Winnenden

Zukunftsmarkt in der Alten Kelter

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Indotag zum Thema "Nachhaltig leben". © Schneider / ZVW
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Indotag zum Thema "Nachhaltig leben". © Schneider / ZVW
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Indotag zum Thema "Nachhaltig leben". © Schneider / ZVW
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Indotag zum Thema "Nachhaltig leben". © Schneider / ZVW
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Indotag zum Thema "Nachhaltig leben". © Schneider / ZVW
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Indotag zum Thema "Nachhaltig leben". © Schneider / ZVW
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Indotag zum Thema "Nachhaltig leben". © Schneider / ZVW

Winnenden. Der Idealmensch der Zukunft trägt Stoffwindeln, schlürft Kaffee aus wiederverwertbaren Bambusbechern, kauft in kleinen Läden regional ein, verwendet Ökostrom aus dem Bürgerenergienetz und wirft keine Lebensmittel weg. Der Zukunftsmarkt in der Alten Kelter zeigt, wie’s geht.

Das Geräusch des Mixers, der grüne Smoothies zubereitet, begrüßt den Besucher. Pikanter Duft liegt in der Alten Kelter: Heißer Eintopf und Gulasch sind vegan. An der Kuchentheke fehlen die Preisangaben, bezahlt wird nach Ermessen. „Jeder gibt das, was ihm der Kuchen wert ist“, heißt es dort. An einem Stand werden die Vorzüge von Stoffwindeln gepriesen, die peppig bunt und gemustert ausliegen.

Recyclbare Pappbecher verfolgen das Ziel, den „to-go“-Kaffeeschlürfer zu einem zukunftsträchtigeren Konsumenten zu machen. In Form eines „Bauchladens“ wollen sie „Brücken bauen“ und „ein Angebot schaffen“ für das Thema Nachhaltigkeit, erklärt Markus Koch aus Weinstadt, einer der Initiatoren. Mitorganisator ist der Winnender Daniel Beutler, dem es um den „eigenverantwortlichen Umgang mit Ressourcen“ geht.

"Enkeltaugliche Angebote"

Die Aussteller aus der Region behandeln die Themen solidarische Landwirtschaft, Gemeinwohlökonomie und Bürgerenergie. Hersteller von Kräutersalzen und Hanfkleidung zeigen Produkte. Eine Naturschule informiert über das Aus- und Fortbildungsangebot für Naturpädagogik, mit dabei im bunten „Bauchladen“ sind auch der Weltladen, der portugiesische Fair-Händler Pois und der Winnender Verein Discover, der gemeinnützige Projekte in Afrika fördert. „Wir sind überzeugt, dass diese Angebote enkeltauglich sind“, so Koch.

„Jeder Einzelne ist gefordert“

Für eine Besucherin aus Hertmannsweiler sind die Ansätze nicht neu: „Reduziert leben, lokal einkaufen, kleine Läden unterstützen war alles in meiner Jugend schon mal da.“ Sie findet es richtig, dass man heute nicht mehr als „grüner Öko“ verschrien ist, wenn man nachhaltig konsumiert: „Jeder Einzelne ist gefordert, wir müssen nicht warten, bis die Politik irgendwas unternimmt.“ Elke Monneweg aus Rudersberg möchte ihren Enkeln einen bewussten Lebensstil vorleben. „Sie können beitragen, dass ein Umdenken stattfindet.“ Darum hat sie das Angebot der Naturschule am meisten angesprochen. „Die Naturpädagogik hat zum Ziel, mit den Kindern in die Natur zu gehen, das ist zu unterstützen.“

Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln schaffen

Michael Neumann aus Waiblingen erklärt am Stand von Foodsharing, wie sie gegen Lebensmittelverschwendung aktiv werden: „Wir sind nicht die, die illegal in Container der Supermärkte klettern, sondern wollen das Essen abholen, bevor es weggeworfen wird.“

In dieselbe Richtung, ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln zu schaffen, denkt der Verein Solawi. „Die Lebensmittel werden dem Marktgeschehen entzogen und Solawi nimmt eine solidarische landwirtschaftliche Produktion lokal in die Hand“, erklärt Bettina Kupferschmidt. Auf Nachfrage verweist sie auf ein Projekt mit einem Demeter-Hof, für den die aktuell 250 Solawi-Mitglieder das Jahresbudget für Futter, Saatgut und Betriebskosten übernehmen. „Im Gegenzug bekommen wir seine Ernte und teilen sie auf.“

„Mir gefällt die Idee, dass jeder wieder mehr selbst anpflanzt“

Klingt nach einem zukunftsfähigen Konzept gegen die Lebensmittel-Spekulation, findet Martin Dreiling aus Waiblingen, der eigentlich aus einem anderen Grund bei der Zukunftswerkstatt vorbeischaut. Im Rahmen der Remstal Gartenschau sei er auf Urban-Gardening-Projekte gestoßen. „Mir gefällt die Idee, dass jeder wieder mehr selbst anpflanzt“, sagt er. Umsehen möchte er sich auch im Bereich vegetarische Ernährung, vegan ist ihm etwas zu dogmatisch. „Ich glaube, dass es auch andere Wege gibt und es muss zu einem passen.“


25 Aussteller

25 Aussteller haben beim ersten Zukunftsmarkt ihre Ideen für enkeltauglichen Konsum und Produktion in der Alten Kelter präsentiert.