Winnenden

Zeitverzug beim Straßen-Neubau nach Bürg: Umleitung bis mindestens Frühjahr 2023

Baustelle
Die Bagger sind mit den Arbeiten für die neue Straßenentwässerung beim Aidehof angekommen. © Alexandra Palmizi

Die Natur erwacht, die Sonne lockt zu einem Spaziergang oder einer Wanderung, der Mensch gerät in Aufbruchstimmung. Und fragt sich: Wie geht’s mit der Straßenbaustelle zwischen den Teilorten Baach und Bürg voran? Sollte da nicht bald der erste Abschnitt fertig sein, im April oder Mai? Unsere Zeitung hat mal wieder vorbeigeschaut. Die wichtigste Botschaft vorweg: Der erste Abschnitt wird erst Ende Juli 2022 fertig werden. Somit ist mit einer Fertigstellung der gesamten Kreisstraße bis Bürg frühestens im Frühjahr 2023 zu rechnen.

Hier weitere Fragen und Antworten zur Baustelle, der Umleitung und der Route für den kleinen Ersatzbus.

Wie kommt es zum Zeitverzug von ungefähr zwei Monaten?

Anfang September 2021 wurde die Straße voll gesperrt. Mit dem ersten großen Stützmauerbauwerk begann die Winnender Firma Klöpfer im November. Dafür musste ein großer Kran aufgestellt werden. „Es geht sehr eng zu und der Kran muss möglichst viel bedienen“, nennt der Leiter des Straßenbauamts des Kreises, Matthias Straus, einen der Verzögerungsgründe. Der steile Hang, den die Serpentinenstraße erklimmen hilft, tut sein Übriges.

Der Teamleiter Bau, Karsten Klein, ergänzt: „Wir hatten gehofft, Kanal- und Mauerbau kombinieren zu können, doch das geht nicht.“ Auch die Abschnitte der Stützwände müssen in einer anderen Reihenfolge hergestellt werden, was deutlich mehr Zeit beansprucht. Drittens hat sich herausgestellt, dass der Unterbau der Straße in größerer Tiefe in einem deutlich schlechteren Zustand ist, als Voruntersuchungen annehmen ließen. Nur wenig vom Altbestand kann in den Neubau integriert werden.

Immerhin könne die Erfahrung vom ersten Bauabschnitt in den zweiten Bauabschnitt einfließen und dadurch etwas Zeit gewonnen werden, hofft Karsten Klein.

Wieso kann der Ausbau nicht mit einer halbseitigen Sperrung erfolgen?

Die Frage werde immer wieder beziehungsweise immer noch in Kreistagssitzungen gestellt, Kreisräte geben sie von ihren Ortsparlamenten und Bürgern ans Landratsamt weiter, berichten Mitarbeiter bei der Baustellenbesichtigung. Schon klar, wer in den Schwäbischen Wald pendelt, muss durch die Vollsperrung eine weite Umleitung in Kauf nehmen. Auch Gäste des Hotel-Restaurants „Schöne Aussicht“ in Bürg sind betroffen. Doch da die Straße von Grund auf neu gemacht wird, ist eine andere Lösung schlicht nicht möglich. Es reiche nicht, nur eine neue Asphaltschicht aufzutragen.

Erhellend dazu ist vielleicht ein kleiner Rückblick, wie ihn Landrat Richard Sigel anstellte: „Mir wurde die Bushaltestelle am Aidehof gezeigt und jeder konnte sehen, das geht gar nicht. Echt eine Stelle, wo der Schuh gedrückt hat.“ Und dann kam eins zum anderen, ergänzt der Winnender Bürgermeister Norbert Sailer, wie wenn man sich an den Umbau eines alten Hauses wagt. Packst du schon dies an, solltest du auch das und jenes noch mit erledigen. Übertragen auf die Straße hießen die Probleme: Einige Stellen waren zu eng, Busse konnten nicht aneinander vorbeifahren, einer musste zurücksetzen. Die Leitungen im Untergrund waren stark veraltet, die Entwässerung der Straße nicht vorhanden oder nicht gut. Der Straßenbelag war verdrückt, hatte sich an vielen Stellen gesetzt, auch weil sich der Hang bewegt und teils sogar instabil ist.

Auch die Umwelt will berücksichtigt sein, und so gesellen sich zu den Fachleuten des Straßen-, Kanal-, Spezialtief- und Ingenieurbaus noch diejenigen, die Bäume, Sträucher, Reptilien, Vögel schützen beziehungsweise von der Baustelle fernhalten.

Nun hat das Straßenbauamt nicht nur eine überaus komplexe, sondern mit 5,6 Millionen Euro auch die teuerste derzeit im Kreis laufende Baustelle am Start. Das Land gibt 2,5 Millionen Euro dazu.

Auch die Stadt Winnenden beteiligt sich und erneuert zwischen den Ortskernen Schulerhof und Bürg die Kanäle. Das Breitbandnetz wird ebenfalls ausgebaut und auch die Stromversorgung dort, wo Lücken waren. Die Bushaltestelle wird natürlich auch verkehrssicher neu gebaut.

Klappt es mit dem Ersatzbus, und wie geht es damit weiter?

Wer Linienbusse nutzt oder nutzen muss, wie zum Beispiel die Schulkinder, ist besser dran als normale Autofahrer: Es gibt einen Kleinbus, der die Baustelle auf dem Radweg umfährt. Ein Fahrgast berichtet, dass die Fahrer häufig wechseln und die Ausweichstrecke kaum ausgeschildert ist. Manchmal verheddere sich ein Fahrer zwischen den Absperrungen oder landet gar im Aidehof. Gut, dass sich die Mitfahrer auskennen und ihm helfen ... Im August dann wird sich die Strecke des Kleinbusses ändern, bis dahin wird sie für seine Fahrt auch noch ein bisschen hergerichtet, sagt Karsten Klein, hier eine Aufschüttung, dort ist eine Bank im Weg. Grob gesagt geht es vom Schulerhof „hinten raus“ Richtung Waldspielplatz und zurück zur Ebniseestraße.

Was ist denn schon fertig?

Im Schulerhof sind die Kanäle erneuert und fast die gesamte Streckentwässerung und die Versorgungsleitungen im ersten Bauabschnitt sind fertig.

Was sagen der Landrat und der Bürgermeister?

„Wahnsinn, was für ein Aufwand“, entfährt es Richard Sigel unterwegs. Norbert Sailer ist sich jetzt schon sicher: „Das Warten hat sich gelohnt.“

Die Natur erwacht, die Sonne lockt zu einem Spaziergang oder einer Wanderung, der Mensch gerät in Aufbruchstimmung. Und fragt sich: Wie geht’s mit der Straßenbaustelle zwischen den Teilorten Baach und Bürg voran? Sollte da nicht bald der erste Abschnitt fertig sein, im April oder Mai? Unsere Zeitung hat mal wieder vorbeigeschaut. Die wichtigste Botschaft vorweg: Der erste Abschnitt wird erst Ende Juli 2022 fertig werden. Somit ist mit einer Fertigstellung der gesamten Kreisstraße bis Bürg

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