Weingüter vielleicht hier und da ein Ziel für Glühwein to go und eine Rote Wurst auf die Hand?

„Bei Schönwetter wäre ich gleich dabei“, sagt Claudia Ungar vom Weinbaubetrieb in Bürg, dessen Umgebung sich perfekt für Spaziergänge eignet. „Dieses Wochenende (5./6.12.) soll ja schmuddelig werden, aber vielleicht bieten wir am dritten und vierten Adventswochenende etwas an.“ Bei Ungars erhält man auf jeden Fall einen selbst gemachten Winzerglühwein, drei Liter Bag-in-Box. Tasse für Tasse kann man sich daraus zapfen und daheim selbst erwärmen. Der Inhalt hält sich durch das Vakuum im Beutel wochenlang frisch, wie beim Apfelsaft auch.

Auf dieses Modell verweist auch David Siegloch. „Bei uns sind Glühwein-Boxen mit drei, fünf und zehn Liter erhältlich: Rot, Weiß und Rosé. Es sind selbstverständlich unsere eigenen Weine, die mit richtigen Gewürzen, Orangen und so weiter abgeschmeckt sind.“ Das Weingut an der Albertviller Straße kocht donnerstags, freitags und samstags drei Besengerichte zum Vorbestellen und Abholen. „Für Glühwein to go ist unsere Lage nicht so ideal, das läuft in der Innenstadt besser“, denkt Siegloch.

Das Weingut Häußer indes hat schon einen kleinen Ersatz für den ausgefallenen Weihnachtsmarkt veranstaltet, am 28. November, und wird diesen am Samstag, 12. Dezember, wiederholen: einen Winzermarkt. „Der Glühwein ist allerdings kalt, zum Mitnehmen und zu Hause Wärmen“, sagt Carolin Häußer. Bei dem Märktle gibt’s von 9 bis 18 Uhr außerdem gebrannte Mandeln, Magenbrot, Winzerseelen und kleine Geschenke wie selbst gemachtes Pesto und Glühweingelee zu kaufen.

Das winterliche Weihnachtsmarkt-Wetter wäre da – bloß sind diese schönen Gelegenheiten, sich im Gedränge an einer heißen Tasse die Finger zu wärmen, wegen der Ansteckungsgefahr abgesagt. Erlaubt ist nur der Glühwein „to go“, zum Mitnehmen. Beim Stadtbummel zum Beispiel ist Platz genug, dass man den Becher irgendwo austrinkt, nicht direkt am Ausschankort. Wir verraten, wo und wann in Winnenden die Freunde des Heißgetränks oder auch von gebrannten Mandeln fündig werden.

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